20 Gründe für eine Reise nach Nordnorwegen

20 Gründe für eine Reise nach Nordnorwegen

In Europa, Norwegen by NaddlLeave a Comment

Norwegen zieht mit seinen atemberaubenden Landschaften und der großartigen Wildnis vor allem Naturliebhaber und Outdoorbegeisterte an. Highlights wie die Trolltunga, der Geirangerfjord, Jostedalsbreen und der Preikestolen im südlichen Teil Norwegens sind dabei vielen ein Begriff. Doch wie sieht es mit den Regionen oberhalb des Polarkreises aus? Wusstest du, dass der hohe Norden weiße Sandstrände bietet, die der Karibik locker den Rang ablaufen könnten? Hier kommen 20 Gründe, warum dich deine nächste Reise nach Nordnorwegen führen sollte!

Weltkugel am Polarkreis (Nordnorwegen)

Eine Weltkugel markiert den Polarkreis

1. Gletscher, die bis zum Meer reichen

Auf dem Weg in den Norden passiert man kurz nach Überqueren des Polarkreises den zweitgrößten Gletscher Norwegens. Der Svartisen-Gletscher zählt insgesamt 60 Gletscherarme und zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: seine lange Engabreen-Zunge berührte vor dem Rückzug des Gletschers das Meer. Im Laufe der Zeit hat sich die Gletscherkante zwar um über 100 m über das Wasser zurückgezogen, doch der Anblick, wie sich das hellblaue Eis seinen Weg Richtung Fjord sucht, ist immer noch atemberaubend. Der mittlerweile einzige Gletscher, der direkt ins Meer kalbt, befindet sich jedoch ebenfalls in Nordnorwegen. Der Øksfjordjøkelen liegt an der Grenze zwischen den Provinzen Troms und Finnland.

Svartisen Gletscher (Fylke)

Svartisen Gletscher (Nordland)

2. Nordlichter!

Wer liebt sie nicht, die tanzenden Lichter, die den Nachthimmel in ein regelrechtes Farbfeuerwerk verwandeln? Die größten Chancen auf Nordlichter hat man von September bis April oberhalb des Polarkreises. Besonders schön strahlen sie ohne die Lichtverschmutzung von umliegenden Städten. Unsere Lieblingsspots zum Beobachten der Nordlichter in Nordnorwegen haben wir in diesem Blogartikel zusammengefasst.

Nordlichter (Finmark, Nordnorwegen)

Nordlichter (Finmark)

3. Der perfekte Roadtrip

Auf der Kystriksveien RV17 geht es entspannt Richtung Norden. Die Straße führt abwechslungsreich um die engen Fjorde von Helgeland herum, passiert Gletscher, Berge und ruhige Angelstellen. Hinter jeder Kurve wartet ein Parkplatz, von dem die Umgebung erkundet werden kann. Insgesamt sind auf der 650 km langen Strecke zwischen Steinkjer und Bodo sechs Fährfahrten notwendig, die ständig für neue Impressionen und Pausen sorgen. Sicher keine Strecke für all jene, die es eilig haben – doch ein Traum für jeden Roadtripliebhaber!

Fähre nach Jetvik (Kilboghamn)

Fähre nach Jetvik (Kilboghamn)

4. Sumpflandschaften

Wie oft sind wir irgendwo ausgerutscht oder mussten uns einen Weg um die tiefen Sumpflöcher herum suchen? Wie oft mussten wir unsere Kleidung auswaschen oder am Lagerfeuer trocknen, weil wir mal wieder in eine dicke Schlammpfütze getreten sind? Dank des feuchten Wetters muss man auf fast jeder Wanderung in Nordnorwegen mit ausgedehnten Sumpflandschaften rechnen. Doch so lästig sie auch sein können, so divers ist der Lebensraum, den sie bieten. Seerosen, Moosbeeren und Wollgras locken zahlreiche Vögel und Elche an. Eine Natur, die oft erst auf dem zweiten Blick ihre tatsächliche Schönheit entfaltet.

Sumpflandschaft (Alta, Norwegen)

In Nordnorwegen gibt es zahlreiche Sumpflandschaften (Alta)

5. Sandstrände wie in der Karibik

Weiße breite Sandstrände, einsame Buchten und die besten Surfspots der Welt. Klar sind die Temperaturen in Nordnorwegen nicht mit denen in der Karibik vergleichbar. Dafür muss man die wunderschönen Lofotenstrände wie den Horseid Beach, Uttakleiv oder Kvalvika meistens nur mit wenigen anderen teilen. Und an welchem Tropenstrand der Welt darf man schon ohne Weiteres sein Zelt aufbauen?

Horseid Beach (Lofoten)

Horseid Beach (Lofoten)

6. Wildes Camping

Mehrere Tage in den Bergen wandern und einfach an der schönsten Stelle sein Zelt aufbauen. Begleitet vom Meeresrauschen einschlafen, den Nachthimmel ohne störende Lichtverschmutzung bewundern und am Lagerfeuer auf die Nordlichter warten… Jeder Naturliebhaber und Campingfreund träumt von diesen einzigartigen Stellplätzen in der Wildnis. Wildcampen steht für Freiheit und ist in Norwegen aufgrund des Allemannsrecht erlaubt. Besonders die dünne Besiedelung im Norden des Landes ist geradezu ideal, um seinen ganz privaten Schlafplatz in der großartigen Natur zu finden.

Fageråskaret Pass (Lofoten, Nordnorwegen)

Wildcampen am Fageråskaret Pass (Lofoten)

7. Ein Paradies für Bergfreunde

1200 hm entlocken dir nur ein müdes Lächeln? Die schroffen, steilen Lofotenberge belehren dich eines besseren. Gut ausgebaute Wanderwege sind in Nordnorwegen eher selten zu finden. Oft wandert man durch matschige Fjordlandschaften, klettert an Drahtseilen gesichert über glatte Felsnasen und kämpft sich mit Händen und Füßen durch unwegsames und ungesichertes Gelände zum Gipfel vor. Die technisch oftmals anspruchsvollen Touren belohnen dafür mit einer Landschaft, die an Vielfalt ihresgleichen sucht!

Ryten (Lofoten)

Wanderung auf den Ryten (Lofoten)

8. Norwegisches Knäckebrot

Klar, norwegisches Knäckebrot gibt es auch im Süden von Norwegen. Aber wenn etwas so unglaublich gut ist, dass ich es zuhause selber backe, hat es einfach seinen Platz in dieser Aufzählung verdient. Außerdem liefert es genügend Brennstoff für die nächste Wandertour. Für alle, die Norwegisches Knäckebrot noch nicht kennen, kommt hier das Rezept zum Nachmachen:

100ml Leinsamen (geschrotet)
100ml Kürbissamen
300ml Haferflocken
80ml Sonnenblumensamen
1 EL Mohnsamen
1 EL Sesamsamen
300ml Wasser
Salz nach Belieben

Zutaten zu einem Teig verrühren und auf einem mit Backpapier belegten Backblech glatt streichen.
Auf mittlerer Schiene bei 190 °C für 35-40 min. backen.
Nach 10 min. mit einem Pizzaschneider in rechteckige Stücke schneiden und weiterbacken.
Nach der Backzeit Knäckebrot weitere 10 Minuten bei offener Backofentür trocknen lassen.

Norwegisches Knäckebrot (Alta)

Norwegisches Knäckebrot

9. Das Tor zur Arktis – die Barentssee

Die Barentssee ist ein Randmeer des Arktischen Ozeans (Nördliches Eismeer) und gilt als europäisches Tor zur Arktis. Hier starteten und endeten (oft auf dramatische Art und Weise) einige Expeditionen zum sagenumwobenen Nordpol. Durch die vergleichsweise hohe Wassertemperatur besitzt dieser Meeresabschnitt eine hohe Biomasseproduktion, was ihn zu einem lukrativen Fangplatz von Kabeljau und leider auch Walen macht. Außerdem ist die Barentssee reich an Erdölvorkommen – ein Fakt, der dazu beitrug, dass die Sowjetunion (später Russland) und Norwegen lange Zeit um den Grenzverlauf stritten. Eine menschenleere, unverbaute Küste, die einem das Gefühl gibt, am Ende der Welt zu stehen. Heute beginnt das Eismeer offiziell östlich vom Nordkap. Ein weiterer Grund, Nordnorwegen nicht nur bis zu dem berühmten Kapp auf der Insel Magerøya zu besuchen.

Tanahorn (Finmark, Norwegen)

Vom Tanahorn hat man einen sagenhaften Blick auf das Eismeer (Finnmark)

10. Begegnungen mit Wildtieren

Die geringe Bevölkerungsdichte und die Nähe zu Russland und Finnland maximieren deine Chance auf Begegnungen mit Wildtieren. Füchse, Rentiere und die süßen Lemminge sind nur einige der Tiere, die du hier treffen kannst! Hier leben sogar noch Bären, Luchse, Wölfe und die bei den Norwegern recht unbeliebten Vielfraße. Im Arktischen Ozean kann man mit etwas Glück Wale, Delfine und Seerobben erleben. Ein Traum für Fotografen und Tierfreunde!

Rentier (Norwegen)

Rentier mit abgefegtem Geweih (ein Prozess bei dem der Bast von der Knochenstruktur gelöst wird)

11. Fjorde

Der Geirangerfjord in der Provinz Møre og Romsdal ist wohl der berühmteste und schönste Fjord von Norwegen. Doch auch der Norden des Landes besitzt einige sehenswerte Exemplare. Hier sind die Meeresarme, die bis weit in das Festland hinein reichen, jedoch oftmals etwas tiefer und enger als in Südnorwegen. Das hat den Vorteil, dass sie nicht von riesigen Kreuzfahrtschiffen durchquert werden. Ein ebenfalls großes und schönes Pendant zum Geirangerfjord inklusive Schifffahrt ist der Trollfjord, der zwischen den Lofoten und den Vesterålen liegt.

Fjordlandschaft (Ryten, Lofoten)

Fjordlandschaft (Ryten, Lofoten)

12. Moderne Architektur

Es ist kein Geheimnis, dass Norwegen ein beliebtes Ziel für Fans von außergewöhnlichen Bauwerken ist. Doch nicht nur Oslo mit seinem berühmten Opernhaus und der Skisprungschanze Holmenkollen zelebriert die Moderne Architektur. Zwischen alten Stabkirchen und Rorbuer findet man auch auf dem Land zahlreiche architektonische Kunstwerke, die wunderbar in die Natur integriert werden. Einige Gebäude sollen sogar die einzigartigen Landschaften Norwegens wiederspiegeln. In Nordnorwegen hat uns besonders Alta mit seinen modernen Bauwerken wie der Nordlichkathedrale überrascht.

Nordlichtkathedrale (Alta)

Nordlichtkathedrale (Alta)

13. Einsame Straßen, die ins Nirgendwo führen

Die legendäre Eismeerstraße – perfekt ausgebaut führt sie auf einsamen Wegen durchs Nirgendwo. Die bunte Tundrasteppe der Finmarksvidda wechselt sich mit schönen Seen, schneebedeckten Berghängen und nebligen Hochlandregionen ab und endet schließlich am sagenumwobenen Eismeer, dem rauen Arktischen Ozean. Eine Straße, die sich ab November oft nur noch durch meterhohe Schneewände windet. Eine Straße, auf der man nicht aufgrund von anderen Fahrzeugen, sondern wegen der wilden Landschaft oder dem einen oder anderen Rentier stoppen muss!

Die Eismeerstraße (Finnmark)

Die Eismeerstraße (Finnmark)

14. Trockenfisch

Wofür sind eigentlich die riesigen Holzgestelle, die man überall verteilt auf den Lofoten und an einigen anderen Stellen in Nordnorwegen sehen kann? Hier wird im Sommer Fisch (meistens Kabeljau) getrocknet. Trockenfisch oder auch Stockfisch genannt ist ein beliebter Snack in der Region und das nicht ohne Grund: er ist reich an Proteinen und Omega-3-Fettsäuren. Außerdem lässt er sich ideal lagern oder exportieren. Die Norweger essen ihn am liebsten pur, wir empfehlen ihn allerdings mit einer guten Portion gesalzener Butter. Es ist und bleibt halt getrockneter Fisch… ;)

Trockenfisch (Torrfisk), Norwegen

Trockenfisch (Torrfisk)

15. Das Nordkap oder die Suche nach dem Ende der Welt

Das Ende der Welt? Sicher nicht, denn spätestens seit Galileo Galilei sollte wirklich jedem klar sein, dass die Erde keine Scheibe ist…;) Der nördlichste Punkt Europas? Auch nicht – der liegt nämlich auf der Insel Spitzbergen. Dann aber der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes? Nö! Der liegt auf der Landzunge Kinnarodden in Norwegen. Und jetzt kommt´s richtig dick: das Nordkap ist nicht einmal der nördlichste Punkt auf der norwegischen Insel Magerøya. Das ist nämlich die Landzunge Knivskjellødden. Somit bleibt dem sagenumwobenen Kap und dem beliebten Ziel tausender Touristen lediglich der Titel „nördlichster Aussichtspunkt Europas„. Trotzdem: hat man es bis hierher geschafft, dann ist es trotz Wind und Nebel wirklich schwierig das Grinsen wieder aus dem Gesicht zu bekommen! Der Weg ist halt das Ziel und der ist wunderschön wild und aufregend!

Nordkap (Magerøya)

Nordkap (Magerøya)

16. Entschleunigen

Unser Alltag ist oft von Stress, Lärm und nervigen Mitmenschen geprägt. Du bist im Urlaub auf der Suche nach Entschleunigung? Du willst einfach mal wieder zur Ruhe kommen und die Zeit anhalten? Wie wäre es mit einem Campingtrip in die einsame Wildnis von Nordnorwegen? Besonders in der Nebensaison findest du hier Natur, Tiere, wenige Einheimische und – mit etwas Glück -dich selbst! Einen Schlafplatz suchen, Essen zubereiten, auf einer Klippe sitzen und ins Nirgendwo starren… Das Leben kann so einfach sein!

In der Wildnis finde ich etwas Wertvolleres und Verwandteres als auf den Straßen und in den Dörfern. In der ruhigen Landschaft, und besonders in der weit entfernten Linie am Horizont, erblickt der Mensch etwas, das so schön ist wie seine eigene Natur.Ralph Waldo Emerson
Tanahorn (Berlevag)

Tanahorn (Berlevag, Finnmark)

17. Geheimnisvolle Bergseen

Besonders die Lyngenalpen mit ihren 140 Gletschern (!) besitzen einige atemberaubende und mystische Bergseen. Einer davon ist der Blåvatnet (Blue Lake), der vom Schmelzwasser des Lenangsbreen Gletschers gespeist wird. Dies ist auch der Grund für seine fast unnatürlich wirkende Blaufärbung, die im tollen Kontrast zu den steilen Bergen im Hintergrund steht. Ein wunderschönes Ziel gleich neben Tromsø – der pulsierenden Hauptstadt des Nordens!

Blåvatnet (Blue Lake), Lyngenalpen

Blåvatnet (Blue Lake) in den Lyngenalpen

18. Gemütliche Rorbuer

Du hast keine Lust auf Camping oder das raue norwegische Wetter spielt mal wieder nicht mit? Kein Problem! Die urgemütlichen Rorbuer sind mittlerweile besonders im Nordland eine äußerst beliebte Übernachtungsoption für Touristen. Ursprünglich wurden die typischerweise roten Holzhütten nur saisonal für die Fischerei verwendet, mittlerweile gibt es sie in in einfachen, rustikalen Ausführungen bis hin zu modernen Luxusappartements. Eines sollten sie aber alle besitzen: einen direkten Zugang zum Wasser inklusive Ruderboot!

Reine (Moskenes, Lofoten)

Die Rorbuer von Reine (Moskenes, Lofoten)

19. Indian Summer

Den Indian Summer gibt es nur in Kanada? Weit gefehlt… Ab spätestens Mitte September erstrahlen die Landschaften von Nordnorwegen ebenfalls in einer bunten Farbenpracht. Die Natur greift nochmal tief in ihre Farbkiste, taucht die Birkenwälder in verschiedene Gelbtöne und lässt das Heidekraut in einem dunklen Rot aufleuchten, um sich dann in den langen, kargen Winter zu verabschieden. Besonders schön kann man dieses Farbspiel in den Lyngenalpen oder auf den Vesterålen beobachten!

Indian Summer (Borselvdalen, Norwegen)

Indian Summer (Borselvdalen, Finnmark)

20. Erstklassige Angelspots

Sein Abendessen selber fangen und anschließend beim Sonnenuntergang grillen? Das Allemannsrecht ermöglicht das kostenlose Angeln ohne Angelschein (zumindest im Meer). Im Saltstraumen könnten sogar blutige Anfänger Glück haben. Der größte Gezeitenstrom der Welt erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h und lässt gewaltige Strudel mit bis zu 10 m Durchmesser und 4 m Tiefe entstehen. Das äußerst sauerstoff -und nährstoffreiche Gewässer sorgt für einen fischreichen Angelspot. Hier wurde sogar schon ein Seelachs mit 22,3 kg gefangen!

Angelplatz (Helgelandküste, RV17)

Angelplatz (Helgelandküste)

Fazit: Ist Nordnorwegen die lange Anfahrt wert?

Wir meinen ganz klar „Ja“! Klar liegt der Norden dieses wunderschönen Landes nicht gleich um die Ecke. Doch Naturfreunde und Reisende mit etwas Zeit sollten sich davon nicht abschrecken lassen. Einsame und abwechslungsreiche Landschaften, Nordlichter, wilde Tiere und abenteuerliche Wanderungen lassen das Herz von Outdoorenthusiasten schneller schlagen! Warum denn gleich ein 24 h Flug nach Neuseeland? Steigt in euer Auto, Wohnmobil oder was auch immer und besucht den nördlichsten Festlandzipfel von Europa! Denn hier ist wirklich noch der Weg das Ziel!

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