Zelten: Unsere Tipps gegen Insekten und Spinnen im Zelt

Zelten: Unsere Tipps gegen Insekten und Spinnen im Zelt

In Zelten by Naddl3 Comments

Na? Läuft euch schon beim Lesen der Überschrift ein leichter Schauer über den Rücken? Die Vorstellung, sich das Zelt mit einem unliebsamen Käfer oder vielleicht sogar einer Spinne teilen zu müssen, findet nicht jeder verlockend – Naturfreund hin oder her. Und ja, obwohl ich Spinnen in der Natur seltsamerweise nicht ganz so furchterregend wie in unserem Zuhause finde (immerhin geben sie ein klasse Fotomotiv für Makroaufnahmen ab), hatten auch wir schon die eine oder andere Begegnung mit Insekten, bei deren Erinnerung es mich gerade kurz zusammenzucken lässt. Von einigen dieser Begegnungen wollen wir jetzt ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Achtung! Triggerwarnung für Insektenphobiker: der Beitrag enthält auch ein paar Fotos ;). Vor allem aber wollen wir euch ein paar Tipps und Tricks mitgeben, mit denen ihr euer Zelt frei von Insekten haltet, die Anzahl an Krabbeltieren auf eurem Stellplatz oder im Waschhaus minimiert und euch vor allzu großen Überraschungen schützt. Eventuell ist ja sogar etwas für die Menschen dabei, die Spinnen normalerweise todesmutig auf ihre Hand setzen, um sie an einen sicheren Ort zu transportieren. Die soll es ja schließlich auch geben…


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„Stören euch Spinnen und Insekten beim Zelten eigentlich nicht?“

Von vermeintlichen Monster-Spinnen in Deutschland und wahren Monster-Spinnen in Australien

Wenn wir vom Zelten schwärmen, kommen öfter mal Aussagen wie „Ja, das hört sich ja alles super an, aber stören euch die Krabbeltiere und Insekten nicht?“ oder „Uh, das könnte ich ja nicht! Ich hasse Spinnen!“. Ich ringe dann, ehrlich gesagt, ziemlich lange mit einer Antwort. Sofort denke ich daran, wie ich schon mehrmals aufgeregt nach Stefan gerufen habe, weil wieder einmal eine vermeintliche Monster-Spinne über unserem Fernseher hängt, mich buchstäblich beobachtet und offensichtlich nur darauf wartet, mir im nächsten Moment pfeilschnell ins Gesicht zu springen.

Tja, und dann erinnere ich mich an unsere Zeltnächte in Australien – dem Land der wahren Monster-Spinnen. Das klapprige Waschhaus des Walk-In Campsites im Eungella Nationalpark war von oben bis unten mit Spinnweben überzogen und rund um das Waschbecken saßen circa 25 Spinnen in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Größen. Und wir? Wir haben dort seelenruhig unsere Zähne geputzt, als würde es in Australien überhaupt keine tödlichen Trichternetz- oder Rotrückenspinnen geben. Gut, seelenruhig ist jetzt leicht übertrieben, aber hey: ich fand uns ziemlich lässig! Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als wir anschließend im Zelt diese seltsamen gelb-weißen Maden auf Stefans T-Shirt entdeckt haben, aber das ist jetzt wirklich eine andere Geschichte… ;)

Spinne vor Waschhaus auf einem australischen Campingplatz
Spinnen lieben Waschhäuser! Diese hier haben wir auf einem australischen Campingplatz gefunden.

Vielleicht eignet sich Zelten in der Natur ja für eine Desensibilisierung bei Insektenphobien?

Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass man sich nach vier Wochen in der Wildnis einfach an seine tierischen Nachbarn gewöhnt (schließlich akzeptiert man ja auch irgendwann den großkotzigen Klugscheißer von nebenan) oder wir abseits unserer sterilen Gesellschaft schlichtweg unempfindlicher werden, aber irgendwie stören uns Insekten im urbanen Großstadtdschungel deutlich stärker als im echten Dschungel. Tatsache ist: wer in der Natur Zelten geht, wird zwangsläufig Bekanntschaft mit unseren krabbelnden Mitbewohnern machen. Immerhin tummeln sich selbst in Deutschland auf einem Quadratmeter Erdboden bis zu 2000 verschiedene Arten. Ziemlich spannend, oder?

Tierbegegnungen scheinen unser einziges Problem beim Zelten zu sein

Wir waren mittlerweile in fast allen Bedingungen campen. Unser Zelt war mit uns schon in den Tropen oder in der Wüste, stand im Dauerregen, kämpfte tapfer gegen Hurricane Lorenzo und hielt in der Arktis Temperaturen um den Gefrierpunkt aus. Dabei hatten wir jedes Mal mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Wie bekommen wir unsere Kleidung und unsere Haare in Kanada absolut geruchsfrei, damit wir keine Grizzlybären anlocken? Was machen wir, wenn wir nachts in Botswana auf Toilette müssen und es sich ein Löwe neben unserem Zelt gemütlich gemacht hat? Wie erklären wir der Brown Snake im australischen Outback, dass unser warmes Buschbett nur uns gehört?

Ihr merkt schon: eventuelle Tierbegegnungen scheinen irgendwie unser einziges Problem beim Zelten zu sein. Aber genau die machen natürlich auch den Reiz am Camping mit Zelt aus. Genau das wollen wir ja – eins mit der Natur sein, das Wetter und die Tageszeiten spüren und die Geräusche um uns herum wahrnehmen. Eben nicht in einem abgedunkelten, verschlossenen und vermeintlich sicheren Raum liegen, in dem das einzige Geräusch das Surren des Handy-Ladekabels oder des Fernsehers im Standby-Betrieb ist…

Am häufigsten trifft man aber auf die kleinsten Vertreter der Natur

Doch so furchteinflößend ein unerwünschtes Aufeinandertreffen mit Großtieren natürlich sein kann, so selten ist es auch. Am häufigsten und egal wohin man auch reist, kommt man natürlich mit den kleinsten Vertretern der Natur in Kontakt – Spinnen, Käfer, Kellerasseln, Kakerlaken, Würmer, Ameisen, Schlangen, Mücken und Zecken sind nur einige der Arten, die man ziemlich häufig zu Gesicht bekommt. Und witzigerweise scheinen das ja eben auch die Tiere zu sein, die den meisten von uns schlaflose Nächte bereiten oder einige zumindest vom Zelten abhalten.

Spinne in Australien
Auch wenn man sie nicht unbedingt im Zelt haben möchte: Spinnen gehören wohl zu den vielfältigsten und spannendsten Lebewesen unserer Erde

Hier kommen unsere 7 Tipps gegen Insekten und Spinnen beim Zelten!

Wenn ihr zu den Menschen gehört, denen beim Gedanken ans Zelten zuerst die lauernde Gefahr durch Insekten oder Spinnen in den Kopf schießt, dann können wir euch jetzt aber beruhigen. Mit einem guten Moskitonetz und etwas Vorsicht wird euer Zelt absolut insektenfrei bleiben. Versprochen! Zusätzlich gibt es noch ein paar Verhaltensregeln und Tipps, die dabei helfen, die Kontakte mit Krabbeltieren auf eurem Stellplatz oder im Waschhaus auf ein Minimum zu reduzieren. Die verraten wir euch jetzt!

Tipp Nr. 1: Seid die Türsteher vor eurem Zelt! Für Insekten geschlossen!

Zelttür immer (aber wirklich immer) geschlossen halten!

Das ist wahrscheinlich wirklich unser wichtigster Tipp in diesem Blogbeitrag. Ach, okay? Dann könnt ihr gleich weiterscrollen, weil das ja nun wirklich selbstverständlich ist? Wenn wir schreiben „immer geschlossen“ halten, dann meinen wir aber auch wirklich „immer“! Insekten lieben euer warmes Zelt und seine eventuell wohlig-gelb leuchtenden Innenwände so sehr, dass sie nur darauf warten, dass ihr ihnen Einlass gewährt. Mal eben die Isomatte bei offener Zelttür aufpumpen? Lieber nicht im schottischen Midges-Sommer!

Als Ameisen in unser Zelt eingebrochen sind

Und kennt ihr schon unsere Geschichte aus einer unser ersten Italienreisen? Wir waren auf einem Campingplatz bei Rom und wollten abends noch die Stadt erkunden. Als wir nach einer feucht-fröhlichen Nacht auf dem Monte Testaccio wieder zurückkamen, dann die Überraschung: zwischen den beiden Reißverschlüssen der Zelttür hatte sich ein winzig kleiner Spalt gebildet, so dass ein halber Ameisenstaat einbrechen und über unsere Rucksäcke herfallen konnte. Das Deckelfach war schwarz vor lauter Ameisen und der gesamte Inhalt schien sich zu bewegen. Also mussten wir noch in der Nacht die Schlafsäcke und jedes einzelne Kleidungsstück, das sich im Rucksack befand, ausschütteln und auf hartnäckige Kameraden untersuchen. Ganz ehrlich: mich kribbelt es jetzt noch bei dem Gedanken daran! Also denkt daran: Zelttür immer akribisch und wirklich so schnell es geht verschließen! ;)

Löcher im Moskitonetz mit Isolierband abkleben

Das gleiche gilt natürlich für Löcher im Moskitonetz. Mit Isolierband* könnt ihr kleine Beschädigungen schnell und einfach reparieren!

Licht aus beim Zelt betreten

Tatsächlich werden Mücken nicht von Licht, wohl aber vom Körpergeruch des Menschen angelockt. Für andere nachtaktive Insekten wie z.B. Motten gilt das aber nicht. Im südafrikanischen Busch lernt man diese Tatsache sehr schnell. Wer dort nachts mit Stirnlampe spaziert, wird erstaunt sein, wie viele Fluginsekten es gibt und vor allem wie zahlreich und pfeilschnell sie auf die Lampe zufliegen – oder in dem Fall: auf eure Stirn… Zelttür öffnen, reinkrabbeln, Schuhe ausziehen, Zelttür schließen – das kostet Zeit! Wer da die Stirnlampe angeschaltet lässt, riskiert einige ungewollte Mitbewohner. Wenn es gar nicht ohne Licht geht, kann man einen Rotfilter an der Stirnlampe verwenden.

Ameisen in Deutschland
Ameisen dringen gerne durch jeden noch so kleinen Spalt – z.B. zwischen Reißverschlüsse am Zelt

Tipp Nr. 2: Vorsicht auf Camping-Toiletten oder im Waschhaus

Insekten und Spinnen lieben Toiletten und Waschhäuser! Kein Wunder, immerhin bieten die feuchten Räume mit ihren gemäßigten Temperaturen den idealen Lebensraum für viele Arten. Spinnen gehen hier deshalb nur allzu gerne auf die Jagd, Kakerlaken und Silberfische sind auf der Suche nach Seifenresten oder Hautschuppen. Der Besuch von einem Plumpsklo oder Waschhäusern auf sehr kleinen Campingplätzen kann deshalb schon mal zu einem echten Abenteuer für Menschen mit Insektenphobie werden.

Insekten aussperren: Waschhaustüren und Klodeckel schließen

Deshalb gilt auch hier: benutzt die Tür! Vor allem, wenn ihr den Raum wieder verlasst. So wird die Zahl der Neuankömmlinge zumindest für den Besucher nach euch überschaubar gehalten. Ähnlich verhält es sich mit dem Toilettendeckel. So rudimentär eine sogenannte Bush-Toilette auch sein kann, fast jede hat einen Klodeckel. Auch wenn viele zu glauben scheinen, dass es sich dabei eher um ein überflüssiges Dekoaccessoire handelt: auf Plumpsklos dient er nicht nur, um der Geruchsbelästigung entgegen zu wirken. Er ist auch ein äußerst nützliches Tool, um die Anzahl an Insekten, die gerne unter der Toilettenbrille oder im Abflussrohr sitzen, so gering wie möglich zu halten!

Toilette am Parkplatz an der Sitoälvsbron
Auch in Busch- oder Wildnistoiletten sollte man auf Sauberkeit achten und vor allem den Klodeckel und die Tür schließen!

Licht und Wasser sparen

In Waschhäusern solltet ihr zudem versuchen, das Licht nach eurem Besuch auszuschalten (ihr wisst schon: die nachtaktiven Fluginsekten) und den Raum möglichst trocken zu halten. Ein schöner Nebeneffekt: das spart Strom und Wasser!

Stirnlampe beim Toilettenbesuch

Solltet ihr auf Campingplätzen ohne Strom unterwegs sein, dann empfiehlt sich die Mitnahme einer guten Stirnlampe. Auch tagsüber sind Bush-Toiletten meistens absolut dunkel. Da kann es schon beruhigend sein, sich zuvor einen kurzen Überblick zu verschaffen. Für den Toilettengang empfiehlt sich dann allerdings, die Lampe auszuschalten. Viele Insekten suchen nämlich das Licht und wenn die einzige Quelle auf eurer Stirn sitzt… naja, ihr könnt es euch vorstellen. Taschenlampen haben sich bei uns nicht bewährt, da man in Plumpsklos häufig keine sauberen Abstellflächen für sie findet. Eine unvorsichtige Bewegung und die Lampe liegt da, wo sie niemand jemals rausholen möchte… ;)

Skorpion in einem Waschhaus in Utah beim Camping
Dieser Skorpion saß in einem Waschhaus auf einem Campingplatz in Utah

Tipp Nr. 3: So vermeidet ihr Insekten und Spinnen in euren Schuhen!

Schuhe draußen oder drinnen lagern?

„Und wohin jetzt mit den Schuhen?“ Da ist es ein bisschen wie bei der Wahl zwischen Pest und Cholera: dreckige oder nasse Schuhe im Zelt versus Krabbeltiere, die draußen nach einem Unterschlupf suchen. Wenn unsere Schuhe sauber sind, nehmen wir sie meistens mit ins Zelt – so dienen sie nicht als Insektenhotel und bleiben auch weiterhin trocken. Waren wir aber vorher auf matschigen Wegen unterwegs, lagern wir sie draußen unter der Apside. Gerade bei langen Touren in kalten, feuchten Gebieten, versuchen wir das Innere unseres Zeltes möglichst trocken zu halten.

Als meine Schuhe zum Spinnenhotel wurden…

So war das auch in Schottland, als wir im Dauerregen unser Zelt neben einem Moor aufgebaut hatten. Ohne großartig nachzudenken, ließ ich meine Wanderschuhe über Nacht draußen stehen. Als ich morgens wieder hineinschlüpfen wollte, klopfte ich sie vorher mehrmals auf den Boden (eine kleine Angewohnheit aus Ländern wie Afrika, in denen es viele Skorpione gibt). Wirklich ernsthaft mit einem kleinen Untermieter gerechnet hatte ich allerdings nicht. Aber was war das? Ein kleiner Faden? Oder nur ein Fussel? Ich hielt den Stiefel dicht vor meine Nase und schaute angestrengt in den dunklen Zehenbereich. Was solls? Wird schon nix sein! Beherzt griff ich hinein (fragt mich nicht wieso!?), um im nächsten Augenblick von einer riesigen Hauswinkelspinne überrascht zu werden, die pfeilschnell aus ihrem nächtlichen Versteck über meinen Arm schoss. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich erschrocken habe! Der Stiefel ist auf jeden Fall in hohem Bogen durch die Apside geflogen. Ja, ich weiß… Hauswinkelspinnen sind absolut harmlos! Aber kennt ihr diese Clips, in denen man gefühlt stundenlang einem kleinen Mädchen beim Klavierspielen zuschaut, nur um in der nächsten Sekunde von einem Horrorclown erschreckt zu werden?

Schuhe draußen vor dem Zelt lieber abdecken

Das war der Moment, in dem wir eine neue Taktik austüftelten. Mittlerweile stülpen wir unsere Wandersocken über den Schaft der Schuhe, wenn wir sie draußen vor dem Zelt stehen lassen. So werden die Socken auch gleich gelüftet und dienen als Barriere für Insekten und Spinnen.

Schuhe morgens ausklopfen

Ein Footprint (eine Zeltunterlage) unter der Apside minimiert die Anzahl der krabbelnden Gäste zusätzlich. Ach ja: und obwohl sich Hauswinkelspinnen davon offensichtlich wenig beeindrucken lassen, kann das morgendliche Ausklopfen der Schuhe helfen, den einen oder anderen Untermieter wieder loszuwerden!

Riesenkrabbenspinne in der Türkei
Riesenkrabbenspinne in einer Campingdusche in der Türkei

Tipp Nr. 4: So werdet ihr Mücken am Zelt los!

Midges – klein aber fies

Wer bisher gedacht hat, dass Mücken ein lästiges Phänomen von lauen Sommerabenden sind, den müssen wir jetzt enttäuschen. Die vielleicht schlimmste der harmlosen Mückenarten lebt in eher gemäßigteren Regionen wie z.B. Schottland. Die winzig kleinen Midges (in Neuseeland und Australien auch als Sandflys bekannt) treten in solchen Scharen auf, dass sie auf nackter Haut auch schon mal mit einem Kleidungsstück verwechselt werden können. Ihre Bisse lösen dabei häufig allergische Reaktionen aus, die recht lange anhalten und für den einzelnen sehr unangenehm sein können. Sinnvoll sind häufig Mückennetze für den Kopf und spezielle Abwehrmittel. Achtet bei Reisen in solche Gebiete unbedingt darauf, dass euer Mückennetz am Zelt sehr engmaschig und intakt ist. Midges sind nur 2 mm lang und schlüpfen durch jede noch so kleine Ritze!

Die Kunst gar nicht erst gestochen zu werden: von Malaria und anderen Gemeinheiten

In anderen Ländern (z.B. in Afrika oder Südostasien) sind Mücken Überträger gefährlicher Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber. Neben einer Malaria-Prophylaxe ist das beste Mittel immer noch, gar nicht erst gestochen zu werden. Lange, helle Kleidung und Mückenschutzmittel sind dabei die bekanntesten Lösungen. Weitere Informationen, wie zum Beispiel eine Liste mit den besten Insektenschutzmitteln, findet ihr auf der Homepage vom Tropeninstitut. Parfümierte Shampoos, Seifen und Duschgele (aber leider auch Körperschweiß) locken zudem nicht nur Grizzlybären, sondern auch Stechmücken an. Versucht euch nach anstrengenden Tagen mit milden, parfümfreien Seifen zu waschen.

Ein Lagerfeuer im Sommer: ohne Mücken vor dem Zelt entspannen

Um abends noch entspannt vor dem Zelt sitzen zu können, empfiehlt sich ein Lagerfeuer oder zumindest der Einsatz von Citronella-Windlichtern*. Sie haben eine recht lange Brenndauer, sorgen für ein warmes, gemütliches Licht und vertreiben die ein oder andere Stechmücke. Auf Smarticular findet ihr ein Rezept, wie man Citronella-Kerzen selber herstellen kann. Zusätzlich solltet ihr Wasseransammlungen rund um euer Camp vermeiden, da Mücken dort gerne ihre Eier ablegen!

Und was ist, wenn die Mücken schon im Zelt sind?

Nicht immer kann man verhindern, dass Mücken ins Zelt eindringen. Unser Dachzelt in Namibia war z.B. nur einwandig – anstatt unserem gewohnten Innenzelt mit Mückenschutz gab es ein paar große Ritzen. Falls ihr ebenfalls vorhabt, euch ein Fahrzeug mit Dachzelt zu mieten, können wir euch also die Mitnahme von einem zusätzlichem Mückennetz empfehlen (vor allem in Malaria-Gebieten)! Da wir daran aber leider nicht gedacht hatten, mussten wir uns den Schlafraum wohl oder übel mit den kleinen Fieslingen teilen. Auch wenn wir beide normalerweise einen guten Schlaf haben: das permanente Summen der Mücken direkt an unserem Ohr war wirklich nervtötend. Hier kann ein Gehörschutz Abhilfe schaffen! Es ist zwar verlockend, die ungebetenen Gäste an eurer Zeltwand zu zerquetschen, aber effizienter könnt ihr sie mit einem Isolierband aufnehmen. Das hat ein guter Zeltcamper sowieso immer dabei! ;)

Skorpion im Khao Sok Nationalpark in Thailand
Skorpion im Khao Sok Nationalpark in Thailand

Tipp Nr. 5 Behaltet euer Umfeld im Blick!

„Three ants in the ear“

Hätte ich diesen Tipp früher selbst beherzigt, hätte ich meiner Auslandskrankenversicherung nicht in einer langen Mail erklären müssen, weshalb mir ein südafrikanischer Arzt wortwörtlich „three ants in the ear“ entfernen musste. Damals hatte ich mich nämlich kurz vor unserer dreitägigen Walk-Safari im Krüger Nationalpark auf eine Bank gelegt, die blöderweise schon von einer Ameisenkolonie belegt war. Zwei Minuten später merkte ich, wie etwas über mein Gesicht krabbelte, streifte es weg und schwups – knabberte es in meinem Ohr herum… „Es“ hat sich hinterher als drei (!) Ameisen herausgestellt, die verzweifelt einen Weg aus meinem Innenohr nach draußen gesucht und dabei panisch in mein Trommelfell gebissen haben. Das Gefühl und vor allem das Geräusch waren unglaublich unangenehm – so sehr, dass ich einen Arzt aufsuchen musste, der mir die drei kleinen Eumel aus dem Ohr spülte. „Look at this! Three in one row! Can you see the stitches?“ fragte er Stefan begeistert, während sie abwechselnd mit einer beleuchteten Lupe in mein Ohr schauten.

Ihr denkt jetzt, dass ich mich offensichtlich ziemlich doof anstelle? Vielleicht zu recht, allerdings hat uns der Arzt versichert, dass sie solche Fälle ständig in ihrer Praxis haben! Gut, dann war da auch noch dieser kleine Skarabäus, der sich in Marokko in meinem Gesichtshandtuch verfangen hatte, aber… ach, lassen wir das lieber, bevor meine kleine Ausrede unglaubwürdig klingt. ;)

Grüne Ameisen in Australien
Bekannt aus dem Dschungelcamp auf RTL: grüne Ameisen in Australien

Lieber nicht in dunkle Ecken fassen oder warum Stefan keine Taranteln mehr mag

Damit mir aber nicht andauernd irgendein Arzt irgendein Insekt aus irgendeinem Körperteil spülen muss, achte ich mittlerweile einfach ein bisschen mehr auf mein Umfeld. Ein Ameisenhaufen? Kein guter Stellplatz für euer Zelt! Das Handtuch hing zum Trockenen draußen? Lieber nochmal ausschütteln, bevor ihr es verwendet! Auf eine Bank legen? Seid ihr die einzigen Lebewesen mit dieser Idee? In Löcher, Rohre oder dunkle Ecken fassen? Vielleicht vorher doch nochmal ganz kurz reinleuchten? Eventuell wäre Stefan dann auch die Tarantel erspart geblieben, die im Zion Nationalpark über seine Hand krabbelte, als er den Grillrost bewegen wollte.

Tarantel auf Campingplatz im Zion Nationalpark in Utah
Diese Tarantel ist Stefan auf einem Campingplatz im Zion Nationalpark über die Hand gekrabbelt. Das Foto ist kurz danach entstanden, als sich der erste Schreck wieder gelegt hatte… ;)
Baby-Taranteln in einem Rohr
Okay, und was ist das? Dieses Gewusel aus Haaren und Beinchen sind unzählige Baby-Taranteln, die in einem Abflussrohr in Costa Rica sitzen. Die schwarzen großen Beine in Hintergrund gehören der Mama.

Tipp Nr. 6: Vorsicht beim Zeltabbau!

Wer öfters zelten geht, kennt es: irgendwie scheinen sich sämtliche Insekten im Umkreis von 1km auf dem Zelt, zwischen den Wänden oder auf den Heringen versammelt zu haben. Ein kleines Get-together des Who´s Who der Krabbeltiere sozusagen… Das liegt daran, dass Insekten sich ebenfalls gerne vor Wind und Regen schützen und zudem die meist hellen Farben des Zeltes als ziemlich schick empfinden.

Klopftechnik oder doch lieber Handbesen?

Vielleicht habt ihr ja eine*n unerschrockenen Campingpartner*in, die/der die Tiere vorsichtig für euch umsetzt. Allen anderen empfehlen wir, sämtliche Zelttüren zu schließen und dann zuerst das Außenzelt abzuklopfen, bevor es abgezogen und ausgeschüttelt wird. Das gleiche gilt für das Innenzelt. Oder ihr streift die kleinen Tiere vorsichtig mit einem Handbesen ab.

Die Wahl der Zeltfarbe kann Einfluss auf die Beliebtheit bei Insekten haben

Einige eingefleischte Camper behaupten übrigens, dass sich Käfer am liebsten auf gelben und orangenen Zelten niederlassen. Eventuell sollten Insektenphobiker diesen Aspekt bei der Wahl der Zeltfarbe beachten. Wir hatten bisher schon weiß-rote und gelb-grüne Zelte im Gebrauch und können die Aussage nicht wirklich bestätigen, aber wer weiß? Einen Versuch ist es vielleicht wert?

Auch kleine Schlangen verstecken sich hin und wieder gerne mal unter der Apside
Auch kleine Schlangen verstecken sich hin und wieder gerne mal unter der Apside. Die hier saß auf einem Campingplatz in Costa Rica.

Tipp Nr. 7: Achtet auf die Hygiene beim Zelten

Nicht nur Wildtiere wie Füchse, Waschbären oder Wölfe schleichen nachts auf der Suche nach offenen Lebensmitteln oder Abfällen um euer Zelt herum. Besonders Wespen, Fruchtfliegen, Kakerlaken und Ameisen haben nach ein paar Stunden ausgekundschaftet, dass es bei euch „etwas zu holen“ gibt.

Haltet euer Camp sauber

Haltet euer Camp deshalb möglichst sauber. Verschließt die Lebensmittel und Abfälle entweder in eurem Auto, in der Campingküche (dort gibt es auch manchmal Kühlschränke) oder in Plastikcontainern*. Ein kleiner Tipp: wenn wir einen Roadtrip mit dem Zelt machen, benutzen wir mittlerweile kleinere stapelbare Plastikcontainer* zum Aufbewahren unserer Lebensmittel im Kofferraum. So werden sie weder zerquetscht, noch kullern sie unkontrolliert durch die Gegend. Sollte doch mal etwas auslaufen, dann verteilt sich der Dreck zudem nicht im ganzen Kofferraum.

Wohin mit dem Müll?

Beim Trekking hat sich dieser verschließbare, wasserfeste Abfallsack von Sea to Summit* bewährt. In ihm könnt ihr euren Abfall geruchsfrei in den Apsiden lagern oder am Rucksack transportieren. Mit einem kleinen Karabiner könnt ihr ihn an den Zeltleinen vor Wildtieren schützen oder eben außen an eurem Rucksack befestigen. Lebensmittel lagern wir beim Trekking in Allzweckbeutel mit Reißverschluss*.

So lästig es auch ist: Geschirr am besten sofort abwaschen!

So lästig es auch manchmal sein kann: versucht euer Geschirr sofort abzuspülen. Dreckiges Geschirr lockt Tiere genauso an wie Abfall. Positiver Nebeneffekt: die Lebensmittelreste trocken nicht an und lassen sich frisch deutlich leichter entfernen. Lebensmittel, dreckiges Geschirr oder Abfälle offen im Zelt zu lassen ist keine gute Idee, wenn ihr a) einen Einbruch durch Großtiere vermeiden wollt oder b) euch das Zelt nicht mit Ameisen teilen wollt, die gerne jede noch so kleine Ritze in eurem Mückennetz ausfindig machen, um an ein paar Essensreste zu gelangen! Das gleiche gilt für übel riechende Kleidung, die ebenfalls am besten in Packsäcken gelagert wird.

Afrikanische Radspinne
Afrikanische Radspinne in Namibia

Fazit: Unsere Tipps gegen Insekten und Spinnen im Zelt

Super-toughe Abenteurer*innen werden bei den meisten Geschichten und Tipps natürlich belustigt mit den Augen rollen. Es ist sicherlich noch niemand gestorben, weil er eine Spinne umsetzen musste… ;)

Dennoch gibt es vielleicht den einen oder anderen, der gerne mit dem Zelten anfangen würde oder den nächsten Schritt Richtung Trekking- oder Dschungeltour gehen möchte, sich aber noch vor möglichen Begegnungen mit Spinnen und anderen Insekten scheut. All diejenigen möchten wir gerne etwas beruhigen. Ihr werdet sicher das ein oder andere interessante Krabbeltier sehen. Schaut es euch an, erfreut euch dran und macht Fotos – das ist Natur! Wir versprechen euch aber, dass euer Zelt mit unseren Tipps ein insektenfreier Ort bleibt, der nur euch gehört. Eure Isomatte, euer Schlafsack, eure vier Wände – besser und vielleicht auch sauberer als jedes Hotelzimmer!

>> Ihr braucht noch eine Packliste für das Zelten aus dem Campingplatz? In diesem Beitrag stellen wir euch unsere Ausrüstung vor und helfen euch beim stressfreien Packen! :)

>> Ihr habt Lust auf eine Trekkingtour mit Zelt? Wie wäre er mit dieser dreitägigen Wanderung auf den Gipfel des Skierffe in Schwedisch-Lappland?

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Comments

  1. Pingback: Regenwald: Vom Umgang mit Insekten

  2. Ihr Lieben, wie schon auf FB mitgeteilt: Da habt Ihr schon eine krasse Sammlung en Tierchen gesehen, zumindest außerhalb des Zelts. Bei uns waren es immer einmal wieder Ameisen (nicht zu knapp), Minispinnen, die auszuhalten waren und eben schwarze Ekelwürmer auf den Azoren, die uns wachkitzelten (sehr lecker). Aber wie Ihr schon meint: Reißverschluss immer geschlossen halten, wenn man sich auch noch so sicher fühlt… Viele Grüße von Gabi und Michael!

    1. Author

      Hallo ihr Zwei,
      also, das mit den schwarzen Würmern ist wirklich keine schöne Vorstellung.
      Tatsächlich hatten wir bis auf den Ameisen-Einbruch (und der war ja interessanterweise auf einem stinknormalen Campingplatz in Italien) eigentlich immer ein insektenfreies Zelt (dem Reißverschluss sei dank ;)). Ich denke, mit den anderen Begegnungen muss man auf Reisen in die Natur wohl oder übel rechnen – egal ob mit oder ohne Zelt. Als wir mal für eine Nacht einen Bekannten in einem ziemlich abgerockten Hostel in Sidney besucht haben, war unser Zimmer voll von kleinen Kakerlaken.. Da hätte ich zu gerne spontan unser Zelt auf dem Strand aufgebaut. ;)
      LG, Nadine

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