Hidden Lake im Glacier NP

Berge, Seen und Bären – Glacier Nationalpark (USA)

In Amerika, USA by Naddl1 Comment

Glacier Nationalpark – schon der Name des Schutzgebietes verspricht weiß-blaue Gletscher, spielende Bärenfamilien und atemberaubende Bergseen. Seinen Namen verdankt der Park aber nicht den heute im Park liegenden Gletschern, sondern der durch Vergletscherung während der Eiszeit geprägten Landschaft. Zwar besitzt der Park aktuell noch 37 Gletscher, doch auch deren Fläche geht infolge des Klimawandels und der weltweiten Gletscherschmelze massiv zurück. Zusammen mit dem Waterton Lakes Nationalpark in Kanada wurde er 1932 zum weltweit ersten grenzüberschreitenden Naturschutzgebiet erklärt. 1995 bekam der Waterton-Glacier International Peace Park schließlich den Status des UNESCO Weltnaturerbes.

Nachdem wir vom Waterton Lakes Nationalpark in Kanada noch ganz geflasht sind, freuen wir uns riesig auf den Glacier Nationalpark in den USA. Werden wir hier endlich auf Bären treffen? Apropos Kanada: nicht verwechseln sollte man den Park in den USA mit dem Glacier Nationalpark in British Columbia, Kanada. Etwas, dass uns bei unserer anfänglichen Reiseplanung fast passiert wäre. Damit bei eurem nächsten Besuch des Glacier Nationalparks alles rund läuft, versorgen wir euch im folgenden Blogbeitrag mit allen wichtigen Informationen. Was für Landschaften bietet der Park? Welche Tiere leben hier? Wo könnt ihr zelten? Begleitet uns auf unseren Wanderungen zum wunderschönen Hidden Lake, dem Postkartenmotiv Montanas und zum Gletschersee Avalanche Lake, der gleich von mehreren Waserfällen gespeist wird. Außerdem durchqueren wir den Park von Ost nach West mit zahlreichen Fotostopps auf der sagenumwobenen Going-to-the-Sun Road.

Eingangsschild vom Glacier NP

Fakten

  • Der Glacier Nationalpark liegt im Bundesstaat Montana.
  • Die Region ist stark von den hohen Gipfeln der zentralen Rocky Mountains geprägt, an dessen Ostflanke das Schutzgebiet grenzt.
  • Im Park liegt der Triple Divide Peak (2433 m). An seinem Fuß treffen sich die Einzugsgebiete des Atlantischen Ozeans über das Missouri-Mississippi-Flusssystem und den Golf von Mexiko, des Pazifischen Ozeans über den Columbia River und des Arktischen Ozeans über den Saskatchewan River und die Hudson Bay. Dieser Wasserscheidepunkt und seine Funktion als Scheitelpunkt Nordamerikas verlieh dem Park und der Region den Namen Crown of the Continent (Krone des Kontinents).
  • Mount Cleveland ist mit 3190 m der höchste Punkt des Parks, während der tiefste Punkt mit 960 m am Zusammenfluss von North Fork und Middle Fork liegt.
  • Eine Besonderheit des Glacier Nationalparks sind seine von Gletschern ausgeschliffenen Trogtäler mit den über 750 (!) Seen, von denen nur 131 einen offiziellen Namen haben. Zu den größten Seen des Parks zählen der Lake McDonald, der Two Medicine Lake, St. Mary Lake, der Lake Sherburne und der Südteil des grenzüberschreitenden Upper Waterton Lake.
  • Extreme Temperaturunterschiede sind ein weiteres Merkmal, dass das Gebiet auszeichnet. So betrug die höchste gemessene Temperatur +47 °C und die niedrigste gemessene Temperatur -57 °C. Auch innerhalb eines Tages kann das Wetter schnell umschlagen und die Temperatur rasant in Extrembereiche schnellen.
  • Die Ökosysteme der Region gelten als weitgehend unberührt von menschlichen Eingriffen. Soweit bekannt, sind seit dem Jahr 1492, das als Referenzpunkt für europäische Einflüsse in Amerika gilt (yeap, Columbus und so!), lediglich drei Tierarten (Amerikanische Bison, Gabelbock und Swift-Fuchs) im Gebiet ausgestorben.
  • Der Park dient wegen seiner langen Forschungsgeschichte als Referenzgebiet für die Erforschung der Klimageschichte und der globalen Erwärmung.
  • Auch im Glacier Nationalpark zeigt die weltweite Gletscherschmelze durch die globale Klimaerwärmung Auswirkungen. Gab es Ende des 19. Jahrhunderts noch 150 Gletscher mit mehr als 25 ha Fläche, waren es 2015 nur noch 26 Gletscher. Forscher vermuten, dass 2030 die Gletscher des Parks komplett abgeschmolzen sein werden

Hidden Lake Overlook im Glacier Nationalpark

Die Pflanzenwelt des Parks

Glacier Nationalpark besitzt mit seinen Prärien, den Feuchtgebieten, Wäldern und Höhenlagen vielfältige Ökosysteme, in denen über 1130 Pflanzenarten nachgewiesen wurden. Besonders häufig findet man hier die Amerikanische Zitterpappel, Gelbkiefern, Douglasien, Küstenkiefern, Riesenlebensbäume, Hemlocktannen, Engelmannfichten, Felsengebirgstannen und die Westamerikanische Lärche. Das Bärengras wurde als Symbolpflanze des Glacier Nationalparks ausgewählt. Im Herbst verleihen die zahlreichen Lärchen dem Park einen leuchtend gelben Farbton. Oberhalb der Baumgrenze (2300 m) findet man verschiedene Weidenarten, Heidekraut, Akeleien, Hahnenfußgewächse und sogar Schneealgen (auch Blutschnee genannt).

Indian Summer im Glacier NP

Die Wildtiere des Glacier Nationalparks

Insgesamt leben im Glacier Nationalpark über 70 Säugetierarten und rund 250 Vogelarten. Fünf Arten des Gebietes (Weißkopfseeadler, Timberwolf, Grizzly Bär, Kanadischer Luchs und Stierforelle) sind nach dem Endangered Species Act als „gefährdet“ eingestuft. Die Anzahl der im Park lebenden Grizzlybären ist nicht exakt bekannt, wird aber auf ungefähr 350 geschätzt. Die Zahl der Amerikanischen Schwarzbären ist mit mindestens 800 Tieren bedeutend höher. Bären findet man eher in höheren Lagen, während die größten Jäger der Prärien Kojoten, Wölfe und Pumas darstellen. Auf unserer Wanderung zum Hidden Lake hatten wir das Glück, sehr lange von einem Kojoten begleitet zu werden – ein atemberaubendes Erlebnis!

Weitere interessante Bewohner des Parks sind der Silberdachs, der Präriehase, der Kanadische Luchs, Weißwedelhirsche, Maultierhirsche, Wapitis und Elche. Die Amerikanische Zwergspitzmaus ist das kleinste Säugetier im Schutzgebiet. Mit etwas Glück entdeckt man zudem diverse Hörnchen, Waschbären, Mader, Vielfraße, Biber, Fischotter, den Nordamerikanischen Baumstachler oder Schneeschuhhasen. In den alpinen Gefilden leben das Eisgraue Murmeltier, der süße Amerikanische Pfeifhase (Pikas), sowie die Schneeziege und das Dickhornschaf. Die schönen Schneeziegen konnten wir am Besucherzentrum am Logan Pass beobachten.

Häufigere Greifvögel sind mehrere Arten Falken, Bussarde und der Hudsonweihe. Die Seen bieten Lebensraum für Weißkopfseeadler und Fischadler. Im Herbst versammeln sich zur Laichzeit des Rotlachs hunderte Weißkopfseeadler am Lake McDonald und McDonald Creek im Südwesten des Parks. Andere charakteristische Vögel sind das Felsengebirgshuhn, die Dachsammer und der Kiefernhäher.

Kojote im Glacier NP

Schneeziege im Glacier NP

Bärenfamilie im Glacier NP

Sicherheit

Eine Begegnung mit Bären ist ein einmaliges Erlebnis, sofern das Treffen für beide Seiten nicht allzu überraschend geschieht. Aus dem Grund sollte Bear Spray auf Wanderungen mitgeführt werden. Außerdem gelten die gleichen Verhaltensregeln wie in allen Bear Countries: in einsamen Gegenden Geräusche machen, schnelles Rennen vermeiden, Essen separat und sicher aufbewahren, bevorzugt in Gruppen wandern und nach Bärenspuren Ausschau halten. Beim Camping unbedingt Essen und parfümierte Kosmetika in den Bärenkästen verstauen, Nahrungsmittel niemals unbeaufsichtigt lassen, Müll ordnungsgemäß entsorgen und auch hier das Camp nach Bärenspuren absuchen.

Für den Fall der Fälle hat der Nationalparkservice einige hilfreiche Tipps zusammengestellt. Des Weiteren gilt die Regel, zu Wildtieren (egal welcher Art) immer genügend Abstand zu halten. Bei Bären und Wölfen entspricht der empfohlene Abstand 100 Yards (91.4 m), bei allen anderen Tieren 25 Yards (23 m). Durch die extremen Temperaturunterschiede im Glacier Nationalpark besteht ein hohes Risiko für Unterkühlungen. Daher sollte IMMER (auch im Sommer) Wetterschutzkleidung mitgeführt werden. Selbst im Juli/August muss mit Schnee in den Hochlagen gerechnet werden. Ansonsten gelten natürlich die üblichen alpinen Gefahren!

Bärenwarnung am St. Mary Campsite im Glacier NP

Landschaftliche Highlights im Glacier Nationalpark

Going-to-the-Sun Road

Die sagenumwobene Going-to-the-Sun Road zählt zu einer der eindrucksvollsten Gebirgsstrecken Nordamerikas. Die Straße wurde von 1921-1933 erbaut, um den Besuchern nicht nur per Pferd oder zu Fuß den Zugang zum Hochgebirge zu ermöglichen. Sie ist knapp 85 km lang und verbindet die Ost- mit der Westseite des Glacier Nationalparks. Von der Straße zweigen unzählige Wanderwege ab. Zudem führt sie über den 2026 m hohen Logan Pass mit dem beliebten Besucherzentrum und an den größten Seen der Region vorbei. Bis Mitte Juni versperrt Schnee die Going-to-the-Sun Road, spätestens ab Oktober muss dann wieder mit erneuten schneebedingten Sperrungen gerechnet werden. Achtung, die Straße ist nur für Wohnmobile kürzer als 6,4 m und schmaler als 2,4 m zugelassen. Doch selbst für kleinere Fahrzeuge kann die Fahrt durch überhängende Felsen recht anspruchsvoll werden.

Der Großteil von Glacier Park wird immer nur auf Pfaden zugänglich sein […] Erlauben wir keinen Wettbewerb anderer Straßen mit der Going-to-the-Sun [Road]. Sie soll unangefochten und einmalig stehen.Horace Albright

Going-to-the-Sun Road im Glacier NP

Going-to-the-Sun Road im Glacier NP

Saint Mary Lake

Wir befahren den Park von Saint Mary aus, wo wir einen ersten Stopp im Besucherzentrum einlegen und uns dann recht zügig einen Stellplatz im schönen St. Mary Campground sichern. Der auf 1,367 m liegende Saint Mary Lake ist nach dem Lake McDonald der zweitgrößte See im Glacier Nationalpark und mit seiner kleinen Wild Goose Island ein berühmtes Fotomotiv. Bei Sonnenuntergang erstrahlen die hohen schroffen Felswände vom 2908 m hohen Little Chief Mountain oft in einem spektakulären Goldton. Allen, die den See ausgiebiger erkunden wollen, sei der 4,7 km lange St. Mary und Virgina Falls Trail empfohlen.

St. Mary Lake im Glacier NP

St. Mary Lake im Glacier NP

St. Mary Lake im Glacier NP

Bären

Als wir ein kleines Stück weiter am See entlang fahren passiert es endlich! Nach drei Wochen Kanada sehen wir unsere erste Bärenfamilie! Friedlich spielen sie an einem Hang weit oberhalb der Going-to-the-Sun Road (für unseren Geschmack jedoch zu nah an unserem Campingplatz). Hier aus der Entfernung ist es allerdings ein großartiges Erlebnis diese imposanten Tiere so ungestört beobachten zu können. Leider besitzen wir zu dem jetzigen Moment noch kein Teleobjektiv, so dass ihr euch mit diesen sehr unscharfen schwarzen Punkten begnügen müsst! Trotzdem – uns reichen die Fotos, um diesen einmaligen Moment nicht so schnell wieder zu vergessen…

Bärenfamilie im Glacier NP

Logan Pass

Nach einer ruhigen Nacht ohne Bärenbesuche wollen wir unseren Trip Richtung Westen weiter fortsetzen. Das Frühstück fällt dank den extrem kalten Temperaturen etwas spärlicher aus als geplant. Unser Zelt, unser Auto und die Picknicktische sind mit einer dicken Eisschicht überzogen. Vom Saint Mary Lake steigt die Going-to-the-Sun Road langsam an bis zu seinem höchsten Punkt, dem Logan Pass auf 2026 m. Der kleine Parkplatz füllt sich meistens recht schnell, so dass ein früher Besuch von Vorteil sein kann. Hier liegt auch das berühmte Besucherzentrum, das eine interessante Ausstellung über die Natur und Wildtiere des Glacier Nationalparks bietet.

Vom Logan Pass aus hat man sehr gute Chancen Wildtiere beobachten zu können. Direkt neben dem Besucherzentrum sehen wir zwei Schneeziegen beim Grasen. Sie sind hier sehr häufig gesehene Besucher und haben sich an die sommerlichen Menschenmassen rund um den Logan Pass gewöhnt. Vom Pass starten mehrere Wanderwege in die umliegende grandiose Natur des Parks. Im folgenden stellen wir euch den Hidden Lake Nature Trail vor, der, wie der Name schon vermuten lässt, zu dem berühmten Postkartenmotiv Hidden Lake führt. Andere beliebte Wanderwege am Logan Pass sind der 60,8 Kilometer lange, schwierige Highline Trail, der 10,8 km lange Haystack Butt Trail und der 3,4 km lange Mount Oberlin Trail.

Saint Mary Campground im Glacier Nationalpark

Provisorisches Frühstück

Schneeziegen im Glacier NP

Hidden Lake Nature Trail

Dieser insgesamt 7,9 Kilometer lange Wanderweg führt uns zum smaragdgrünen Hidden Lake und zurück. Durch seine Farbe, die kleinen Inseln und die hohen, meist schneebedeckten Felswände, die ihn einrahmen, ist er eines der bekanntesten Postkartenmotive aus Montana. Wir starten an der westlichen Seite vom Logan Pass Visitor Center am Hanging Gardens Trailhead. Zum Schutz der fragilen Natur und Feuchtgebiete führt die Wanderung den ersten Kilometer über Holzstege und Stufen und ist deshalb auch für Kinder und ungeübte Wanderer geeignet. Die Wanderung bietet schon zu Beginn grandiose Ausblicke auf den 2670 m hohen Clements Mountain und die Garden Wall. Nach Verlassen des Holzsteges wandern wir weiter Richtung Bearhat Mountain. Links von uns liegen die beiden Berge Mt. Reynolds und Heavy Runner Mountain. Davor erstrecken sich bunte Wiesen mit Wildblumen und kleinen Teichen.

Während meine Blicke über die bunten Graslandschaften streifen, sehe ich einen Hund. Einen Hund? Moment, die sind doch auf den Trails gar nicht erlaubt? Ein weiterer prüfender Blick und wir sind uns sicher: das ist ein Kojote! Unbeirrt folgt uns das schöne Tier fast 30 min lang auf dem Weg zum Hidden Lake. Oft bleibt er stehen und spitzt seine Ohren, um dann im nächsten Moment blitzschnell mit allen Vieren voraus auf vermeintliche Beute zu springen. Nie hätten wir gedacht, dass wir auf einem doch recht stark frequentierten Weg wie dem Hidden Lake Nature Trail einen Kojoten oder andere Wildtiere so ungestört beobachten können.

1,9 Kilomenter nach dem Trailhead erreichen wir schließlich die Kontinentale Wasserscheide. Von hier fließen Schnee und Regen des Parks in den Pazifischen Ozean. Kurz danach erreichen wir den Hidden Lake Overlook, von dem wir einen atemberaubenden Panoramablick auf den See und seine umliegende Bergwelt bekommen. Besonders hervor sticht der dahinterliegende 2684 m hohe Bearhat Mountain mit seinen schneebedeckten Felswänden. Von diesem Aussichtspunkt lohnt es sich nach Wildtieren Ausschau zu halten. Schneeziegen, Dickhornschafe, Murmeltiere, Wölfe und sogar Grizzly Bären können hier hin und wieder beobachtet werden. Für alle, die den Hidden Lake direkt besuchen möchten, führt der Trail weitere 2,4 km steil und unwegsam zum Ufer des Sees herab.

Hidden Lake Nature Trail im Glacier NP

Clements Mountain im Glacier NP

Hidden Lake Nature Trail im Glacier NP

Kojote im Glacier NP

Hidden Lake im Glacier NP

Avalanche Lake Trail

Nach dem Besuch des Logan Pass fahren wir weiter auf der Going-to-the-Sun Road Richtung Westen. Kurz vor Lake McDonald halten wir am Avalanche Creek Trailhead, um uns einer weiteren tollen Wanderung im Glacier Nationalpark zu widmen. Wir werden 4,6 km (9,2 km hin und zurück, moderat) zum Avalanche Lake wandern. Ein wunderschöner Gletschersee, der von mehreren Wasserfällen gespeist wird. Seine Umgebung bietet Lebensraum für Hirsche und Bären.

Unser Startpunkt liegt südlich der Avalanche Gorge Fußgängerbrücke am Trail of Cedars Lehrpfad. Hier wandern wir 0,4 km lang durch altes Zedernholz und einen Helmlock-Wald. Der Avalanche Creek rauscht dabei tosend durch den engen ausgewaschenen Avalanche Canyon neben uns. Kurioserweise haben hunderte von Baumstämme das Bachbett fast vollständig blockiert. Auf weiteren 4 km geht es weiter Richtung See. Dabei führt die Wanderung fast ausschließlich durch ein helles, offenes Waldgebiet. Wir sehen zahlreiche Vögel, Bärenspuren (ein Grund weshalb wir am liebsten wieder umkehren würden) und einige Streifenhörnchen. Der See ist sehr flach, die umliegenden Hänge sind jetzt im Herbst bunt gefärbt, einige Baumstämme liegen auf dem Grund, letzte Schneereste schimmern noch auf den Gipfeln und im Hintergrund rauschen mehrere Wasserfälle die Bergwände herab. Wir sind so begeistert von dieser zugleich wilden, aber auch ruhigen Stimmung am See, dass wir noch bis zur gegenüberliegenden Seite zu einem kleinen idyllischen Kiesstrand weiterwandern.

Der Avalanche Lake Trail ist unsere letzte Wanderung im Glacier Nationalpark und so verlassen wir das Schutzgebiet schließlich über den Ausgang in West Glacier hinter dem Lake McDonald.

Avalanche Creek im Glacier NP

Avalanche Creek im Glacier NP

Raupe im Glacier NP

Avalanche Lake im Glacier NP

Streifenhörnchen im Glacier NP (USA)

Many Glacier

Die Region Many Glacier liegt nördlich der Going-to-the-Sun Road und kann nur vom Osten über den Many Glacier Eingang erreicht werden. Am Ufer des großen Swiftcurrent Lake befindet sich eines der wenigen und zugleich das größte Hotel im Park, das Many Glacier Hotel. Die Region ist geprägt durch die hohen Gipfel der Lewis Range. Zahlreiche Wanderwege führen zu den vielen Seen, Wasserfällen und Wäldern des Gebietes.

Eine moderate 15,6 km lange Wanderung (hin und zurück) führt zum Grinnell Glacier, dem am häufigsten fotografierten Gletscher im Glacier Nationalpark und seinem sehenswerten Upper Grinnell Lake. Der 15 km lange (hin und zurück) Iceberg Lake Trail führt zu dem interessanten Iceberg Lake. Seine Besonderheit sind die herumschwimmenden Eisschollen, auf denen man zum Teil sogar stehen kann. Achtung, die Wanderung ist bekannt für häufige Grizzly Bär Sichtungen und wird aus dem Grund hin und wieder gesperrt.

Two Medicine

Die Region Two Medicine liegt im Südosten des Glacier Nationalparks am großen Two Medicine Lake. Bis 1932 war es die meistbesuchteste Region im Schutzgebiet. Neben Chief Mountain gehört das Areal um Two Medicine zu den heiligsten Sektionen der Blackfeet Indianer. Eine schöne und beliebte Wanderung führt um den Two Medicine Lake mit Abstechern zu den Twin Falls, Rockwell Falls und Aster Falls (18,5 km). Hier können öfters Elche beobachtet werden. Andere Wanderungen sind der Scenic Point Hike, die Wanderung zum Upper Two Medicine Lake oder zum Cobalt Lake.

St. Mary Lake im Glacier NP

Andere Aktivitäten

Eine Hauptaktivität im Glacier Nationalpark ist Wandern. Es gibt über 1100 Kilometer Wanderwege, die von kurzen einfachen Wegen bis zu mehrtägigen Touren in der Wildnis reichen. Für nicht allzu bergbegeisterte Besucher verkehren historische Tourenboote aus 1920 auf dem Swiftcurrent Lake oder dem Two Medidine Lake. Außerdem werden sowohl kurze Ausritte als auch mehrtägige Reittouren angeboten. Darüber hinaus gibt es einige für Mountainbikes zugelassene Routen, vielfältige Möglichkeiten zum Fischen und zum Beobachten und Fotografieren von Wildtieren. Des Weiteren bieten zahlreiche Raftingorganisationen Touren auf den reißenden Strömen an.

Anreise

Der Glacier Nationalpark ist der einzige Nationalpark im Westen, der per Bahn angereist werden kann. Sowohl East Glacier, als auch West Glacier besitzen jeweils eine AMTRAK Station.

Mit dem Auto kann der Park über insgesamt vier Eingänge befahren werden. In der Nähe von Columbia Falls am Lake McDonald befindet sich der West Eingang mit dem Hauptquartier des Parks und dem Apgar Besucherzentrum. St. Mary, Two Medicine und Many Glacier sind die östlichen Parkeingänge. St. Mary mit seinem Besucherzentrum ist der östliche Einstieg zur Going-to-the-Sun Road. Die Many Glacier und Two Medicine Eingänge führen jeweils zu den entsprechenden Regionen und müssen auch als Ausgänge verwendet werden.

Im Sommer und an Wochenenden kann der Park sehr voll werden. Dann sind die first-come, first-served-Campingplätze und Trailhead Parkplätze oft schon ab mittags belegt.

Garden Wall im Glacier NP

Camping

Glacier Nationalpark besitzt 13 Campingplätze mit insgesamt 1009 Stellplätzen. Obwohl das erstmal ausreichend klingt, kann es in der Hauptsaison passieren, dass die beliebtesten first-come first-served Campgrounds ab mittags belegt sind. Die einzigen reservierbaren Campingplätze sind Fish Creek, St. Mary, Many Glacier und Apgar. Auf der Nationalparkseite findet ihr den aktuellen Status der Campingplätze.

Im Hinterland des Glacier Nationalparks befinden sich ungewöhlich viele Walk-In Campsites. Diese Campingplätze bieten abenteuerlustigen Zeltwanderern meist ein ganz besonderes Erlebnis im Hinterland der Nationalparks. Da sie weder über Wasseranschluss oder Spültoiletten verfügen und besondere Sicherheitsanforderungen an die Camper stellen, werden sie auch als Primitive Campsites bezeichnet. Alle Primitive Campsites erfordern ein gültiges Backcountry Permit, dass man in den Besucherzentren erwerben kann. So wird garantiert, dass die Walk-In Campingplätze auch weiterhin ruhige, natürliche Orte in der unberührten Wildnis der USA bleiben. Eine Karte mit allen Primitive Campsites und den passenden Backcountry Routen, sowie weitere Informationen zu den Permits und Verhaltensweisen findet ihr ebenfalls auf der offiziellen Homepage der Nationalparkverwaltung.

Wir haben auf dem St. Mary Campground gezeltet, dem größten Campingplatz auf der Ostseite des Parks. Er ist genau wie der Apgar Campsite das ganze Jahr über geöffnet. Vom 1. Juni bis 4. September können hier Stellplätze reserviert werden. Da wir aber erst Ende September im Glacier Nationalpark angekommen sind, war eine Reservierung absolut nicht notwendig. Der Platz bietet Spültoiletten, fließendes Wasser und im Loop C sogar eine Dusche. Von Mitte September bis Ende Mai wird der Platz jedoch zu einem Primitive/Winter Campground ohne Wasser (und damit natürlich auch ohne Duschen und Spültoiletten). Leider liegt der Campingplatz nicht direkt am schönen St. Mary Lake, doch bietet er tolle Aussichten auf die umliegenden Berge. Augen auf! Die Chance auf Bärensichtung ist hier nicht gerade klein!

St. Mary Campsite im Glacier NP

Fazit

Der Glacier Nationalpark bietet eine unglaublich wilde Landschaft mit vielen Möglichkeiten zum Wandern und zum Beobachten von Wildtieren. Wir waren absolut begeistert von den vielen Seen, den schroffen Bergketten und unserer ersten Bärenbegegnung. Und auch dieses Mal bleibt uns nur der gleiche Vorsatz wie auch schon für so viele andere Nationalparks der USA: wir kommen wieder und dann mit deutlich mehr Zeit! Das nächste Mal lassen wir uns eine Mehrtageswanderung wie die berühmte Highline Tour nicht entgehen. Außerdem wartet die Many Glacier Region darauf, von uns entdeckt zu werden. Die Tageswanderungen zum Grimmell Glacier und zum Iceberg Lake müssen einfach traumhaft sein!

Give a month at least to this precious reserve. The time will not be taken from the sum of your life. Instead of shortening, it will indefinitely lengthen it and make you truly immortal. Nevermore will time seem short or long, and cares will never again fall heavily on you, but gently and kindly as gifts from heaven.John Muir

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Comments

  1. Wow, was für Wahnsinns Bilder!! Und was für ein Abenteuer in diesem Park. Der steht bei mir zusammen mit dem Yellowstone und dem Grand Teton auch auf der Wunschliste. Vielen Dank für die tollen Infos, das hilft direkt bei der Planung.
    VG, Schwerti

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