Der Schrecksee gilt als der schönste Bergsee im Allgäu

Allgäu – Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus und Schrecksee

In Deutschland, Europa by NaddlLeave a Comment

Der Schrecksee wird von vielen als der schönste Bergsee im Allgäu bezeichnet. Doch wird er diesem Titel auch gerecht? Genau das wollten wir letztes Jahr im April herausfinden. Leider mussten wir da nach einer abenteuerlichen Tour feststellen, dass er sich noch unter einer dicken Schneedecke versteckt (Allgäu – Wanderung zum winterlichen Schrecksee). Jetzt im August sollte Schnee aber unser kleinstes Problem sein. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und ermöglicht eine Wanderung, die schon lange auf unserer Wunschliste steht: vom Hintersteiner Tal soll es über das Prinz-Luitpold-Haus auf dem Jubiläumsweg zum Schrecksee und wieder hinunter nach Hinterstein gehen. Es verspricht eine der großartigsten Touren zu werden, die das Allgäu zu bieten hat. Wie es uns auf der Wanderung zum Schrecksee ergangen ist, die Route inklusive GPS Koordinaten, unzählige Fotos und viele weitere Informationen haben wir euch in diesem Artikel zusammengestellt.

Der Schrecksee gilt als der schönste Bergsee im Allgäu
Der Schrecksee – der vielleicht schönste Bergsee im Allgäu

Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus und zum Schrecksee im Überblick

Diese technisch mittelschwere, hochalpine Wanderung erfordert eine gute Kondition. Dafür hat man die Natur der Allgäuer Hochalpen streckenweise oftmals ganz für sich allein. Auf 20 km werden wir 1300 Höhenmeter auf- und 1400 Höhenmeter absteigen. Der Startpunkt ist das kleine Dorf Hinterstein, wo wir mit dem Wanderbus zum Giebelhaus fahren. Hier ist frühes Aufstehen angesagt, will man die knapp 8-9 Stunden lange Wanderung noch vor Sonnenuntergang beenden (fragt lieber nicht, ob wir das geschafft haben…).

Vom Giebelhaus erfolgt der lange Aufstieg über die Bärgündelealpe zum bewirtschafteten Prinz-Luitpold-Haus. Im hochalpinen Gelände gönnen wir uns eine ausgiebige Pause mit Blick auf die bedrohlich aufragenden Dolomitgipfel und einem kleinen aufgestauten See, bevor wir auf dem einsamen Jubiläumsweg weiter Richtung Schrecksee wandern. Auf dem längsten Abschnitt unserer Wanderung überwinden wir nur noch wenige Höhenmeter über sanfte Wiesen und die schroffe Bockkarscharte. Zwischendurch treffen wir immer wieder auf unzählige Gämsen und Alpenmurmeltiere. Nachdem wir den Schrecksee, der ohne Zweifel einer der schönsten Bergseen des Allgäus ist, umrundet haben, erfolgt der Abstieg über die Taufersalpe zum E-Werk im Hintersteiner Tal. Von hier kann man entweder den Wanderbus zurück ins Dorf nehmen oder, wenn man wie wir zu spät dran ist, die letzten Kilometer auf der Fahrstraße zurückwandern.

Das Prinz Luitpold-Haus vor dem Wiedemerkopf
Die Wanderung zum Prinz Luitpold-Haus bietet atemberaubende Bergerlebnisse

Sicherheit beim Wandern

Die Wanderung ist technisch als mittelschwer einzustufen und erfordert keine Sicherungsausrüstung. Allerdings verläuft die Tour fast vollständig durch hochalpines und abgelegenes Gelände. Gute Wanderschuhe, Kartenmaterial (oder ein GPS-Gerät), ein Erste-Hilfe-Set und Wetterschutzkleidung sind unabdingbar, Wanderstöcke und eine gute Stirnlampe sind empfehlenswert. Der Abstieg von der Bockkarscharte führt durch ein steiles, abschüssiges Geröllfeld. Anschließend weist der Wanderweg ein paar kurze enge Passagen mit Drahtseilsicherung auf. Eine gute Portion Trittsichersicherheit und Schwindelfreiheit sollten daher mit im Gepäck sein.

Mit 20 km Länge (wenn man vom E-Werk zurück nach Hinterstein wandert, sind es sogar knapp 23 km) und 1300 Höhenmeter Auf- und 1400 Höhenmeter Abstieg, gehört die Wanderung allerdings zu den konditionell fordernden Touren im Allgäu. Bitte beachtet, dass das Zelten im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen und am Schrecksee streng verboten ist! Wie bei allen Bergtouren, sollte der Wetterbericht vorher genau studiert werden. Ab dem Prinz-Luitpold-Haus gibt es keine weiteren Schutzhütten und vorzeitige Abstiegsmöglichkeiten sind lang und schwierig. Gewitter, Sturm oder Nebel sollten in dieser exponierten Lage unbedingt vermieden werden!

Der Abstieg von der Bockkarscharte führt über ein steiles und rutschiges Geröllfeld
Abstieg von der Bockkarscharte mit Seilsicherung

Die wichtigsten Informationen

Mit dem Wanderbus von Hinterstein zum Giebelhaus

Die Giebelstraße von Hinterstein zu unserem Startpunkt Giebelhaus ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Entweder ihr wandert die Strecke in circa 1,5 Stunden oder ihr benutzt den Wanderbus, der am Ende von Hinterstein am Rauhornweg (direkt am Parkplatz „Auf der Höh“) startet. Eine Option, die wir angesichts der recht langen Tour durchaus empfehlen können. In der Hauptsaison fährt der Bus ab 7:15 jede Stunde zum Giebelhaus und anschließend auch wieder zurück. Der letzte Bus nach Hinterstein startet um 18:10 vom Giebelhaus und ist um 18:18 am Auele, der Haltestelle am E-Werk und dem Endpunkt unserer Wanderung. Solltet ihr den letzten Bus verpassen, könnt ihr die knapp 3 km Weg in circa 40 Minuten zurück nach Hinterstein wandern. Pro Strecke kostet der Bus 4,60 € (Stand 07/2019). Den aktuellen Fahrplan und die Preise könnt ihr auf der Homepage des Betreibers einsehen.

Panoramaaufnahme vom Schrecksee
Panorama vom Schrecksee

Parkplätze in Hinterstein

Direkt hinter der Bushaltestelle gibt es einen mittelgroßen, kostenpflichtigen Parkplatz. In der Hauptsaison ist der allerdings meistens schon recht früh belegt. Dann muss man auf einen der anderen gebührenpflichtigen und teils privat betriebenen Parkplätze in der Dorfmitte ausweichen. Eine frühe Anreise kann sich also nicht nur aufgrund der langen Wanderung lohnen!

Höhenprofil

Vom Giebelhaus auf 1058 Metern Höhe wandern wir zum Prinz-Luitpold-Haus auf 1846 Metern. Von hier geht es langsam zum höchsten Punkt der Wanderung. Die Bockkarscharte liegt auf 2164 Metern. Auf dem Jubiläumsweg verlieren wir wieder gemächlich an Höhe, bis wir den Schrecksee auf 1813 Metern erreichen. Der steile Abstieg bringt uns zum E-Werk auf 950 Metern.

Die Bockkarscharte ist der höchste Punkt auf der Wanderung vom Prinz-Luitpold-Haus zum Schrecksee
Der höchste Punkt der Wanderung – die Bockkarscharte

Beste Jahreszeit

Die Wanderung ist meistens von Mitte Juni bis Oktober schneefrei. Die aktuelle Wetterlage sollte aber vor jeder Tour überprüft werden!

Einkehrmöglichkeiten auf der Tour

Am Anfang der Wanderung stehen euch mehrere gute Einkehrmöglichkeiten zur Verfügung. Der längste Teil der Tour verläuft dann allerdings auf dem einsamen Jubiläumsweg in den Allgäuer Hochalpen, wo sich bis Hinterstein keine Einkehrmöglichkeiten befinden. Aus dem Grund solltet ihr unbedingt genügend Proviant und vor allem Wasser mitführen! Gleich nachdem ihr aus dem Wanderbus steigt, liegt das große Restaurant Giebelhaus vor euch. Hier gibt es beste Allgäuer Küche in einem gemütlichen Ambiente. Doch seid gewarnt: wer jetzt schon ausgiebig pausiert, wird die Wanderung wohl nicht mehr schaffen!

Circa 1,5 Stunden später erreichen wir die schöne Untere Bärgündelealpe auf 1322 Metern, die im Sommer frische Buttermilch und selbstgebackenen Kuchen anbietet. Ach, wenn wir doch bloß nicht noch soviele Kilometer vor uns hätten! Die letzte Einkehrmöglichkeit stellt die älteste und eine der größten Alpenvereinshütten des Allgäus dar, in dem auch übernachtet werden kann. Das imposante Prinz-Luipold-Haus liegt auf 1846 Metern und bietet neben der leckeren Allgäuer Küche grandiose Ausblicke über das Hintersteiner Tal und den Hochvogel. Eine gute Gelegenheit, um sich nach dem anstrengendsten Teil des Aufstiegs noch einmal für den langen Weg zu stärken.

Die Untere Bärgündelealpe ist neben dem Prinz-Luitpold-Haus eine beliebte Einkehrmöglichkeit
Die Untere Bärgündelealpe lädt zum Einkehren ein

Die Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus und zum Schrecksee im Detail

Start in Hinterstein

Klar, dass wir wieder einmal zu spät dran sind. Erst ein Stau auf der Autobahn und dann ist das kleine Dorf Hinterstein auch noch restlos mit Autos verstopft. Alle Parkplätze sind besetzt und Menschenmassen pilgern Richtung Bushaltestelle und Hintersteiner Tal. Da wir fast immer in der Nebensaison im Allgäu unterwegs sind, ist das ein ganz ungewöhnliches Bild für uns. So kommt es wie es kommen muss und wir verpassen ganz knapp den ersten Wanderbus. Der nächste fährt erst wieder in einer Stunde. Irgendwie schwant uns schon zu diesem Zeitpunkt, dass wir nicht vor Sonnenuntergang zurück sein werden… Kurz überlegen wir, ob wir zum Giebelhaus wandern sollen, aber das würde unsere Tour um satte 10 km verlängern. Eine Stunde später geht es schließlich im vollen Bus durchs schöne Hintersteiner Tal zum Giebelhaus.

Auf der Wanderung vom Prinz-Luitpold-Haus zum Schrecksee trifft man häufig auf Gämse
Gämsen sind häufige Wegbegleiter auf der Wanderung vom Prinz-Luitpold-Haus zum Schrecksee

Vom Giebelhaus zur Bärgündelealpe

Vom Giebelhaus, wo das Bärgündeletal und das Obertal aufeinandertreffen, starten viele beliebte Wanderungen in die Umgebung, wie z.B. zum Hochvogel. Außerdem befindet sind hier die Adler-Beobachtungsstation des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), an der ein Mitarbeiter über die ansässigen Steinadler berichtet. Besonders für Familien ist dies ein interessanter Start für die familienfreundlichen Touren zur Schwarzenberghütte oder zur Unteren Bärgündelealpe. Auf der Fahrstraße passieren wir das Giebelhaus und folgen von hier der Ausschilderung zum Prinz-Luitpold-Haus.

Über eine Brücke queren wir die Ostrach und folgen links der Fahrstraße Richtung Bärgündelealpe. Nach circa 1,5 km gelangen wir zum schönen Täschlefall, der uns zu einer kurzen Fotopause verleitet. Bis zu der schönen Alpe auf 1322 Metern steigen wir stetig in Kehren durch einen Wald am Bärgündelesbach auf. 200 Meter vor der Hütte erhaschen wir einen Blick auf den hohen Wasserfall, der hier traumhaft schön in zwei Stufen hinabfällt. In der Unteren Bärgündelealpe kann man zwar wunderbar einkehren, doch da wir sowieso schon recht spät dran sind, verschieben wir unsere erste Pause auf später…

Der Bärgündelesbach fließt über mehrere Kaskaden neben dem Wanderweg entlang
Bärgündelesbach
Der Täschlefall bietet eine willkomende Abkühung auf der Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus und Schrecksee
Gleich zu Beginn unserer Wanderung passieren wir den Täschlefall
Auf der Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus sehen wir unzählige Wildblumen
Wildblumen auf der Bärgündelealpe
Die Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus ist geprägt von Wasserfällen
Auf der Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus steigen wir stetig am Bärgündelesbach auf

Von der Bärgündelealpe zum Prinz-Luitpold-Haus

In Serpentinen steigen wir weiter stetig unterhalb der Materialseilbahn des Prinz-Luitpold-Haus bergauf. Dabei überqueren wir Weiden -und Wiesenhänge, von denen wir atemberaubende Ausblicke auf das Hintersteiner Tal, den Bärgündelesbach und den 2268 Meter hohen Schneck genießen. Immer wieder überwinden wir dabei plätschernde Bäche und passieren mannshohe Wildblumen – ständig umgeben von dem Summen zahlreicher Bienen und Hummeln. Als wir endlich das grandios gelegene Prinz-Luitpold-Haus erreichen, ist die Zeit für eine ausgiebige Pause gekommen.

Der Ausblick von den beiden Außenterrassen ist in alle Richtungen faszinierend. Auf der einen Seite die schroffe Felswand des Wiedemerkopf (2163 Meter) und der Blick ins Hintersteiner Tal bis zu den gegenüberliegenden Gipfeln Salober und Giebel. Auf der anderen Seite der Blick Richtung Hochvogel (2592 Meter), der von der Kreuzspitze (2367 Meter) und den Balkenspitzen (2324 Meter) weitestgehend verdeckt wird. Hier plätschert ein sanfter Fluss die Berghänge hinab, der einen kleinen grünblauen Bergsee in der Talsenke unterhalb des Prinz-Luitpold-Haus speist.

Beim Wandern im Allgäu treffen bunte Blumen auf schroffe Berge
Wildblumen und Wiesen treffen auf schroffe Berggipfel
Bunte Wildblumen beim Wandern im Allgäu
Der untere Teil der Wanderung ist von bunten Wildblumen geprägt
Vom Prinz-Luitpold-Haus blicken wir zurück auf das Hintersteiner Tal
Blick auf das Hintersteiner Tal
Hinter dem Prinz Luitpold-Haus liegt ein kleiner See
Kleiner Bergsee hinter dem Prinz-Luitpold-Haus
Das Prinz-Luitpold-Haus liegt direkt vor den schroffen Wänden des Wiedemerkopf und neben einem kleinen See
Das Prinz Luitpold-Haus vor dem Wiedemerkopf

Vom Prinz-Luitpold-Haus zur Bockkarscharte

Eine große Portion Kässpätzle und zwei Radler später müssen wir uns erstmal wieder zum Wandern motivieren. Auch wenn der Aufstieg größtenteils geschafft ist, liegt der längste Teil der Wanderung noch vor uns. Auf dem Jubiläumsweg geht es direkt neben den abschüssigen Hängen der Fuchkarspitze (2252 Meter) über weiche Wiesen Richtung Bockkarscharte. Hier solltet ihr unbedingt die Augen nach Gämsen aufhalten. Sie leben in den Höhlen der Felswände und sitzen zum Teil recht versteckt zwischen Geröll und Büschen. Wir finden gleich mehrere Herden, die unter anderem auch Kitze dabei haben.

Die Bockkarscharte liegt auf 2164 Metern und eröffnet tolle Blicke zurück auf das Prinz-Luitpold-Haus und den Wiedemerkopf. Idyllisch grast hier oben eine Schafsherde und steht damit in starkem Kontrast zu dem steilen und kargen Geröllfeld, das sich vor uns Richtung Schwarzwassertal auftut. Bei klarem Wetter kann man von hier sogar die Zugspitze sehen.

Gamsherde grast in den Allgäuer Hochalpen
Vor den Felshöhlen findet man häufig Gamsherden beim Grasen
Gamskitz in den Allgäuer Hochalpen
Auch ein Gamskitz ist dabei…
Gamsmutter beim Säugen ihres Gamskitzes
Gamsmutter beim Säugen
Die Allgäuer Hochalpen vereinen schroffe Gipfel mit grünen Almen
Die Gipfel der Allgäuer Hochalpen liegen vormittags noch unter einer Wolkenschicht
Von der Bockkarscharte hat man einen tollen Blick auf den Wiedemerkopf und das Prinz-Luitpold-Haus
Blick von der Bockkarscharte auf den Wiedemerkopf und das Prinz-Luitpold-Haus
An der Bockkarscharte grasen Schafe
Schaf an der Bockkarscharte
An der Bockkarscharte grasen häufig Schafe
Die Bockkarscharte ist der höchste Punkt unserer Wanderung

Von der Bockkarscharte zur Lahnerscharte

Das Geröllfeld der Bockkarscharte ist rutschig und unwegsam, lässt sich aber mithilfe der Stahlseilsicherung einfach bezwingen. Ab hier haben wir den Jubiläumsweg fast für uns allein. Aber wirklich nur fast, denn als wir das Kar gerade hinter uns gelassen haben, quert eine Gämse plötzlich unseren Weg. Ganz nah bleibt sie etwas oberhalb von uns stehen und beobachtet uns aufmerksam. Als wir ebenfalls stehen bleiben und Stefan die Kamera zückt, baut sie sich in ihrer vollen Größe auf und faucht warnend. Ein Geräusch, das uns durch Mark und Bein geht…

Vorsichtig wandern wir weiter, während uns das imposante Tier keine Sekunde aus den Augen lässt. Unterhalb der schroffen Wände der Lärchwand (2187 Meter), des Sattelkopfes (2097 Meter) und der Schänzlespitz (2052 Meter) geht es genussvoll und ohne nennenswerte Steigungen circa 1,5 h auf dem schmalen Jubiläumsweg hoch über dem einsamen Schwarzwassertal Richtung Schrecksee. Einige wenige enge und rutschige Passagen sind drahtseilgesichert und stellen kein größeres Problem für trittsichere Wanderer dar.

Von der Bockkarscharte blickt man ins einsame Schwarzwassertal
Blick von der Bockkarscharte ins Schwarzwassertal
Auf dem Jubiläumsweg trifft man häufig auf Gämse
Diese Gämse querte direkt vor uns den Jubiläumsweg
Der Jubiläumsweg führt durch den schönsten Teil der Allgäuer Hochalpen
Der Jubiläumsweg verläuft unterhalb der schönsten Gipfel des Allgäus (hier: Schänzlekopf)
Die Allgäuer Hochalpen sind geprägt von grünen Wiesen
Die Wald -und Wiesenhänge geben im Sommer einen tollen Farbkontrast
Einige Passagen auf dem Jubiläumsweg sind drahtseilgesichert
Drahtseilsicherung auf dem engen und abschüssigen Teil des Jubiläumsweges
Der Jubiläumsweg verläuft vom Prinz-Luitpold-Haus zum Schrecksee
Der Jubiläumsweg verläuft stellenweise sehr ruhig und abgeschieden durch die schönsten Ecken der Allgäuer Hochalpen

Wanderung von der Lahnerscharte zum Schrecksee

Obgleich der Weg zur Lahnerscharte (1988 Meter) durch die ruhige und schöne Landschaft der Allgäuer Hochalpen führt, zieht er sich zum Ende hin doch merklich in die Länge. Ein breiter Wanderweg durch schier endloses Wiesengelände… Hinter dem Schänzlesattel sind wir uns sicher, dahinter den Schrecksee vorzufinden – und stehen dann doch nur wieder vor einer weiteren grünen Hochfläche. Bis zur Lahnerscharte sind es nochmal knapp 2 km! Eine willkommene Abwechslung sind die vielen Gämsen und Alpenmurmeltiere, die die Einsamkeit und Stille hier oben deutlich genießen. Die Abzweigung auf den Saalfelder Weg zur Landsberger Hütte lassen wir links liegen und erreichen endlich die Lahnerscharte, von der wir einen ersten überragenden Blick auf den Schrecksee bekommen.

Vom Jubiläumsweg hat man wunderschöne Blicke auf das Schwarzwassertal
Blick in das Schwarzwassertal
An einigen Stellen ist der Jubiläumsweg recht eng und abschüssig
Teilweise verläuft die Wanderung unterhalb steiler Felswände
Die Wanderung auf dem Jubiläumsweg führt direkt unterhalb der Schänzlespitz entlang
Jubiläumsweg unterhalb der Schänzlespitz
Kurz vor dem Schrecksee überquert man die Lahnerscharte
Durchhalten! Nur noch 2 km bis zur Lahnerscharte!

Rund um den Schrecksee

Der Schrecksee wurde nicht ohne Grund vom Magazin „Bergwelten“ zum schönsten Bergsee im Allgäu gewählt. In einem grünen Talkessel und überragt vom Rauhhorn liegt der tiefblaue, glatte Schrecksee (1813 Meter) mit seinem kleinen charakteristischen Inselberg. Wer würde bei dem Anblick glauben, dass die Insel nicht natürlich entstanden ist? Weitere Informationen zum Schrecksee findet ihr in unserem Beitrag: Allgäu – Wanderung zum winterlichen Schrecksee. Lange sitzen wir hier oben und genießen die Ruhe und den Ausblick auf dieses wunderschöne Naturjuwel.

Gemächlich wandern wir irgendwann über die Weide zum Ufer und erleben eine komplett andere Perspektive auf den See. Es ist schon spät und die Sonne verschwindet langsam über dem Hintersteiner Tal. Wir nehmen uns alle Zeit der Welt, da wir den Abstieg über die Taufersalpe schon kennen und vorsorglich unsere guten Stirnlampen eingepackt haben. Der stahlblaue See, die glühenden Gipfel vom Lahnerkopf und der Kälbelespitze und der rot-gelb-violett funkelnde Himmel über dem Hintersteiner Tal sind einfach zu überwältigend, um den Moment nicht auszukosten. Ein Bad in dem eiskalten Wasser verkneifen wir uns allerdings…

Von Oben zeigt sich, warum der Schrecksee als der schönste See im Allgäu bekannt ist
Blick von der Lahnerscharte auf den Schrecksee
Bei Sonnenuntergang ist der schöne Schrecksee besonders idyllisch
Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Älpelekopf…
Bei Sonnenuntergang ist der schöne Schrecksee besonders idyllisch
Nur das eiskalte Wasser hält uns vom Bad in dem einladenden See ab
Im Allgäu teilt man sich die Wiesen auch mal mit Jungbullen
Mittlerweile teilen wir uns den See nur noch mit paar Kühen
Die Insel im Schrecksee verleiht dem See ein vulkanisches Aussehen
Die Insel im Schrecksee ist eigentlich eine Halbinsel. Bei der Stauung des Sees wurde der Pegel angehoben, so dass sie zu einer Insel wurde.
Am Schrecksee gibt es lediglich eine kleine Alm
Am Schrecksee gibt es keine Einkehrmöglichkeiten
Die Wanderung zum Schrecksee ist sicher eine der schönsten Touren, die das Allgäu zu bieten hat
Die Wanderung zum Prinz-Luitpold-Haus und zum Schrecksee gilt ohne Frage zu den schönsten Touren, die das Allgäu zu bieten hat

Abstieg vom Schrecksee nach Hinterstein

Gemächlich geht es über offene Wiesen, auf denen wir weitere Alpenmurmeltiere entdecken, auf die Geländestufe zu. Recht zügig überwinden wir die exponierte Stelle noch bei ausreichend Licht mithilfe von Drahtseilen. Unglaublich, wie problemlos und schnell das Ganze im Vergleich zu unserer Winterwanderung abläuft. In Serpentinen führt der Weg zur verfallenen Taufersalpe, ab der wir unsere Stirnlampen benötigen. Zwischen den dichten Bäumen ist es mittlerweile so dunkel, dass wir unsere Hand vor Augen nicht mehr sehen. So häufig wir mittlerweile schon in der Dunkelheit gewandert sind und so sehr wir diese mystische Atmosphäre auch mögen – irgendwie bleibt so eine Nachtwanderung doch auch immer etwas unheimlich… Das lange Waldstück mit dem groben Schotter zerrt nach der langen Tour zudem an unseren Nerven.

Als wir endlich das Licht des E-Werks sehen, sind wir erleichtert. Jetzt nur noch ein einfacher vier Kilometer langer Spaziergang auf der Fahrstraße und dem breiten Wanderweg nach Hinterstein und wir haben es geschafft! Während wir mittlerweile leicht apathisch vor uns hinspazieren und den Blick Richtung Himmel schweifen lassen, fallen uns die unzähligen Sternschuppen auf. Ach, dieses Wochenende ziehen doch die Perseiden an uns vorbei! Andächtig setzen wir uns vor das Konstanzer Jägerhaus und beobachten den Sternenhimmel. Abseits der Lichtverschmutzung kann man fast jeden Stern der Milchstraße zählen, während sich der Blutmond langsam in unser Blickfeld schiebt! Passender könnte der Abschluss einer der großartigsten Wanderungen, die das Allgäu zu bieten hat, nicht sein…

Wenn es abends am Schrecksee ruhig wird, kommen die Alpenmurmeltiere raus
Abends trauen sich auch die Alpenmurmeltiere aus ihrem Versteck
Abends wird es ruhig auf der Wanderung vom Schrecksee nach Hinterstein
Wanderung vom Schrecksee zurück nach Hinterstein
Auf dem Abstieg vom Schrecksee nach Hinterstein scheint uns die Sonne ins Gesicht
Sonnenuntergang über dem Hintersteiner Tal
Eine romantische Atmosphäre entfaltet sich, wenn die Sonne über den Almen im Allgäu untergeht
Sonnenuntergang über der Schreckenalm
Wenn die Sonne über Hinterstein untergeht, dann färbt sich der Himmel in den leuchtendsten Farben
Die letzten Höhenmeter müssen wir mithilfe unserer Stirnlampen bezwingen
Im Allgäu ist die Milchstraße und der Blutmond besonders gut zu sehen
Wenn die Perseiden, die Milchstraße und der Blutmond aufeinandertreffen…

Unser Fazit

Die Tour zum Prinz-Luitpold-Haus und zum Schrecksee beinhaltet einfach alles, was wir an Wanderungen lieben. Abwechslungreiche Landschaften, Begegnungen mit Wildtieren, keine Seilbahnen, einsame Höhenwege und trotzdem die Möglichkeit in einer fantastischen Berghütte einzukehren. Ganz ehrlich? Bisher ist diese Tour unser Favorit in den Allgäuer Alpen und dazu hat der selbst in der Hauptsaison wenig begangene Jubiläumsweg deutlich beigetragen. Sicherlich machen die Nutzung des Wanderbusses und die recht weite Strecke die Tour nicht gerade nebensaisontauglich, doch gerade das scheint der Grund für die (relative) Ruhe und Einsamkeit auf dieser Wanderung zu sein! Also, worauf wartet ihr noch? Früh aufstehen, die langen Sommertage nutzen, Lampen einpacken und Naturerlebnisse sammeln!

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