Die Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe ist ein echtes Must-Do im Allgäu

Allgäu – Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe

In Allgäu, Deutschland, Europa by NaddlLeave a Comment

Es ist Anfang April und die Berge der Allgäuer Alpen sind trotz sommerlicher Temperaturen noch schneebedeckt. Kennt ihr das? Die ersten Sonnenstrahlen rufen nach grünen Wiesen, Schmetterlingen und Vogelgezwitscher. Obwohl Schneeschuhwanderungen im Allgäu noch ohne weiteres möglich wären, haben wir die Nase voll vom ewigen Weiß! Es wird Zeit für Farben! Meine Mutter ist zu Besuch und schnell sind wir uns alle drei einig: Schnee hin oder her, wir haben Lust auf eine Wanderung, die zumindest einen Hauch von Bergpanorama verspricht! Eine Tour, die uns schon immer interessiert hat, ist die Wanderung zum sagenumwobenen Alatsee und auf die Saloberalpe im Ostallgäu. Viele regionale Mythen ranken sich um den smaragdgrünen See, der in einer schluchtartigen Senke eingebettet zwischen den Vilser Alpen bei Füssen liegt. Im Sommer ist der Alatsee ein beliebtes Ausflugsziel und dann zu Stoßzeiten recht überlaufen. Was liegt also näher, als ihn an diesem schönen Frühlingstag zu besuchen? Mit gerade einmal 1132 Höhenmeter verspricht diese Tour selbst im April traumhafte Bergblicke (und sogar einen „Vier-Seen-Blick“) ohne Altschneereste! Warum der Alatsee auch blutender See genannt wird, welche Mythen um ihn existieren und warum diese familienfreundliche Wanderung auf fast jeder Best-of-Allgäu-Liste erscheint, erzählen wir euch jetzt!

Die Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe ist ein echtes Must-Do im Allgäu
Die Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe bietet grandiose Ausblicke

Die Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe im Überblick

Heute werden wir von Bad Faulenbach zum wunderschönen Alatsee wandern. Anschließend steigen wir zur grünen Saloberalpe auf, die uns eine traumhafte Aussicht über den See bis hin zur Zugspitze ermöglicht. Von hier führt uns eine kurze Runde zum Aussichtspunkt „Vier-Seen-Blick“, an dem uns, wie der Name schon sagt, ein grandioser Blick auf insgesamt 4 (!) Seen in der Füssener Region erwartet. Nach dem Abstieg wandern wir um den Alatsee herum zurück Richtung Füssen und passieren dabei den Obersee und Mittersee. Die vielen Einkehrmöglichkeiten sorgen für ausreichende Pausen in einer unverwechselbaren Natur. In unserem Beitrag findet ihr alle wichtigen Informationen, Fotos und die Route dieser abwechslungsreichen, familienfreundlichen Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe.

Wanderung zum Vier-Seen-Blick in Füssen
„Vier-Seen-Blick“ auf Weissensee, Hopfensee, Forggensee (ausgetrocknet) und Bannwaldsee

Fakten rund um den Alatsee

Daten, Zahlen, Fakten

Der Alatsee liegt auf 842 m Höhe im Landschaftsschutzgebiet Schutz von Landschaftsteilen im Bereich des Faulenbacher Tales, des Lechtales, des Schwanseetales und des Alpseegebietes im Landkreis Füssen. Parkplätze, gut ausgebaute Wander -und Radwege und eine Gaststätte locken Besucher aus aller Welt im Sommer zu dem smaragdgrünen See im Ostallgäu. Er ist 490 Meter lang, 290 Meter breit und circa 32 Meter tief.

Der Alatsee oder „der blutende See“?

Der See zeichnet sich durch ein Phänomen aus, das als Meromixis bekannt ist. Es bezeichnet ein stehendes Gewässer, dessen vertikale Wasserzirkulation nicht über das ganze Tiefenprofil stattfindet. So weist der Alatsee in 15 – 18 Metern Tiefe eine Schicht aus Purpur-Schwefelbakterien auf, die ihm den Beinamen „Der blutende See“ verlieh. Oberhalb dieser leuchtend violettfarbenen Schicht ist das Wasser sauerstoff -und artenreich. Unterhalb dieser Schicht befinden sich giftige Stoffwechselprodukte der Schwefelbakterien und so gut wie kein Sauerstoff mehr im Wasser. Der Alatsee wird vom Grundwasser gespeist und fließt über den Faulenbach durch Obersee und Mittersee in den Lech ab. Den Namen Faulenbach hat das kleine Flüsschen nicht von ungefähr: durch die erhöhte Schwefelwasserstoffkonzentration liegt in unmittelbarer Nähe der typische Geruch nach faulen Eiern in der Luft.

Abends wird es ruhig auf der Wanderung um den Alatsee
Abends wird es ruhig auf der Wanderung um den Alatsee

Um den Alatsee ranken sich viele Mythen und Sagen

Das Naturphänomen scheint auch für die vielen regionalen Mythen und Sagen verantwortlich zu sein, die sich um den See ranken. Einige behaupten, der unendlich tiefe Alatsee beherberge Ungeheuer, die unvorsichtige Wanderer in die Tiefe locken könnten. Andere berichten von Stimmen, die nachts um Hilfe rufen würden. Esoteriker sind außerdem davon überzeugt, dass die verschlungenen Bäume im Gebiet der Beweis für ein Kraftfeld sind. Allen Anschein nach führten hier während des Zweiten Weltkrieges Luftwaffentechniker der Nationalsozialisten mit Modellen der Focke-Wulf Ta 154 Unterwasserversuche durch. Aus dem Grund befänden sich auch heute noch schwere Eisenstangen und Gestelle im See. Gerüchte halten sich zudem hartnäckig, dass die Nazis hier zu Kriegsende den Goldschatz der Deutschen Reichsbank aus Neuschwanstein versteckt hätten. Da hier außerdem angeblich immer wieder Menschen verschwanden und wiederholt große Mengen an Fischen starben, gilt der See bis heute unter einigen der einheimischen Bevölkerung als verrufener Ort.

Seegrund

Doch wie so oft bleiben auch diese Mythen das was sie sind: historische Geschichten, deren Ursprung und Wahrheitsgehalt nicht belegt werden können. Einen interessanten Artikel über die vier größten Gerüchte rund um den Alatsee und deren Aufklärung hat die Augsburger Allgemeine verfasst. Dennoch bereiten die Sagen um den See Wissenschaftlern bis heute Kopfzerbrechen und inspirierten das Allgäuer Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr sogar zu ihrem Kluftinger Roman „Seegrund“, der auch verfilmt wurde. Ein weiterer Grund, weshalb der wunderschöne Allgäuer Alatsee bei zahlreichen Touristen so beliebt ist.

Informationen zu der Wanderung um den Alatsee & auf die Saloberalpe

Sicherheit auf der Wanderung

Die Wanderung von Bad Faulenbach zum Alatsee erfolgt auf einer gut ausgebauten, flachen Fahrstraße, die für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Hier gibt es keinerlei technische oder konditionelle Schwierigkeiten. Sie wird allerdings auch von Radfahrern stark frequentiert, weshalb gegenseitige Rücksichtnahme gefragt ist. Dies gilt besonders für Wanderer, da diesen ein zusätzlicher Wanderweg auf der anderen Seite der Seen zur Verfügung steht. Zur Saloberalpe wird es dann etwas schweißtreibender: auf einem Schotterweg geht es in einigen Serpentinen recht steil bergauf. Die kleine Runde zum „Vier-Seen-Blick“ führt über einen engen, unwegsamen Pfad, der an ein, zwei Stellen leicht exponiert ist, dafür aber einen fantastischen Blick ins Tal bietet. Für den Weg zum und um den Alatsee ist keine spezielle Ausrüstung notwendig. Wer zur Saloberalpe und dem „Vier-Seen-Blick“ aufsteigt, sollte feste Schuhe und Wetterschutzkleidung dabei haben!

Parken

In Bad Faulenbach parkt man am besten auf dem mittelgroßen, kostenlosen Wanderparkplatz Faulenbacher Tal schräg gegenüber der Skisprungschanze. Er füllt sich im Sommer und an Wochenenden allerdings recht schnell. Ein weiterer Parkplatz (Fischhausweg) befindet sich knapp 400 Meter weiter vorne gegenüber vom Parkhotel Füssen-Bad Faulenbach. Hier gibt es häufig auch zu späterer Stunde noch freie Plätze. Wer sich die Wanderung zum Alatsee sparen möchte, kann direkt an seinem Nordufer parken (2€/Tag). Dann verpasst man allerdings auch den schönen Rückweg am Südufer vom Mitter- und Obersee.

Tourenprofil

Ausgangsort: 802 m
Höchster Punkt: 1132 m
Höhenmeter: 391 m
Länge: 12,2 km
Dauer: ca. 4 h
Schwierigkeit: einfach – mittel

Route/GPX Daten bei Outdooractive

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/allgaeu/von-bad-faulenbach-zum-alatsee-und-vier-seen-blick/114925142/

Die beste Jahreszeit

Die Wanderung ist durch ihre geringe Höhenlage meistens zwischen April bis November schneefrei. Im Hochsommer werden Mittersee, Obersee und Alatsee als Badeseen benutzt. Außerdem ist die einfache Wanderung um den Alatsee ein beliebtes Ziel bei Touristen. Naturliebhaber sollten für eine ruhige Tour also lieber die Nebensaison wählen (und auch dann wird man den See selten alleine für sich haben…).

Alatsee
Im Sommer ist der Alatsee ein beliebter Badesee

Einkehrmöglichkeiten auf der Wanderung

Auf der gemütlichen Wanderung warten genügend Einkehrmöglichkeiten mit Außenterrassen, um das schöne Wetter und die grandiose Landschaft ausgiebig zu genießen. Die Waldwirtschaft Mittersee liegt am Anfang (oder am Ende) der Tour und serviert leckere regionale Gerichte. In dem kleinen Biergarten kann man nochmal gemeinsam auf den tollen Tag am Alatsee anstoßen.

Das Hotel Alatsee & Restaurant liegt direkt am Ostufer vom Alatsee. Auf der Sommerterrasse könnt ihr Kaffee und Kuchen, einen Eisbecher, aber natürlich auch hochwertige und herzhafte Klassiker genießen. Am Wochenende und schönen Tagen kann es sehr schwierig werden, einen Sitzplatz zu finden.

Was gibt es schöneres, als ein kühles Bier nach einem anstrengenden Aufstieg? Gepaart mit leckerem Hüttenessen und einem atemberaubenden Ausblick über den Alatsee und die umliegende Bergwelt, ist der Moment perfekt! Lange suchen müsst ihr dafür nicht. Direkt nach dem ersten Aufstieg vom Alatsee (und einem kurzen Besuch in Österreich) wartet die Salober Alm mit ihren gelben Sonnenschirmen wie eine Oase auf den durstigen Wanderer!

Saloberalpe
Die Salober Alm öffnet meistens Mitte Mai!

Die Wanderung zum Alatsee, dem „Vier-Seen-Blick“ und auf die Saloberalpe im Detail

Von Faulenbach zum Alatsee

Wir parken auf dem kostenlosen Wanderparkplatz in Bad Faulenbach schräg gegenüber der Skisprungschanze. Auf der breiten asphaltierten Fahrstraße wandern wir Richtung Alatsee und passieren dabei auf der rechten Seite zwei kleine Teiche. Zu unserer Linken liegen die beiden Seen Mittersee und Obersee, die im Sommer als Freibäder fungieren. Die lichtdurchflutete Asphaltstraße verläuft durch grüne Almwiesen mit zahlreichen Schlüsselblumen, Krokussen und anderen Frühblühern. Der Weg ist bei Fahrradfahrern sehr beliebt, so dass man hier mit offenen Augen und viel Rücksicht spazieren sollte. Später werden wir auf einem schmalen Wanderweg zurückwandern, der Fußgängern vorbehalten ist. Nach circa einer Stunde ohne nennenswerte Steigungen erreichen wir den smaragdgrünen Alatsee.

Der Obersee bei Füssen
Der Obersee ist im Sommer ein beliebtes Freibad

Der Alatsee

Am Alatsee haben es sich schon etliche Ausflügler auf der Liegewiese am flachen östlichen Uferrand bequem gemacht. Auch die große Terrasse des Hotel & Restaurants Alatsee ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir wandern gemütlich am rechten Ufer des geheimnisvollen Sees entlang. An seinem nordwestlichen Zipfel liegt ein weiterer Parkplatz, der ideal für Besucher ist, die nicht den ganzen Weg von Faulenbach hierher wandern möchten. Dies macht den Alatsee insbesondere an Wochenenden und bei schönem Wetter nicht gerade zu einem Ort der Ruhe und Einsamkeit.

Auf der Wanderung zum smaragdgrünen Alatsee
Alatsee

Wanderung zur Saloberalpe

Wir wandern links vom Parkplatz weiter und beginnen mit dem circa 30-minütigen Aufstieg auf der gekiesten Forststraße zur Saloberalpe. Der Trubel vom Alatsee ist hier nur noch leise zu hören. Während wir uns langsam der Alm nähern, erreichen wir einen Aussichtspunkt, von dem wir nicht nur einen fantastischen Blick auf den smaragdgrünen See, sondern auch bis zur Zugspitze und Schloss Neuschwanstein erhaschen können. Zwei weitere Kurven, ein Grenzübertritt nach Österreich und wir erreichen die ruhige Salober Alm auf 1150 Metern Höhe. In saftig grünen Bergwiesen eingebettet liegt die gepflegte bewirtschaftete Hütte mit Spielplatz, die außerhalb der Saison einen Getränkeautomaten für Durstige anbietet. Von der Sonnenterrasse der Salober Alm genießen wir einen traumhaften Blick auf die schneebedeckten Vilser Alpen. Zahlreiche Wanderungen führen von hier bis ins Tannheimer Tal und zur Burgruine Falkenstein (2 h).

Von der Saloberalpe hat man einen tollen Blick auf den Alatsee
Von der Saloberalpe hat man einen tollen Blick auf den Alatsee
Salober Alm
Die Vilser Alpen

„Vier-Seen-Blick“

Wir biegen vor der Saloberalpe nach rechts ab und folgen dem schmalen Bergpfad Richtung „Vier-Seen- Blick“. Diese circa 30-minütige Wanderung führt uns durch grüne Almwiesen und einen herrlichen Laubmischwald zu dem besagten Aussichtspunkt. Von einer kleinen Holzbank genießen wir den grandiosen Blick auf die vier Seen Weißensee, Hopfensee, Bannwaldsee und Forggensee. Durch Bauarbeiten am Staudamm ist der große Forggensee zum Zeitpunkt unseres Besuchs abgelassen und mittlerweile ausgetrocknet. Sein ausgedörrtes Seenbett erinnert an eine Wüstenlandschaft im ansonsten so fruchtbaren Tal. Wir folgen dem Rundweg wieder zurück zur Saloberalpe und genießen noch einmal den Blick über den Alatsee und die Schwangauer Alpen, bevor wir uns an den Abstieg machen. Dieses Mal wählen wir den Josephssteig, ein recht steiler Trampelpfad, der uns in mehreren Serpentinen neben der langweiligen Forststraße wieder zurück zum Alatsee führt.

Vier-Seen-Blick in Füssen
Aussichtspunkt „Vier-Seen-Blick“

Wanderung zurück vom Alatsee nach Bad Faulenbach

Unten angekommen umrunden wir den mittlerweile ruhigen Alatsee auf der anderen Seite. Hier müssen wir höllisch aufpassen, nicht auf einen der unzähligen Frösche zu treten, die in Scharen am Ufer zu finden sind. Am östlichen Ende entscheiden wir uns dieses Mal nicht für die asphaltierte Fahrstraße links, sondern wählen den rechten schmalen Fußweg zurück nach Bad Faulenbach. Ab jetzt führt die Wanderung immer am gleichnamigen Fluss entlang durch einen Wald. Dabei ragen rechts von uns majestätisch die hohen Wände der Vilser Alpen empor. Für ambitionierte Bergsteiger ist sogar eine Alpenüberquerung nach Tirol möglich. Je weiter wir uns dem Obersee und Mittersee nähern, desto präsenter wird der typische Schwefelgeruch nach faulen Eiern vom Faulenbach. Wir umrunden die beiden Freibadseen, spazieren an der schönen Waldwirtschaft am Mittersee vorbei, queren die Straße und erreichen schließlich wieder unser Auto.

Alle, die Lust auf mehr haben, können noch bis nach Füssen weiter wandern. Dabei kommt man am türkisfarbenen Lech mit seinem bekannten Lechfall und dem berühmten Hohen Schloss von Füssen vorbei. In dem Fall bietet es sich an, als Ausgangspunkt einen Parkplatz in Füssen am Schloss zu wählen. Uns reicht es allerdings für heute und so nehmen wir das Auto, um den wunderschönen Tag im authentischen italienischen Restaurant Il Pescatore Revue passieren zu lassen.

Frosch
Im Frühjahr tummeln sich unzählige Frösche am Ufer des Alatsees
Obersee bei Sonnenuntergang
Der Obersee bei Sonnenuntergang – nun ist es ruhig in der Region!

Unser Fazit: Wanderung zum Alatsee und auf die Saloberalpe

Diese einfache, familienfreundliche Rundwanderung führt zu einer wahren Naturschönheit des Allgäus. Der sagenumwobene Alatsee besticht durch seine smaragdgrüne Farbe und die umliegende Bergwelt. Durch den Aufstieg zur Saloberalpe bekommt die Tour einen zusätzlichen Bergwandercharakter und lässt den Trubel am belebten Ufer schnell in Vergessenheit geraten. Der „Vier-Seen-Blick“ verschafft einen unvergleichlichen Überblick über das Füssener Land mit seinen charakteristischen Seen, den grünen Almwiesen und großen Bauernhöfen. Durch die Einkehrmöglichkeiten, Spielplätze und die zahlreichen Mythen und Naturphänomene, die sich um den See ranken, ist diese abwechslungsreiche Wanderung ideal, um Kinder (und wanderfaule Freunde) bei Laune zu halten.

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