Salzpfanne Deadvlei

Namibia Roadtrip – Unsere Reiseroute und Highlights

In Afrika, Namibia by Naddl4 Comments

Beim Gedanken an Namibia schießen uns sofort diese Bilder in den Kopf… Bilder von riesigen roten Sanddünen, einer rauen Küste, der glasklaren Milchstraße und natürlich von wilden Tieren. Nach unserer Südafrikareise und vor allem der dreitägigen Walking Safari im Krüger Nationalpark wollten wir nun endlich einmal das „echte“ Afrika erleben! In vier Wochen sollte es dabei mit einem Allradwagen und Dachzelt auf eigene Faust durch Namibia und Botswana gehen. Da uns beim Gedanken an die zaunfreien Campingplätze und die tiefen Sandpisten in Botswana ehrlich gesagt nicht ganz so mulmig zumute war (okay, wir haben uns kurz vorher schier ins Hemd gemacht), starteten wir mit einem Namibia Roadtrip. Unsere Reiseroute und die Highlights unseres zweiwöchigen Roadtrips durch dieses atemberaubende Land stellen wir euch in diesem Blogbeitrag vor!

Salzpfanne Deadvlei
Unsere Reiseroute durch Namibia führt uns auch zur berühmten Deadvlei

Warum Namibia für uns der perfekte Auftakt zu unserem Botswana Roadtrip war!

Für uns war die Kombination von Namibia mit Botswana einfach perfekt. In Botswana erwartete uns ein echtes Abenteuer. Noch nie zuvor sind wir selber mit einem Geländewagen so lange einsame Strecken in tiefen Sandpisten gefahren und die Vorstellung, dass die Löwen und Elefanten nachts an unserem Zelt schnüffeln könnten, hat uns fast wahnsinnig gemacht. Was ist, wenn ich nachts auf Toilette muss? Was ist, wenn wir in der Nähe von Raubkatzen einen Platten haben? Da war Namibia für uns das perfekte Einstiegsland! Anders als in Botswana sind die Landschaften sehr abwechslungsreich. Auf kurzer Strecke reist man durch Sandwüsten ans Meer und passiert dabei außergewöhnliche Felsformationen, grüne Wald- und Wiesengebiete oder Wasserfälle.

Auch die Infrastruktur macht das Reisen in Namibia relativ einfach: die Straßenverhältnisse waren fast nie problematisch, das Handynetz ist sehr gut ausgebaut, an den wichtigsten Touristenzielen werden qualitativ hochwertige Touren organisiert (zum Teil sprechen die Guides historisch bedingt sogar deutsch) und in den Städten findet man sehr gute Hotels und Restaurants. Zudem ist eine Rundreise durch Namibia deutlich günstiger und einfacher zu planen als ein Roadtrip durch Botswana. Das liegt daran, dass Botswana eher auf Gäste von luxuriösen Lodges als auf Individualtourismus ausgerichtet ist. Campingplätze in den Nationalparks müssen lange Zeit im Voraus gebucht werden und sind sehr teuer (circa 50€/Nacht und Person). In Namibias Nationalparks gibt es deutlich mehr Campingplätze, die zudem über das etablierte Buchungssystem der Namibia Wildlife Resorts (NWR) reserviert und bezahlt werden und preislich in einem angemessenem Verhältnis liegen.

Kurzum: Namibia ist das perfekte Land, um sich auf eine Individualreise nach Botswana, Simbabwe oder Sambia einzustimmen. Ihr wisst nicht, warum oder wie man die Luft des 4×4 Fahrzeugs aus dem Reifen lässt? Die Vorstellung jederzeit auf wilde Tiere treffen zu können, bereitet euch Bauchschmerzen? Lange Tage im Auto sind nicht euer Ding? Ihr wollt auf Reisen unbedingt wandern? Ihr habt kleine Kinder oder eventuell ein knapp bemessenes Budget? Vergesst Botswana und fahrt erstmal nach Namibia oder Südafrika!

Löwe im Etosha NP
Auf einem Roadtrip durch Namibia sind Begegnungen mit Wildtieren nichts Ungewöhnliches (Etosha NP)

Unsere Reiseroute durch Namibia auf einem Blick

Mit South African Airways fliegen wir über London und Johannesburg nach Windhoek. Hier übernehmen wir unseren Toyota Hilux inklusive Dachzelt von Kea. Für Reisen nach Botswana solltet ihr darauf achten, dass der Wagen unbedingt einen Schnorchel besitzt und für den Grenzübertritt freigegeben ist. Von Windhoek geht es ein paar Tage zur Sossuvlei und in den Sesriem Canyon. In Swakopmund suchen wir auf der Living Desert Tour die Little 5, paddeln mit Robben und erkunden die riesigen Sanddünen oberhalb von Sandwich Harbour auf einer organisierten 4×4 Tour.

Nach diesen Erlebnissen führt uns unser Roadtrip zu dem 1728 m hohen Inselberg Spitzkoppe, der auch als Matterhorn Namibias bezeichnet wird. Anschließend besuchen wir die Wildtiere auf dem grünen Tafelberg Waterberg und fahren zum Cheetah Conservation Fund, einer Aufzuchtstation von Geparden. Ab jetzt wartet das Highlight unseres Namibia Roadtrips auf uns! Vier Tage reisen wir quer durch den Etosha Nationalpark auf der Suche nach den Big Five! Über die Popa Falls mit seinen Nilpferden und dem Caprivizipfel erfolgt schließlich der Grenzübertritt nach Botswana, wo wir weitere zwei Wochen auf der Suche nach Wildnis und Abenteuer sein werden!

Unsere Reiseroute durch Namibia im Detail

Tag 1: Ankunft in Windhoek

Wir kommen am Nachmittag in Windhoek an, wo wir sofort am Flughafen unseren Toyota Hilux von Kea in Empfang nehmen. Ein freundlicher Mitarbeiter erklärt uns, wie man das Dachzelt aufbaut, den Kompressor für die Reifen verwendet (ganz wichtig!), welche Probleme auftauchen können und händigt uns die Schlafsäcke und das Geschirr aus.
Nach einer kurzen Fahrt (Achtung Linksverkehr!) erreichen wir unsere Pension Onganga. Eine schöne, ruhige Unterkunft etwas außerhalb von Windhoek, wo wir erstmal in Ruhe unser Campingequipment für die nächsten Tage packen können. Anschließend lassen wir den ersten Abend in Namibia bei Wein und einem leckerem Essen im Sardinia Blue Olive ausklingen. Unsere erste Nacht in Windhoek fängt dann aber gleich schon aufregend an! Der Super-Blutmond 2015 hält uns fast die gesamte Nacht wach (naja, zumindest Stefan ;)).

Unser Tipp:
Das Fleisch im Sardinia Blue Olive war der Hammer!
Unbedingt den leckeren Dom Pedro zum Nachtisch probieren (das beliebte afrikanische Dessert ist eine Art Milchshake mit Vanilleeis, Sahne, Whiskey oder Amarula)!

Super-Blutmond über Namibia
Super-Blutmond 2015 über Namibia

Tag 2: Fahrt in die Sossuvlei und unsere erste Panne

Juhu! Wir sitzen im vollgepackten Auto! Jetzt nur noch kurz einkaufen und dann geht es auf knapp 335 km (4,5 h) in die Natur! Denkste – wir wollen gerade vom Hof unserer Pension fahren, als uns ein Gärtner darauf aufmerksam macht, dass wir einen Platten haben. Na das fängt ja gut an. Zum Glück ist uns das Ganze in Windhoek und nicht neben einem Wasserloch in Botswana passiert…
Eine Autowerkstatt in der Stadt kümmert sich innerhalb von 15 Minuten um unser Problem. Reifen abmontiert, Loch gesucht, Klebemasse rein und Reifen wieder drauf! Auf unsere Nachfrage, was das Ganze kostet, grinst uns der Werkstattbesitzer nur breit an: nichts! Nachdem wir den kleinen Pick & Pay fast schon leer gekauft haben, halten wir trotzdem nochmal am Checkers, um zusätzliches Wasser zu besorgen. Jetzt sind wir zumindest mal versorgt, falls die dubiose Klebemasse im Reifen ausgerechnet in einer einsamen Wüstengegend versagt… ;)

Auf einer Schotterstraße geht es Richtung Sesriem. Wir sehen Springböcke und unsere erste Orynx Antilope! Namibia-Feeling stellt sich ein! :) Als wir dann auf dem Sesriem Campsite das erste Mal in unser Dachzelt klettern, sind wir aufgeregt: was werden die nächsten Tage unseres Roadtrips für Naturerlebnisse bringen? Welche Tiere werden wir auf unserer Reiseroute sehen? Namibia und Botswana: endlich sind wir da!

Die Schotterstraße nach Sesriem
Die Schotterstraße nach Sesriem
Stellplätze am Sesriem Campsite
Unser Stellplatz auf dem Sesriem Campsite

Tag 3: Sossuvlei (Namib-Naukluft-Nationalpark)

Deadvlei

Die eiskalte Nacht und eine sehr gefräßige Orynx Antilope neben unserem Zelt haben uns einige Stunden Schlaf geraubt. Als um 5:00 morgens der Wecker klingelt, um uns an den Sonnenaufgang in der Sossuvlei zu erinnern, sind wir noch ziemlich verschlafen! Zuerst wollen wir zur Deadvlei, dem vielleicht berühmtesten Fotomotiv von Namibia. Es handelt sich dabei um eine von Namibsand umschlossene Tonpfanne, auf der eine Vielzahl von abgestorbenen Akazienbäumen eine unheimliche Wüstenatmosphäre schafft. Die letzten 5 km erfolgen auf einer tiefen Sandpiste, für die man unbedingt einen Allradwagen benötigt. Alle anderen können sich mit einem 4×4 – Taxi zur Deadvlei fahren lassen. Wir sind froh über unser erstes Allradtraining und kriegen das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht! Verdammt, macht das Spaß!

An der Deadvlei angekommen, erklimmen wir zuerst die Big Daddy Dune, die mit rund 350 Metern zu den größten Sanddünen der Welt gehört. Vom höchsten Punkt hat man einen grandiosen Blick auf die Dünenwelt des Namib-Naukluft-Nationalparks. Der Weg hinunter gestaltet sich dann deutlich einfacher. Mit großen Schritten laufen wir den Rücken der Düne hinunter zur Tonpfanne. Dabei sacken wir so tief in den weichen Sand ein, dass wir die letzten Meter einfach auf dem Hintern hinabrutschen. Ein echter Sandkasten für Erwachsene! Nachdem wir die zum Teil über 500 Jahre alten Bäume stundenlang hätten fotografieren können, geht es weiter zur Sossuvlei.

Sonnenaufgang in der Sossuvlei
Sonnenaufgang in der Sossuvlei
Sandpiste zum Deadvlei
Die 5 km Sandpiste zur Deadvlei können nur mit einem 4×4 Fahrzeug bewältigt werden!
Deadvlei von Oben
Von der Big Daddy Dune guckt man direkt auf die Deadvlei
Aussicht von der Big Daddy Dune über die Sossuvlei
Aussicht von der Big Daddy Dune über die Landschaft der Sossuvlei
Big Daddy Dune am Deadvlei
Von der Big Daddy Dune kann man zur Deadvlei hinunterrutschen oder laufen
Die abgestorbenen Akazienbäume in der Deadvlei
Die abgestorbenen Akazienbäume in der Deadvlei
Sossuvlei

Die Sossuvlei selbst ist eine ebenfalls von Sanddünen umgebene Salz-Tonpfanne, die gleichzeitig Namensgeber für das gesamte Gebiet mit Dünen und Vleis im Namib-Naukluft-Nationalpark ist. Die Pfanne ist durch das Versanden des Tsauchab entstanden, der ursprünglich wohl in den nur 50 km entfernten Atlantik floss. Nach einer sehr anstrengenden Wanderung auf die benachbarte Düne genießen wir den Blick von Oben auf die weite und unwirkliche Landschaft. Gelbtöne in allen Variationen – Sand so weit das Auge reicht… Als wir durch das ausgetrocknete Flussbett zurückspazieren, wird uns bewusst, wie menschenfeindlich die Umgebung tatsächlich ist. Kein Wasserplätschern, kein Vogelgezwitscher, kein Luftzug – auf unserer Wanderung begegnen wir lediglich ein paar vertrockneten Büschen, Tierknochen und Unmengen von Sand…

Dünen der Sossuvlei
Die schier endlosen Dünen der Sossuvlei
Dune 45 in der Sossuvlei
Die Dune 45 kann ebenfalls bestiegen werden
Strauß in der Sossuvlei
In der Sossuvlei trifft man häufig auf Sträuße und Orynx Antilopen
Sesriem Canyon und Elim Düne

Wir lassen die Sossuvlei hinter uns und fahren zurück zum Parkeingang, wo sich der Sesriem Canyon über einen Kilometer in die Landschaft gegraben hat. Während unserer Wanderung durch die Schlucht bis zu dem kleinen Pool am Ende haben wir das Gefühl, uns hätte jemand in die USA katapultiert. Nach dem Besuch der Elim Düne zum Sonnenuntergang genießen wir die Milchstraße über uns. Wir lieben diese sternenklaren Nächte fernab von Städten und künstlichen Lichtern…

Unser Tipp:
Zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang leuchten die Dünen in den unterschiedlichsten Rottönen! Übernachtet man in einem der staatlichen Unterkünfte des Namibia Wildlife Resorts (z.B. im Sesriem Campsite) darf man schon eine Stunde vor Sonnenaufgang Richtung Sossuvlei fahren. Für alle anderen Besucher ist der Park nur zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang geöffnet!

Sesriem Canyon (Namibia)
Fast wie in den USA: der Sesriem Canyon
Am Rand vom Sesriem Canyon (Namibia)
Am oberen Rand vom Sesriem Canyon
Sonnenuntergang an der Elim Düne (Sossuvlei)
Von der Elim Düne hat man einen tollen Blick auf das Farbenspiel des Sonnenuntergangs

Tag 4: Ein Sandsturm auf der Fahrt nach Swakopmund

350 Kilometer (4,5 h) geht es heute durch die kargen Wüstenlandschaften des Namib-Naukluft-Nationalparks. Wir sehen einige Antilopen, Gnus, Giraffen und Zebras. Dabei passieren wir den ausgetrockneten Kuiseb, einen der größten Trockenflüsse von Namibia, der sich zeitweilig als interessanter Kuiseb Canyon in die Natur gegraben hat. Nur durchschnittlich alle 10 Jahre regnet es ausgiebig genug, dass der Kuiseb in der Nähe von Walvis Bay (dt. Walfischbucht) in den Atlantik mündet. Kurz vor Walvis Bay gelangen wir in einen ausgewachsenen Sandsturm. Die Sicht ist dermaßen schlecht, dass wir die Autos vor uns nicht mehr erkennen können. Die Umgebung scheint in Ockertönen zu versinken, die Sonne ist nicht mehr zu sehen und gewaltige Sandwehen zwingen uns ständig zum Ausweichen. Als wir endlich auf dem luxuriösen Campingplatz Alte Brücke Resort in Swakopmund ankommen, sind wir echt erleichtert.

Unser Tipp:
Der Campingplatz Alte Brücke Resort ist sehr gepflegt und sauber, wenngleich er auch etwas steril wirkt. Dafür besitzt jeder Stellplatz ein privates Badezimmer. Das Resort vermietet auch Chalets.

Gnu im Namib Naukluft NP (Namibia)
Gnu im Namib-Naukluft-Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark (Namibia)
Köcherbaum im Namib-Naukluft-Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark (Namibia)
Die staubige Wüstenstraße im Namib-Naukluft-Nationalpark

Tag 5: Pelican Point Kajak Tour und 4×4 Sandwich Harbour Tour

Pelican Point Kajak Tour mit Robben

In Walvis Bay startet heute Morgen unsere „Kajak und Sandwich Harbour Combo-Tour“ mit Sandwich Harbour 4×4. Zuerst geht es zum Pelican Point, einer langen dünnen Sandzunge, welche die Walfischbucht vor der rauen Brandung des Atlantiks schützt. Tatsächlich sehen wir in dem flachen Gewässer etliche Flamingos und Pelikane. Nachdem wir am Pelican Point in unsere Kajaks gestiegen sind, dauert es nicht lange bis wir die riesige Robbenkolonie am Strand entdecken. Einige besonders neugierige Tiere springen sofort ins Wasser und nähern sich unseren Kajaks. Es ist so unglaublich süß, wie sie sich an unsere Boote schmiegen, ja fast kuscheln und uns immer wieder einen forschenden Blick zuwerfen. Nach einiger Zeit haben wir zwei persönliche Aufpasser, die uns nicht mehr von der Seite weichen und uns sogar demonstrativ immer wieder ihren empfindlichen Bauch entgegenstrecken. Die Verbindung und Nähe zu diesen schönen Tieren ist ein unvergessliches Erlebnis und sicher ein Highlight unseres Roadtrips!

Pelikane bei Walvis Bay
Pelikane bei Walvis Bay
Flamingos bei Walvis Bay
Auch Flamingos kann man in der flachen Walfischbucht beobachten
Pelican Point Kayaking mit Robben (Walvis Bay)
Bei der Pelican Point Kajak Tour kommt man den niedlichen Robben ganz nah!
Pelican Point Kayaking mit Robben (Walvis Bay)
Die Kajak Tour mit den Robben war sicherlich ein Highlight unseres Roadtrips durch Namibia
Robbe beim Pelican Point Kayaking (Walvis Bay)
Die Tiere sind überhaupt nicht scheu und kommen den Kajaks nach einiger Zeit sehr nah
Robbenkolonie am Pelican Point (Walvis Bay)
Die Robbenkolonie am Pelican Point
Sandwich Harbour 4×4 Tour

Nach einem Frühstück am Strand geht es für uns im Allradjeep weiter Richtung Sandwich Harbour. Der Strand wird immer schmaler, die Sanddünen zu unserer Seite immer höher. Im Meer spielen Delfine in der Brandung, wir passieren einen Schakal und einen stark verwesten Wal. Die Strecke ist lediglich bei Ebbe befahrbar, da die Wellen bei Flut direkt an die riesigen Sanddünen prallen. An der schönen Lagune des Sandwich Harbours bugsiert unser Fahrer den Jeep plötzlich steil bergauf.

Ab nun ähnelt die Tour einer rasanten Achterbahnfahrt: wir befahren die steilsten und höchsten Dünen mit Vollgas, lassen uns langsam mit abgeschaltetem Motor wieder hinunterrutschen, nutzen Kämme als Rampen und heben tatsächlich an der ein oder anderen Stelle ab. Hier sollte man auf jeden Fall einen guten Magen besitzen und schwindelfrei sein! Obwohl wir mit der Teilnahme an dieser Tour sicher keinen Preis für umweltbewusstes Reisen gewinnen, muss ich zugeben: es war genial! Bei einem anschließenden organisiertem Picknick mit Sekt und Austern (eine Delikatesse der Region) genießen wir den Blick über Sandwich Harbour… Was für ein aufregender Tag!

Unser Tipp:
Nicht verwirren lassen: die Tourenanbieter
Sandwich Harbour 4×4 und Pelican Point Kayaking gehören trotz unterschiedlicher Webseiten zusammen. Die beiden Touren können einzeln oder in Kombination gebucht werden. Sandwich Harbour 4×4 ist ein renommierter Familienbetrieb mit jahrelanger Erfahrung, den wir auf jeden Fall weiterempfehlen können!

Sandwich Harbour 4x4 Tour (Namibia)
Der Weg am Meer entlang ist nur bei Ebbe befahrbar. Bei Flut müssen die hohen Sanddünen überquert werden. Eine organisierte Tour ist absolut zu empfehlen!
Schakal am Strand (Walvis Bay, Namibia)
Schakale und Hyänen jagen am Strand von Walvis Bay häufig nach jungen Robben und schleppen diese dann manchmal kilometerweit in die Sanddünen hinein
Toter Wal am Strand (Walvis Bay, Namibia)
Wal-Kadaver können aufgrund der Verwesungsgase unter Umständen sogar explodieren
Sandwich Harbour (Walvis Bay, Namibia)
Die Lagune Sandwich Harbour
4x4 Tour in den Dünen am Sandwich Harbour (Namibia)
Die 4×4 Tour in den Dünen ist nichts für schwache Mägen
Sandwich Harbour 4x4 Tour (Namibia)
Wo gewaltige Dünen direkt aufs Meer treffen…

Tag 6: Living Desert Tour

In Afrika geht es häufig um die Sichtung der Big Five. Elefant, Nashorn, Afrikanischer Büffel, Leopard und Löwe sind wohl jedem bekannt. Doch was sind die Little Five? Chris von Living Desert Tours zeigt uns heute die kleinen Überlebenskünstler im so unfruchtbar wirkenden Namibsand. Das
Namaqua Chamäleon, die Seitenwinder Klapperschlange, die Düneneidechse, die Afrikanische Radspinne und der Namibgecko sind mit ihren Farben und außergewöhnlichen Fähigkeiten so etwas wie die Superheros der Wüste. Es ist unglaublich, wie schnell Chris die kleinen Lebewesen aufspürt und wie viel er von ihnen zu berichten weiß. Die Tour endet mit zwei eindrucksvollen Aussichtspunkten auf den Dünen des Dorob Nationalparks.

Tipp:
Swakopmund ist eine gepflegte Stadt am Meer mit Promenade, süßen Geschäften und tollen Restaurants. Das Jetty 1905 ist ein beliebtes Seafood-Restaurant am Ende des Piers und bietet frischen Fisch in einem schicken Ambiente. Das in einem Schiffswrack untergebrachte Restaurant Tug hat uns allerdings etwas besser gefallen. In den gemütlichen Rämlichkeiten wird eine gehobene Küche mit Orynx Antilope, Austern und Thunfisch serviert. In beiden Restaurants sollten unbedingt vorher Tische reserviert werden!

Namaqua Chamäleon beim Jagen (Namibia)
Die Zunge des Namaqua Chamäleons braucht weniger als 0.07 Sekunden, um seine Beute zu erreichen
Namibgecko (Dorob NP, Namibia)
Der Namibgecko kommt ausschließlich in der Wüste Namib vor
Wüstenchamäleon (Living Desert Tour, Namibia)
Chris erklärt anschaulich die Eigenheiten der „Little Five“ (Namaqua Chamäleon)
Afrikanische Radspinne (Namibia)
Die Afrikanische Radspinne kann sich bei Gefahr oder für die schnelle Jagd zu einem Ball zusammenrollen, um mit 44 Rollen/Sekunde (1m/s) die Dünen hinabzukugeln
Dünen im Dorob Nationalpark (Namibia)
Auf der Tour geht es gemächlich über die Dünen des Dorob Nationalparks

Tag 7: Roadtrip durchs Damaraland zur Spitzkoppe

Unser Roadtrip führt uns heute 150 km (1,5 h) durchs heiße und trockene Damaraland. Das Ziel ist der Inselberg Spitzkoppe, der mit seinen 1728 Metern und der markanten Form auch als Matterhorn Namibias bezeichnet wird. Der Unterschied zu dem schicken Swakopmund ist enorm. Wir passieren etliche Wellblechhütten und Kinder, die am Straßenrand selbstgebastelte Andenken aus alten Konservendosen verkaufen. Der Campingplatz an der Spitzkoppe besitzt wunderschöne einsame Stellplätze in einer Landschaft voll kugelrunder Felsen, balancierender Granitblöcke, Felsbögen und Köcherbäume.

Bei einer Nachmittagstour fahren wir zu einem kleinen Wildtierschutzgebiet mit Zebras und Antilopen, in dem der Film 10.000 B.C. gedreht wurde (die Tiere sind der Spitzkoppe übrigens nach den Dreharbeiten überlassen worden). Am besten hat uns das Bushmann´s Paradise gefallen. Dabei handelt es sich um eine sattgrüne erhöhte Felsarena mit Akazien und Blutfruchtbäumen, in dessen Wände man Felszeichnungen der San entdecken kann. Um den fantastischen Ausblick von dieser kleinen Oase genießen zu können, muss man sich mithilfe einer Kette eine steile, glatterodierte Felsplatte hochziehen. Als die untergehende Sonne die Felsen der Spitzkoppe in einen warmen Rotton taucht, genießen wir diese besondere Atmosphäre an unserem wunderschönen Stellplatz.

Unser Tipp:
Der Stellplatz Secret Camp B hat uns besonders gut gefallen!
In den Felsspalten verstecken sich häufig die knuffeligen Klippschliefer, die sich durch ihre Vielzahl an Lauten verraten!

Zebras (Spitzkoppe, Namibia)
Die Zebras und Springböcke sind der Gemeinde nach den Dreharbeiten zu 10.000 B.C. überlassen worden. So entstand hier ein kleines Wildtiergehege.
Landschaft an der Spitzkoppe (Namibia)
Die verschiedenen Felsformationen machen die Spitzkoppe zu einem beliebten Klettergebiet
Bushmann´s Paradise (Spitzkoppe, Namibia)
Felsbogen am Bushmann´s Paradise
Felszeichnungen an der Spitzkoppe
An der Spitzkoppe gibt es mehrere Felszeichnungen der San zu sehen
Secret Camp B an der Spitzkoppe (Namibia)
Unser Stellplatz „Secret Camp B“
Spitzkoppe am Morgen (Namibia)
Sonnenaufgang an der Spitzkoppe

Tag 8: Waterberg Plateau Nationalpark

Das heutige Ziel unserer Reiseroute ist der 48 km lange und 15 km breite Tafelberg von Namibia (380 km/4 h). Mit seiner reichen Vegetation in der sonst eher kargen Landschaft wirkt der Waterberg fast schon wie eine Oase. Grund dafür ist Sandstein, der den Regen wie einen Schwamm aufnimmt. Das Wasser sickert nach unten und tritt schließlich in Form von Quellen wieder aus. Aufgrund der vielfältigen Lebensräume ist auf dem Plateau des 1885 m hohen Tafelbergs seit 1972 der Waterberg Plateau Nationalpark entstanden.

Wir übernachten auf dem großen Campingplatz Waterberg Resort, der gerne von geführten Organisationen angefahren wird. Dafür trifft man auf dem Weg zum Waschhaus häufig mal auf Warzenschweine oder die süßen Mangusten. Leider sehen wir auf dem geführten Sunset Game Drive nicht sehr viele Tiere. Der Unterschlupf an einem großen Wasserloch ist jedoch so etwas wie die Allzweckwaffe der Ranger. Hier tummeln sich Afrikanische Büffel, Giraffen, Zebras, Antilopen und Paviane.

Unser Tipp:
Bei Zeitproblemen empfehlen wir den Waterberg auszulassen und dafür etwas mehr Zeit im Etosha Nationalpark zu verbringen!

Shelter am Wasserloch im Waterberg NP (Namibia)
Von dem Shelter hat man einen schönen Blick auf das künstliche Wasserloch im Waterberg Plateau Nationalpark
Eine Manguste versteckt sich hinter unserem Autoreifen (Waterberg, Namibia)
Eine Manguste versteckt sich hinter unserem Autoreifen auf dem Waterberg Resort
Giraffe am Waterberg Plateau NP
Giraffe auf dem geführten Sunset Game Drive
Vogelnest in Namibia
Das Nest der Webervögel besitzt mehrere Bruthöhlen mit separaten Eingängen
Waterberg (Namibia)
Der Waterberg

Tag 9: Geparden beim CCF und Etosha (Okaukuejo)

Cheetah Conservation Fund (CCF)

Das Cheetah Conservation Fund (CCF) ist eine anerkannte Organisation, die sich dem Schutz der bedrohten Gepardenpopulation widmet. Wir besuchen das Hauptquartier in Otjiwarongo (120 km/1,5 h), wo interessante Führungen angeboten werden, die einen Einblick in die wichtige Forschungsarbeit von CCF geben. Um Konfliktsituationen zwischen Geparden und Menschen zu vermeiden, werden z.B. Anatolische Hirtenhunde gezüchtet, die die Viehherden namibischer Landwirte effektiv vor Gepardenangriffen beschützen sollen. Hin und wieder werden Jungtiere oder verletzte Geparden beim CCF abgegeben, wo sie dann versorgt und im besten Fall wieder ausgewildert werden. Geparden, bei denen eine Auswilderung nicht mehr möglich ist, können ebenfalls während der Tour besichtigt werden. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, diesen wunderschönen und pfeilschnellen Tiere so nahe zu kommen und wir sind zutiefst beeindruckt von der Arbeit des Cheetah Conservation Funds!

Unser Tipp:
Eine weitere renommierte Organisation, die sich dem Schutz von Wildkatzen widmet ist die AfriCat Foundation im luxuriösem Okonjima Nature Reserve. Hier hat man die Möglichkeit Leoparden, Geparden, Hyänen und die seltenen Pangoline zu beobachten. Wir können nur jedem empfehlen, sich vor dem Besuch einer anderen Großkatzen-Schutzstation intensiv zu informieren, ob es sich tatsächlich um ein Schutz- und Forschungsprojekt oder doch um eine Aufzuchtstation für Jagdfarmen handelt!

Gepard im Cheetah Conservation Fund (CCF, Namibia)
Wenige Geparden, die durch Verletzungen oder besondere Verhaltensweisen nicht mehr ausgewildert werden können, leben dauerhaft im Hauptquartier des Cheetah Conservation Funds. Dabei ist CCF sehr bemüht, ihre Haltungsbedingungen so natürlich wie möglich zu gestalten.
Gepard im Cheetah Conservation Fund (CCF, Namibia)
Die Geparden können auf einem Cheetah Safari Drive, bei Fütterungen oder dem Cheetah Run beobachtet werden. Bei Letzterem jagen die schnellsten Landtiere der Welt mit bis zu 113 km/h einer Laufleine hinterher.
Gepard im Cheetah Conservation Fund (CCF, Namibia)
Auf dem Cheetah Safari Drive kommt man den scheuen Tieren sehr nah!
Etosha (Okaukuejo)

190 km (2 h) weiter und wir erreichen das absolute Highlight unseres Namibia Roadtrips: auf uns warten 4 Tage im Etosha Nationalpark! Wir übernachten in dem großen Okaukuejo Resort, dessen Hauptattraktion ohne Zweifel das beleuchtete Wasserloch ist. Hier scheinen sich wirklich zu jeder Tageszeit die verschiedensten Wildtiere zu tummeln. Eine erste Selbstfahrersafari führt uns zum Okondeka Wasserloch, wo sich tatsächlich eine Gruppe von Löwen niedergelassen hat. Zurück auf dem Campingplatz müssen wir unser Grillfleisch vor den frechen Schakalen schützen. Ständig schleichen sie sich an uns heran und lassen sich nur widerwillig vertreiben… Den Abend lassen wir schließlich am Wasserloch ausklingen, wo sich Nashörner, Elefanten, Affen, Zebras und Giraffen versammelt haben. Unnötig zu erwähnen, dass wir erst sehr spät ins Bett kommen. Die Faszination und Spannung, wenn wieder ein Tier am Horizont auftaucht, ist einfach zu groß!

Giraffe im Etosha NP
Der Etosha Nationalpark umfasst fast die gesamte 4760 km² große Etosha-Pfanne. Die Kalk- und Salzpfanne ist der Boden des ehemaligen Ekuma-Sees.
Giraffe in der Etosha Pfanne
Einsame Giraffe in der ausgetrockneten Etosha Pfanne
Giraffen am Okondeka Wasserloch im Etosha NP
Giraffen und Löwen (vorne im Bild) haben es sich am Okondeka Wasserloch gemütlich gemacht
Nashörner am Okaukuejo Wasserloch (Etosha NP)
Nashorn mit einem Jungen am beleuchteten Okaukuejo Wasserloch

Tag 10: Etosha (Okaukuejo)

In der Nacht werden wir immer wieder von Schakalen geweckt, die die Mülltonnen auf der Suche nach Essensresten durchstöbern. Als die ersten Sonnenstrahlen schließlich durch unser Dachzelt scheinen, hält mich nichts mehr im Bett. Ich muss ans Wasserloch! Drei Stunden später sitzen wir dort immer noch und starren gebannt auf eine Elefantenherde, die ein entspanntes Bad nimmt. Nachdem wir uns endlich lösen können, fahren wir zum sogenannten Märchenwald, der uns nicht wirklich begeistert und probieren unser Glück erneut beim Okondeka Wasserloch.

Hier sollten wir nicht enttäuscht werden! Die zwei männlichen Löwen und sechs Löwinnen vom Vortag haben einen Büffel gerissen und liegen direkt an der Straße. Während wir fasziniert auf das Wasserloch starren, kommen ein Löwe und eine Löwin direkt auf unser Auto zu. Es ist ein atemberaubender Moment, den erhabenen Tieren im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nah zu sein (immerhin haben wir das Fenster geöffnet).

Am Nebrowni Wasserloch werden wir dann jedoch Zeugen von einer recht kläglichen Vorstellung des Königs der Tiere. Alle 15 Minuten umrundet ein Löwe seine momentane Partnerin – ein kurzer Biss ins Ohr, zwei Stöße und erschöpft sackt er neben sie, um sofort einzuschlafen. Das soll es gewesen sein? ;)

Am Abend genießen wir ein letztes Mal das lebhafte Wasserloch in Okaukuejo. Eine große Elefantenherde hat sich hier versammelt und mit Spannung beobachten wir, wie sie mit lautstarkem Gebrüll und Schnauben vier Löwen vertreiben, die sich sehr vorsichtig dem Wasserloch genähert haben.

Stellplatz im Okaukuejo Resort (Etosha NP)
Sonnenaufgang an unserem Stellplatz im Okaukuejo Resort
Löwin im Etosha NP
Diese Löwin ist direkt an unserem Auto vorbei gelaufen. Das zuvor geöffnete Fenster war sehr schnell wieder geschlossen…;)
Wenn´s mal wieder juckt…
Löwen bei der Paarung im Etosha NP
Während der Paarungszeit begatten die Löwen ihre temporäre Partnerin bis zu 40 Mal am Tag!
Penis vom Elefanten (Etosha NP)
Doppelrüssler: tatsächlich besitzt der Afrikanische Elefant mit einer Penislänge von bis zu 1,8 Metern den „Größten“ der Landtiere!
Wasserloch im Okaukuejo Resort (Etosha NP)
Das Wasserloch ist das Highlight im Okaukuejo Resort
Okaukuejo Resort im Etosha NP
Während der Nacht darf man das Okaukuejo Resort auf eigene Faust nicht verlassen

Tag 11: Etosha (Halali)

Auf dem Weg zu unserem neuen Schlafplatz, dem Halali Resort (70 km/2 h), treffen wir auf eine große Herde Elefanten. Sie sind gerade auf dem Rückweg von einem Wasserloch, das wir besuchen wollen und kommen uns direkt auf der schmalen einspurigen Straße entgegen. Ein Wenden ist unmöglich und hinter uns nähert sich ein weiteres Fahrzeug. Wir beschließen den Motor auszustellen und ruhig sitzen zu bleiben, um die Tiere nicht zu beunruhigen (immerhin hat erst ein Jahr zuvor ein Elefantenbulle einen Kleinwagen im Krüger Nationalpark umgeworfen –> hier gibt es ein Video davon).

Leider sieht das der Fahrer hinter uns anders und fängt panisch an, seinen Jeep hin und her zu steuern. Der größte Elefantenbulle steht jetzt direkt neben unserem Fenster, tritt nervös von einem Bein auf das andere und brüllt und schnaubt in Richtung des anderen Wagens. Der Anblick dieses gewaltigen, wütenden Tieres macht mir Angst, das Blut pulsiert in meinen Ohren und am liebsten würde ich mich in dem Fußraum verstecken. Als die Herde endlich ins Dickicht ausweicht, sind wir ziemlich erleichtert!

Am Halali Resort angekommen, nutzen wir die Suche nach einem Geocache am Funkturm für eine kurze Wanderung. Von hier oben hat man einen tollen Blick über den Etosha Nationalpark. Mit etwas Glück (oder Pech) kann man auf dem Weg auch dem als recht aggressiv geltenden Honigdachs begegnen! Auf einem organisiertem Night Drive sehen wir Wildkatzen, Nashörner, Antilopen, Elefanten und sogar zwei Löwen mit Babys (leider recht weit entfernt). Wir haben die Night Drives, bei denen man mit Rotlicht das Gebüsch und die Steppe nach reflektierenden Augen absucht, schon im Krüger Nationalpark geliebt. Die Chance nachtaktive Tiere oder Großkatzen beim Jagen zu beobachten ist im Dunkeln um einiges größer als am Tag. Da es verboten ist, nach Einbruch der Dunkelheit auf eigene Faust das Camp zu verlassen, müssen nachts geführte Touren in Anspruch genommen werden!

Unser Tipp:
Der kleine Pool vom Halali Resort eignet sich perfekt für eine Abkühlung während der tierarmen Mittagszeit!

Elefant stürzt am Wasserloch im Etosha NP
Nicht immer einfach, aus dem Schlammbad wieder herauszukommen…
Elefantenherde im Etosha NP
Der Schlammüberzug schützt die empfindliche Haut der Elefanten vor Sonnenbrand und Hitze!
Zebra wälzt sich im Sand (Etosha NP)
Zebra beim Sandbaden
Springbock Antilopen suchen Schutz vor der Sonne im Etosha NP
Diese Springböcke suchen unter einem Webervogel-Nest Schutz vor der Mittagssonne
Elefant nimmt ein Schlammbad im Etosha NP
Die Tiere sind in der Trockenzeit meistens an den Wasserlöchern aufzufinden
Geocaching im Halali Resort (Etosha NP, Namibia)
Geocaching am Funkturm des Halali Resorts

Tag 12: Etosha (Namutoni)

Auf dem Weg zum Fort Namutoni (70 km/2 h) finden wir zwei badende Hyänen, die sich das Wasserloch mit Giraffen, Kudus, Elefanten, Zebras, Gnus und sogar Nashörnern teilen. Am Fort Namutoni machen wir eine ausgiebige Pause und verlängern unser Etosha Permit nochmal um 2 Stunden. Die Zeit nutzen wir für eine Fahrt zur Fisher´s Pan, die jetzt zum Ende der Trockenzeit allerdings komplett ausgetrocknet ist. Von den erhofften Flamingos und Pelikanen gibt es keine Spur, dafür sehen wir in der Ferne einen Geparden… Wir übernachten im privaten Onguma Tamboti Campsite, wo wir unser erstes Dikdik (eine der kleinsten Antilopen Afrikas) entdecken!

Hyäne nimmt ein Bad im Etosha NP
Von wegen schmuddelig: eine Tüpfelhyäne beim Baden
Lachende Hyäne im Etosha NP
Das typische Gelächter der Hyänen verrät ihren Artgenossen Alter, Befinden und wahrscheinlich auch die soziale Stellung
Nashorn im Etosha NP
Sieht fast so aus, als halte sich dieses Nashorn für ein Kudu…
Lachende Zebras im Etosha NP
Einmal recht freundlich, bitte…
Gepard im Etosha NP
Ein Gepard chillt an der trockenen Fischer´s Pan
Fort Namutoni im Etosha NP
Fort Namutoni
Dikdik Antilope im Etosha NP
Auf dem Weg zum Onguma Game Reserve sehen wir die Afrikanische Zwergantilope (Dikdik)
Dikdik Antilope im Etosha NP
Die 40 cm große Dikdik Antilope ist nach dem 25 cm großen Kleinstböckchen die kleinste Antilope Afrikas. Ihre langen Wimpern haben uns regelrecht verzaubert!

Tag 13: Popa Falls

Um die heutigen 630 km (6,5 h Fahrt) zu den Popa Falls zu schaffen, müssen wir schon früh am Morgen starten. In Rundu, das am Südufer des Okavangos liegt, füllen wir unsere Vorräte wieder auf. Rundu ist mittlerweile zu der zweitgrößten Stadt Namibias gewachsen, zählt aber auch gleichzeitig immer noch zu den ärmsten Regionen des Landes. Das Popa Falls Resort ist sauber und neu, allerdings etwas unpersönlich. Trotz der vielen Angestellten scheinen wir die einzigen Gäste zu sein. Bei einem Sundowner an der Jetty Bar hoffen wir darauf, ein paar Nilpferde oder zumindest Krokodile im Kavango zu entdecken – leider ohne Erfolg. Obwohl wir sie nicht gesehen haben – hören konnten wir die Nilpferde dann nachts umso deutlicher. Mit dem Wissen, dass sie gerne mal durch das Camp spazieren, wird der nächtliche Toilettengang zu einer spannenden Angelegenheit…

Unser Tipp:
Die Popa Fälle werden von einigen aufgrund ihrer geringen Größe auch als Popelfälle bezeichnet. Auch wir waren jetzt nicht gerade begeistert von den kleinen Wasserfällen bzw. Stromschnellen und fanden unseren kurzen Aufenthalt absolut ausreichend.

Popa Falls bei Sonnenuntergang (Namibia)
Popa Falls bei Sonnenuntergang

Tag 14 – 28: Caprivi-Streifen und Roadtrip durch Botswana

Caprivi-Streifen

Nach 380 km durch den Caprivi-Streifen erreichen wir die Grenze zu Botswana bei Ngoma. Die Region unterscheidet sich stark von den touristischen Zielen Namibias. Überall stehen kleine Siedlungen mit einfachsten Hütten aus Autoteilen oder Lehm, am Straßenrand verkaufen Anwohner Feuerholz oder Basteleien und ständig wird uns der Anhalter-Daumen entgegengestreckt – Mitfahrgelegenheiten sind hier rar… Ziegen und Kühe überqueren die Straße und trotz der fast schon tropischen Schwüle sehen wir einige Frauen, die Wäsche, Obst oder Getreide traditionell in großen Körben auf dem Kopf tragen.

Roadtrip durch Botswana

An der Grenze füllen wir das Ausreiseformular aus, bekommen einen Ausreisestempel, tragen uns ein paar Meter später wieder am Tor ein, bezahlen 190 NAD für die Straßennutzung, nennen unsere Reiseroute, passieren die Veterinärkontrolle und stehen endlich in Botswana! Zwei Wochen lang werden wir ab jetzt quer durch die Nationalparks Botswanas reisen. Dabei machen wir einen Abstecher zu den berühmten Victoriafällen in Zimbabwe, durchqueren den Chobe Nationalpark über Savuti ins Moremi Game Reserve und fliegen über das Okavangodelta. Wir verbringen zwei Nächte im Nxai Pan Nationalpark, zelten unter den großen Baines Baobabs und schlafen unter freiem Sternenhimmel in den trockenen Salzpfannen Makgadikgadi Pans. Hier besuchen wir die süßen Erdmännchen und reisen schließlich durch die Kalahari zurück nach Windhoek in Namibia. Unsere Botswana-Erlebnisse könnt ihr bald auf unserem Blog nachlesen!

Straße im Caprivi-Streifen (Namibia)
Häufig überqueren Nutztiere die B8 durch den Caprivi-Streifen
Hütten im Caprivi-Zipfel (Namibia)
Einfache Hütten im Caprivi-Streifen

Tag 29: Windhoek und ein flaues Gefühl beim Geld abheben

Nach vier Wochen sind wir wieder zurück an unserem Ausgangsort Windhoek! Wir übernachten dieses Mal in dem topmodernen und sehr sauberen Discovery Guest House, dass wir wirklich jedem wärmstens ans Herz legen können. Der große private Parkplatz bietet außerdem genügend Platz, um den Camper leerzuräumen und grob zu reinigen.

Zu einem gelungenen Abschluss der Reise wollen wir uns anschließend ein Abendessen im tollen Restaurant Nice gönnen. In den schicken Räumlichkeiten, in dem eine Schule für angehende Spitzenköche untergebracht ist, werden die gehobenen Speisen der Schüler zu angemessenen Preisen serviert. Auf dem Weg zum Restaurant halten wir noch schnell in der Innenstadt, um etwas Bargeld abzuheben. Tja, und dabei geraten wir ausgerechnet an unserem letzten Tag in eine Situation, die wir uns nach vier Wochen in der Wildnis Afrikas nicht hätten träumen lassen: wir fühlen uns bedroht – und zwar nicht von Tieren, sondern von Menschen!

Was ist passiert?

Der Geldautomat in der Bank ist kaputt, weshalb wir zum ATM in dem gegenüberliegenden Einkaufszentrum gehen. Wir sind alleine, ich stecke meine Karte in den Automaten, Stefan steht vorsichtshalber direkt hinter mir. In dem Moment kommt ein junger Mann um die Ecke und bietet mir recht penetrant seine Hilfe an. „Nein danke, ich brauche keine Hilfe beim Geld abheben!“ Er kommt immer näher und wird so hektisch, dass Stefan ihn schon höflich, aber ziemlich bestimmt abwimmeln muss. Ich verstaue mein Geld und meine Karte sorgfältig in meinem Geldgürtel (kann ich für solche Situationen übrigens sehr empfehlen) und wir gehen. Da ruft uns der Typ zurück. Ich müsse meine Karte nochmal reinstecken, mein Account wäre noch offen und nun könne jeder von meinem Konto Geld abheben…

Ich versichere dem erstaunten Stefan, dass alles passt, ich meine Karte habe und wir definitiv gehen können. Der Typ lässt aber nicht locker, wird immer lauter und in dem Moment kommen zwei andere (dieses Mal sehr breite) Männer um die Ecke. „Hey mein Freund, dein Account ist noch offen!“ Es wird immer lauter und wir sehen zu, dass wir selbstbewusst und schnell zum Ausgang weitergehen. Da biegt ein weiterer Kerl um die Ecke, kommt von vorne auf uns zu und greift nach Stefans Schulter. Stefan wehrt ihn ab, zwei weitere beherzte Schritte und wir sind draußen, wo auch schon ein Security der gegenüberliegenden Bank besorgt in unsere Richtung schaut. Die Typen lassen von uns ab und wir sehen zu, dass wir mit Vollgas verschwinden.

Bis heute wissen wir nicht, wie diese Situation ausgehen sollte. Tatsache ist nur, dass ein Bankaccount auch in Namibia nicht „offen“ bleibt, wenn man seine Karte und sein Geld erhalten hat. Tatsache ist sicher auch, dass wir in der Situation vielleicht anders reagiert hätten, wenn es unser erster ATM-Besuch in Namibia gewesen wäre. Wie dem auch sei: wir hatten nach dem Vorfall noch alle persönlichen Gegenstände, mein Konto war zumindest noch so weit gefüllt, wie man das nach vier Wochen Roadtrip durch Afrika erwarten kann und der anschließende Abend im Nice war absolut genial! Zum Glück ist das Einzige, was uns diesen Urlaub gestohlen wurde unser Herz. Das wird ab jetzt nämlich immer auch ein bisschen für Namibia schlagen!

Wasserloch mit Wildtieren im Etosha
In der Trockenzeit tummeln sich die Wildtiere im Etosha Nationalpark an den Wasserlöchern

Unser Fazit

Namibia bietet weit mehr als einmalige Erlebnisse mit Wildtieren und traumhafte Sonnenuntergänge! Verschiedenste Landschaften auf kurzer Strecke, professionelle Tourenanbieter und ein interessanter Kulturmix machen einen Roadtrip durch das Land unglaublich spannend. Unserer Meinung nach eignet sich Namibia dabei besonders für Afrika-Einsteiger. Obwohl wir zuvor schon durch Südafrika gereist sind, war Namibia für uns der perfekte Auftakt unseres Botswana Roadtrips. Eine Rundreise durch Namibia ist deutlich günstiger und einfacher zu planen. Darüber hinaus verfügt das Land über eine stabilere Infrastruktur und ist insgesamt besser auf Individualreisende als Botswana eingestellt! Namibia – 1000 Aspekte aus Afrika in einem Land vereint!

Tipps von anderen Reisebloggern für einen Roadtrip durch Namibia

Weitere Highlights findet ihr bei Sabine von Reisepatz. Travelinspired verraten euch weitere Tipps für einen Roadtrip und ihre Reiseroute durch Namibia und Ina von Genussbummler liefert viel Wissenswertes für eure erste Safari! Bei Katrin von Viel Unterwegs gibt es Tipps und Unterkünfte in Windhoek und auf Travelography findet ihr einen tollen Reisebericht über das oben angesprochene Onkonjima Plains Camp. Schaut mal rein!

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Comments

  1. Wie habt ihr denn den Geparden in der Fischer´s Pan entdeckt ? Sieht aus, als könnte man einfach vorbei fahren und ihn locker übersehen. Oder entwickelt man nach einer Weile ein Gespür dafür, wo man die Tiere sehen könnte ? Ist auf jeden Fall ein traumhafter Beitrag geworden, Nadine !! Und die Fotos, klasse. Ich hoffe, dass ich auch irgendwann mal nach Namibia komme. Soll aber auch nicht günstig sein. Wird es noch einen Beitrag zu den Kosten geben ?
    LG, Schwerti

    1. Author

      Vielen Dank, Schwerti!!! :)
      Die Tiere können überall liegen, aber nach einiger Zeit entwickelt man tatsächlich irgendwie einen Blick dafür… Aber man ist auf Safari ja auch wirklich sehr sehr langsam unterwegs und „jagd“ ja regelrecht nach tollen Sichtungen. Wir haben uns jedes Mal super gefreut, wenn wir wieder ein Tier gespottet haben, das wir bisher noch nicht gesehen haben oder das etwas „Besonderes“ gemacht hat. In der Trockenzeit sieht man aber wirklich die meisten Tiere an den Wasserlöchern. Da muss man eigentlich nur warten und etwas Geduld haben… :)
      Leider ist Namibia wirklich nicht ganz günstig, aber trotzdem ein viel viel kostengünstigeres Reiseland als Botswana. Vielleicht schreibe ich tatsächlich mal einen Beitrag zu den Kosten – dann im direkten Vergleich zu Botswana. Der teuerste Posten war definitiv der Jeep mit Dachzelt, der für unseren anschließenden Botswana-Trip notwendig war. Den benötigt man in Namibia aber nicht unbedingt. Unsere Reiseroute hätte man genauso mit einem normalen PKW und Zelt machen können (außer das kurze Stück zur Deadvlei, wo es aber 4×4 Taxis gibt). Da spart man schon mal ordentlich. Die staatlichen NWR Campingplätze sind mit 10€ – 25€ preislich eigentlich absolut akzeptabel und das Essen haben wir ja sowieso meistens selbst gekocht. Die Touren liegen so zwischen 50€ (Living Desert Tour) bis 150€ (Ganztagestour Sandwich Harbour/Pelican Point Kajak). Ich würde sagen, dass die Kosten alles in allem vergleichbar mit den USA waren! Also scheiß auf die Luxus-Lodges und nix wie hin! :)

  2. Hey ihr beiden,

    vielen Dank für den tollen Bericht. Wir durften viele eurer Abenteuer auch schon selbst erleben und haben unser Herz auch in Afrika verloren. Leider haben wir es bisher noch nicht nach Botswana und die Victoria Falls geschafft, werden das aber demnächst in Angriff nehmen. Falls ihr nochmal nach Namibia reisen solltet, plant unbedingt einen Besuch der Epupa Fälle und eine Tour zu den Wüstenelefanten ein. Wenn ihr Tipps dazu braucht, können wir euch gerne weiter helfen.

    Liebe Grüße
    Verena und Andy

    1. Author

      Hallo ihr Zwei,
      freut uns sehr, dass euch unser Bericht gefallen hat! Botswana war wirklich genial und nochmal so ganz anders als Namibia. Sehr empfehlen können wir euch eine Fahrt durch den Chobe NP nach Savuti und weiter nach Moremi. Das war wirklich ein kleines Abenteuer für uns… Eure Fotos von den Epupa Fällen sind fantastisch. Sicherlich spektakulärer als die kleinen Popa Fälle… :)
      LG, Nadine

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