Elefantenbaby schimmert golden als es aus dem Chobe kommt

Unvergessliche Chobe River Cruises mit Pangolin Photo Safaris

In Afrika, Botswana by NaddlLeave a Comment

Heute erwartet uns ein absolutes Highlight unserer Botswana-Reise (obwohl wir die Messlatte für „Highlights“ in diesem Urlaub schon vor einigen Tagen gewaltig nach Oben geschraubt haben). Wir werden mit Pangolin Photo Safaris zwei fotografische Game Drives auf dem berühmten Chobe River erleben – einen am Morgen und einen zum Sonnenuntergang.

Elefant beim Trinken

Lohnt sich der Morning Cruise oder handelt es sich um eine Touristenfalle?

Dies hatte am vorherigen Tag schon zu einer interessanten Diskussion mit einer anderen Teilnehmerin auf unserer Victoria Falls Tour geführt. Als wir ihr erzählten, dass wir für den nächsten Tag einen Sunrise- und Sunset Cruise auf dem Chobe River gebucht haben, war sie der festen Überzeugung, dass wir wohl zu den dümmsten Touristen der Welt gehören müssen. Massiv hat sie auf uns eingeredet, dass morgens keine Tiere am Fluss zu sehen seien und wir die Tour zum Sonnenaufgang unbedingt absagen sollen. Hier müsse es sich um gemeine Abzocke handeln, denn JEDER würde lediglich einen Sunset Cruise machen und das nicht ohne Grund.

Ich war verwirrt, hatte ich doch schon im Vorfeld mit den netten, professionellen Mitarbeitern von Pangolin Photo Safaris geschrieben, die mir versicherten, dass beide Touren etwas ganz Besonderes seien. Der Morning Cruise sei dabei für Fotografen ein spezielles Erlebnis, da der Fluss hier sehr ruhig und eine große Vogelvielfalt zu beobachten sei. Die Tour am Nachmittag hingegen zeichne sich eher durch die badenden Elefantenherden, Großtiere und allerhand anderer Boote aus.

Für uns ein Grund beide Touren zu buchen. Trotz allem blieb zugegebenermaßen ein Funken Verunsicherung, zumal sich nun ein weiteres Paar zu uns gesellte, dass in die gleiche Kerbe schlug. Ist die Tour am Morgen tatsächlich nur eine Touristenfalle, wie es uns die Dame versicherte? Eines kann ich vorweg nehmen: vorlauten, selbsternannten Afrikaexperten, die in geführten Touren von Botswana Highlight zu Botswana Highlight gekarrt werden, sollte man nicht allzu viel Glauben schenken und stattdessen lieber auf seine eigene gute Vorausplanung vertrauen!

Boote, von denen Fotografen träumen

Noch im Dunkeln fahren wir zur luxuriösen 4-Sterne Cresta Mowana Safari Lodge in Kasane. Eine schöne, für uns wahrscheinlich zu teure Lodge mit Pool, Golfplatz und Restaurant direkt am Chobe River. Von dessen Bootssteg startet um 6:00 die Fotosafari in speziell für Fotografen umgebauten Booten. Diese Boote haben jeweils 8 komfortable Plätze, die allesamt mit einem vollbeweglichen Stativ ausgestattet sind, dass sich zusammen mit dem Sitz in sämtliche Richtungen drehen lässt. Dies gewährleistet verwacklungsarme Fotos und ein schnelles Agieren auf dem Wasser.

Und eins kann ich euch versichern: ihr werdet schnell agieren müssen! Zeitweise hatten wir das Gefühl, wir sitzen mit einem Maschinengewehr (anstelle der eigentlich harmlosen Kamera) auf einem Amphibienfahrzeug und befinden uns auf Kriegsmission an der Front. Nilpferd taucht auf, Krokrodil taucht ab, Scherenschnabel trinkt im Flug, Elefant geht baden, Adler hebt ab…urgh!!! Ständig fliegen unsere Köpfe hin und her, unsere Stühle drehen sich um 360°, das Boot treibt im Strom des Flusses und wir wissen überhaupt nicht mehr, worauf wir als nächstes „Zielen“ sollen.

 

Das richtige Equipment

Jeder Kunde erhält eine kostenlose Leihspiegelreflexkamera (ich hatte eine Nikon D7000) mit Teleobjektiv (Sigma 150-500 mm f/5.0-6.3) und eine 8 GB Speicherkarte, die nach der Tour behalten werden darf. Für diejenigen, die lieber ihr eigenes Equipment nutzen wollen, gibt es genügend Platz für Fotorucksäcke u.ä. auf dem Boot. Außerdem werden Stativplatten verteilt, um die eigenen Kameras sicher am fest installierten Stativ mit Gimbal befestigen zu können.

Stefan entscheidet sich für unser eigenes Equipment (Sony Alpha 6000 mit Sigma 50-500 mm f/4.5-6.3). Während der gesamten Tour ist ein Guide anwesend, der uns dabei behilflich ist, die richtigen Kameraeinstellungen für den Game Drive zu wählen und uns weitere unzählige Tipps gibt. Auf unserem Boot übernimmt diese Aufgabe die sympathische Sabine aus Deutschland. Dank ihr haben wir an diesem Tag eine Menge über Blendenautomatik, Belichtungskorrektur und Bildausschnitte gelernt. Da die anderen Teilnehmer fast allesamt erfahrene Fotografen sind, profitieren wir zwei Anfänger von einem kleinen Intensivkurs in der Wildtierfotografie 😉 .

Der Morning Cruise – nicht nur für Vogelliebhaber ein Paradies

Jetzt aber zu dem Morning Cruise. Während die Sonne langsam über dem Chobe River aufgeht und die Umgebung in ein mystisches warmes Licht taucht, treffen wir auf die ersten Tiere. Eine Pavianmutter spielt mit ihren Jungen am Flussufer, während eine wunderschöne bunte Gabelracke (Lilac-breasted Roller) die ersten Sonnenstrahlen des Tages genießt. Außerdem sehen wir eine Riedscharbe (Reed Cormorant), die ziemlich hässlichen Marabustörche (Marabou Stork) (die starke Ähnlichkeit mit Geiern haben), einen Grauhals-Kronenkranich (Grey Crowned Crane) und einen Wahlbergsadler (Wahlberg´s Eagle). In Deutschland versuchen wir ständig Greifvögel zu fotografieren – ohne Erfolg. Hier posiert der elegante Schreiseeadler (African Fish Eagle), als wären vorbeischippernde Touris das Normalste der Welt. Trotzdem bleibt es weiterhin schwierig eine gute Aufnahme von ihm zu bekommen. Entweder wir verlieren den Fokus während des Fluges oder der Flügel ist abgeschnitten…

Gabelracke (Lilac-Breasted Roller)

Gabelracke (Lilac-Breasted Roller)

 

Marabu Storch im Chobe NP in Botswana

 

„Eagles come in all shapes and sizes, but you will recognize them chiefly by their attitudes.“E. F. Schumacher

Wir finden ein weiteres Lieblingsmotiv neben der Gabelracke: der kunterbunte, kleine Haubenzwergfischer (Malachite Kingfisher) gehört zu den Eisvögeln und ernährt sich von kleinen Fischen und Insektenlarven. Einer der Fotografen auf unserem Boot hat derweil ein ganz besonderes Ziel. Er hofft auf eine Aufnahme von dem Afrikanischen Scherenschnabel (African Skimmer), während dieser im Flug das Wasser nach Beute abtastet. Dieser möwenähnliche Vogel zeichnet sich nämlich durch seinen langen, feuerroten Schnabel aus, dessen Unterseite deutlich länger als die Oberseite ist. Die Unterseite durchpflügt im Flug die Wasseroberfläche, während der Oberschnabel bei Berührung mit einem Fisch zuschnappt. Ein tolles Schauspiel, dass wir allerdings nicht mit der Kamera einfangen können.

Haubenzwergfischer (Malachite Kingfisher)

Afrikanischer Scherenschnabel (African Skimmer)

Afrikanischer Scherenschnabel (African Skimmer)

Der Braunmantel-Scherenschnabel geht im Wesentlichen nur zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang auf Futtersuche, um Begegnungen mit Räubern, die ihm die Beute abjagen können, zu vermeiden.

Das Außergewöhnliche an der Chobe River Safari ist definitiv der Einblick in das Leben der Tiere am Fluss. Hier treffen verschiedenste Arten aufeinander, hier jagen, trinken und baden die größten und kleinsten Raubtiere zur gleichen Zeit. Wir passieren einen Elefanten, der entspannt im Wasser liegt. Lediglich sein Rücken und der Kopf schauen noch aus dem Gras heraus. Mit unserem kleinen Boot kommen wir so nahe an ihn heran, dass wir nur noch Teilausschnitte seines Gesichtes knipsen können. Es ist ein eindrücklicher Moment, als wir direkt neben dem riesigen Tier anhalten. Ein ähnliches Erlebnis erwartet uns Minuten später mit einem Krokodil, das sich in den ersten Sonnenstrahlen auf Temperatur bringt. Der Bootsführer manövriert uns sehr nah an das große Tier am Ufer heran, während wir unsere Kameras am Bootsrand abstützen. Ehrfürchtig und atemlos liegen wir da – Auge in Auge mit diesem großen Krokodil.

Badender Elefant im Chobe River

Das Auge eines Elefanten

Krokodil im Chobe NP in Botswana

Krokodilauge

„An animal´s eyes have the power to speak a great language.“Martin Buber

Mittlerweile bewegt sich auch am Uferrand so einiges. Etliche Antilopen, Afrikanische Büffel, Nilgänse und Zebras kommen zum Trinken an den Chobe River. Immer auf der Hut vor den gefürchteten Jägern, die sich aber meistens schon am frühen Morgen satt gefressen haben. Ehe wir uns versehen sind die 3 Stunden schließlich vorbei und wir stehen mit einem dicken Grinsen wieder am Bootssteg der Mowana Lodge. Eines wissen wir allerdings jetzt schon ohne den Sunset Cruise erlebt zu haben: dieser Morgen war unglaublich tierreich, hatte einen ganz speziellen Spirit und wunderschönes Licht zu bieten. Ein einzigartiges Erlebnis, das nur noch schwer getoppt werden kann! Und ja: wir freuen uns wie zwei Kinder auf die Tour am Nachmittag!

 

Afrikanischer Büffel (African Buffalo) im Chobe

Ein Arzt in Kasane?

Leider habe ich immer noch starke Rückenschmerzen und mache mir mittlerweile ziemliche Sorgen wegen unserer morgigen Fahrt nach Savuti. Auf 160 km Sandpiste werden wir dabei auf eigene Faust durch den halben Chobe Nationalpark fahren. Die Chancen sich fest zu fahren sind nicht gerade gering und auch im Camp wird die medizinische Versorgung während unseres mehrtägigen Aufenthalts nicht gewährleistet sein. Momentan habe ich das Gefühl einen engen Gürtel um meinen Brustkorb zu tragen. Durch den starken und mir bisher unbekannten Schmerz bin ich nicht mehr in der Lage tief einzuatmen, zu husten oder niesen. Jeder Schritt oder jede noch so kleine Erschütterung im Auto lässt mich zusammenzucken und an Schlaf ist seit zwei Tagen auch schon nicht mehr zu denken. Das fühlt sich so gar nicht nach den Rückenproblemen an, die ich bis jetzt an meinem Körper kennengelernt habe. Ich habe Angst, dass es sich um einen eingeklemmten Wirbel, um Probleme mit meiner Niere oder einen Bandscheibenvorfall handelt (bin ja schließlich auch nicht mehr die Jüngste… 😉 ). Aus dem Grund gibt mir Sabine die Telefonnummer von einem Arzt aus Kasane. Nach einem kurzen, freundlichen Telefonat bietet er mir an, dass ich in 30 Minuten zu seinem Wohnhaus kommen darf.

Auf dem Weg zur Chobe Farm sehen wir die starken Beschädigungen der vorbeiziehenden Elefantenherden. Die niedergerissenen Bäume erinnern an die Überbleibsel eines Orkansturms. Seit die Regierung von Präsident Ian Khama im Januar 2014 ein landesweites Jagdverbot erließ, kommt es regelmäßig zu hitzigen Debatten mit Landwirten, Buschmännern und Vertretern der Fleischexportindustrie. Seit 1990 hat sich die Zahl der Elefanten verfünffacht, was zu massiven landwirtschaftlichen Zerstörungen führte. Die Zäune um die Schutzgebiete werden von ihnen einfach kurzerhand abmontiert, was den Weg für Raubtiere frei macht, die dann wiederum die Weidetiere töten. Wie auch schon in Namibia prallen hier die unterschiedlichen Meinungen zu Artenschutz, Wildtiertourismus und Wirtschaft aufeinander.

Nach einer herzlichen Begrüßung von Dr. Birkenstock und seinen Hunden führt er mich in seine provisorische Arztpraxis, um ein paar Untersuchungen zu machen. Kurze Zeit später ist er sich sicher, dass es sich lediglich um eine starke Muskelverspannung handelt und verschreibt mir Diclofenac. Er erklärt uns, dass er eigentlich gar nicht mehr praktiziert und etwas verwundert war, dass wir seine Nummer hatten. Peinlich! Und ich belästige ihn mit Muskelverspannungen… Noch peinlicher ist, dass er sich mit Händen und Füßen gegen eine Bezahlung wehrt. Zum Glück bewahrt mich Dr. Birkenstocks unglaublich nette Art davor, vollends vor Scham im Erdboden zu versinken! Ich bin jedoch wahnsinnig froh jetzt die Gewissheit zu haben, dass unserer Fahrt nach Savuti nichts mehr im Wege steht.

Elefantenrüssel beim Trinken

Elefantenrüssel beim Trinken

Schwimmende Elefanten beim Afternoon Cruise

Bis zum Beginn unseres Sunset Cruise um 15:00 füllen wir unsere Vorräte in Kasane auf und genießen ein tolles Mittagessen in der Mowana Lodge mit Blick auf den Chobe River. Dann ist es endlich wieder soweit! Die Nachmittagstour beginnt! Kurz nach dem Ablegen treffen wir schon auf eine erste Elefantenherde, die gemeinsam den Fluss durchquert. Was für ein Spektakel! Dicht hintereinander schwimmen die Elefanten durch den breiten Fluss, zum Teil gucken dabei nur noch ihr Rüssel und ihre Augen aus dem Wasser. Sehr langsam bewegen sie sich dabei in einer Art Elefantenpolonaise vorwärts.

Fasziniert beobachten wir, wie fürsorglich eine Mutter dabei ihr Baby beschützt. Als es das Wasser verlässt, schimmert es im Licht der tiefstehenden Sonne goldfarben. Am anderen Ufer tragen die Tiere dann ihren natürlichen Sonnenschutz in Form von trockener Erde wieder auf. Ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden. Ein weiterer Anblick, den wir ebenfalls nicht vergessen werden, sind die zahlreichen großen, doppelstöckigen Boote, auf denen lärmende Menschen mit Bierdosen in der Hand stehen. Einige von ihnen fotografieren uns sogar – sind wir etwa kurioser als die afrikanische Tierwelt?

 

Elefantenherde beim Trinken im Chobe

Schwimmende Elefanten im Chobe Fluss

Elefantenbaby schimmert golden als es aus dem Chobe kommt

 

Elefant bewirft sich mit Erde im Chobe

Zweifarbiger Elefant im Chobe NP

„They say an elephant never forgets. What they don´t tell you is, that you never forget an elephant.“Bill Murray

Erneut gleiten wir an zahlreichen Krokodilen, Zebras, Giraffen und Afrikanischen Büffeln vorbei. Am Uferrand tummeln sich nun Silberreiher (Great Egret), Kudus und Rappenantilopen (Sable Antelope). Ein Warzenschwein nimmt ein ausgiebiges Schlammbad und ein Riesen-Eisvogel (Giant Kingfisher) genießt die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Als wir neben einer großen Nilpferdherde pausieren, versucht uns eines der Tiere anzugreifen. Langsam taucht es hinter uns unter, um dann mit voller Geschwindigkeit auf unser Boot zuzurasen. Unser Bootsführer reagiert schnell und gibt Gas. Direkt hinter uns schießt das Flusspferd aus dem Wasser und reißt dabei sein gewaltiges Maul auf, um uns mit seinen riesigen Zähnen zu demonstrieren, wer der eigentliche Herrscher des Flusses ist.

 

Vogelformation im Chobe NP

African Skimmer (Afrikanischer Scherenschnabel) im Chobe NP

 

Ein Flusspferd zeigt seine Zähne im Chobe NP

Zur Krönung dieser zwei gelungenen Game Drives dürfen wir noch einen afrikanischen Sonnenuntergang aus dem Bilderbuch erleben. Andächtig beobachten wir wie der dunkelrote Feuerball langsam am Horizont verschwindet. Als wir in der Dämmerung zurück zur Lodge fahren, sind wir eines der letzten Boote auf dem Fluss. Hier und da sehen wir ein paar Tiere im Dunkelgrau der beginnenden Nacht herumstreunen, während uns die erste frische Brise seit langem um die Nase weht. Ein krönender Abschluss für diesen perfekten Tag im Herzen Botswanas!

Elefant beim Sonnenuntergang in Botswana

Sonnenuntergang über dem Chobe River

Sonnenuntergang im Chobe NP in Botswana

Begegnungen beim Abendessen

Eine große Hilfe auf der Tour war meine nette Sitznachbarin. Olwen ist Profifotografin aus Neuseeland und nimmt einen sofort mit ihrer sympathischen, authentischen Art und ihrem herzlichen Lachen ein. Als ich zum wiederholten Mal leise vor mich hinfluche, weil mein Motiv mal wieder davonfliegt, beruhigt sie mich. Breit grinsend zeigt sie mir ein Foto, auf dem lediglich ein Grashalm zu sehen ist. Ich gehe zwar davon aus, dass sich unsere Motiv-Grashalm-Quote deutlich unterscheidet, bin aber super dankbar für ihren kleinen Motivationsschub.

Olwen reist alleine mit einem umgebauten Suzuki Jimny durch Afrika und fotografiert momentan die Umgebung bekannter Safari Lodges. Sie lädt uns ein, mit ihr und einem guten Freund im „Old House“ in Kasane zu Abend zu essen. Nicht nur sie, auch ihr tschechischer Bekannter Jan stellen sich als sehr aufgeschlossene, einnehmende Persönlichkeiten heraus, mit denen wir einen unheimlich interessanten Abend verbringen. Wir könnten den ganzen Abend an Olwens und Jans Lippen hängen und ihren Geschichten aus dem Bush lauschen. Von Löwen, die sich direkt neben Olwens Zelt einen Schlafplatz eingerichtet hatten und von dem sie nur fliehen konnte, indem sie sich vorsichtig mit ihrem Innenzelt sackhüpfend Richtung Auto bewegte. Von Elefantenrüsseln, die ihr in der Dusche auf der Suche nach Wasser eine Kopfmassage gaben. Von einem Bekannten, der beim nächtlichen Besuch der Sanitäranlagen von Löwen überrascht und getötet wurde…

Während des Essens kommt ein Kellner auf Olwen zu und bittet sie um Hilfe bei der Bestimmung einer Schlange, die gerade unter einer Sitzbank gesichtet wurde. Während die gelernte Tierärztin versucht die Schlange hervorzulocken, verstecken sich die Kellner lieber hinter der Bar. Giftschlangen gehören hier nicht gerade zu der beliebtesten Spezies. Nach einer Zeit verschwindet die Schlange blitzschnell aus ihrem Versteck und klettert die Wand hoch. Es handelt sich um eine junge Black Mamba, die von vielen als gefährlichste Schlange der Welt eingestuft wird. Im weiteren Verlauf des Abends linse ich regelmäßig unter unseren Tisch, um mich zu vergewissern, dass sich die junge Schlange nicht gerade ein gemütliches Heim in meinem Hosenbein einrichtet. Natürlich heimlich! Hey, ich bin schließlich eine waschechte Abenteurerin!

Elefant im Chobe NP

Morgen geht es weiter nach Savuti

Jan würde morgen ebenfalls gerne nach Savuti fahren, hat allerdings noch keine Reservierung für einen Campingplatz und somit keine Chance im streng reglementierten Camp zu übernachten. Da die Stellplätze riesig sind, beschließen wir kurzerhand, dass er sich mit uns einen Platz teilen wird. Wir werden morgens allerdings alleine starten, da Jan die kaputten Stoßdämpfer seines gerade erworbenen Jeeps reparieren lassen will und so nicht vor mittags loskommen wird. Das ist uns eindeutig zu spät. Wir haben Angst, dass wir es nicht vor Einbruch der Nacht ins Camp schaffen. Die Vorstellung, die tiefen Sandpisten im einsamen Savuti in der Dunkelheit fahren zu müssen, ist für uns mehr als gruselig. Oder noch schlimmer: uns fest zu fahren und mutterseelenalleine zwischen all den Wildtieren zelten zu müssen…

Um 0:30 fahren wir schließlich zurück zum Senyati Safari Camp. Jetzt in der Dunkelheit ist Vorsicht angesagt, denn ständig laufen ganze Elefantenherden wie aus dem Nichts auf die Straße. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Unfall mit einem Reh schon böse enden kann, wollen wir uns gar nicht ausmalen, was es bedeuten würde mit einem ausgewachsenen afrikanischen Elefantenbullen zusammen zu rauschen. Direkt neben einer beleuchteten Tankstelle knabbert eine Giraffe die Blätter aus einer Baumkrone und auf der sandigen Zufahrt zum Senyati Camp kreuzen Paviane unseren Weg. Die Tücken des nächtlichen Fahrens liegen hier definitiv nicht bei illegalen Autorennen, alkoholisierten Fahrern und Polizeikontrollen.

Elefantenfüße im Chobe

Fazit: Morgen- vs. Abendcruise auf dem Chobe River

Obwohl die zahlreichen Tiere und das warme Licht am Nachmittag einfach atemberaubend sind, ist die Atmosphäre am Morgen nicht minder interessant. Fast schon idyllisch bietet der ruhige Chobe nun Lebensraum für unzählige Vögel. Entspannt und bei ebenfalls schönem Licht lassen sich jetzt aber auch einzelne Großtiere fotografieren und man hat Zeit die einzelnen Tipps der Tourguides auszuprobieren. Der Nachmittagscruise zeichnet sich durch riesige Elefantenherden aus, die den Chobe Fluss kreuzen. Es gibt eine Vielzahl an Großtieren, aber auch anderen Booten und insgesamt ist es hektischer. Dafür wird man mit einem tollen afrikanischen Sonnenuntergang belohnt. Jede der Touren hat seinen ganz besonderen Flair und wir sind glücklich, dass wir beides erleben durften.

Chobe Fototour mit Pangolin Photo Safaris

Die Touren dauern mindestens 3 Stunden und wir hatten nie das Gefühl, das man hier auf Minuten achtet. Tolle Motive werden bis zur letzten Sekunde ausgekostet und der Zeitrahmen wird nicht allzu ernst genommen. Zu dem Preis von 130$ pro Person und Tour gehören die Leihausrüstung, Tee und Erfrischungsgetränke + ein Bier am Nachmittag, eine 8GB Speicherkarte mit den eigenen Bildern und ein erfahrener Fotoguide, der bei den Aufnahmen mit Tipps und Tricks behilflich ist. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, viel gelernt und hätten noch 10 weitere Tage mit dem Team von Pangolin Photo Safaris verbringen können. Sicher teurer als einige der anderen Game Drives auf dem Chobe, dafür familiärer und für Liebhaber der Fotografie ein ganz besonderes Erlebnis. Dank der flachen umgebauten Boote mit beweglichem Stativ kommt man den Tieren sehr nah und Großaufnahmen bleiben verwacklungsfrei.

 

Ihr wollt mehr?

Eine tolle Zusammenfassung von ihrer gesamten Botswana Rundreise liefern unsere Bloggerkolleginnen von Travelinspired. Hier gibt es nützliche Infos zu einer Selbstfahrerroute und ebenfalls einen Bericht über den Chobe River Cruise.

Habt ihr schon eine Bootstour auf dem Chobe unternommen und dabei auch mit anderen Anbietern gute Erfahrungen gemacht?

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