Amsterdam – mehr als nur Coffeeshops

In Europa, Niederlande by NaddlLeave a Comment

Amsterdam ist mit seinen knapp 810.000 Einwohnern die Hauptstadt der Niederlande. Bei den zahlreichen Touristen ist es besonders bekannt für seine Grachten, Coffeeshops (in Amsterdam benötigt man keinen Wietpas, um als Ausländer Einlass zu bekommen), das Van Gogh Museum und das Rotlichtviertel. Zu bieten hat die Hafenstadt allerdings noch viel mehr.

Sitzt man bei schönem Wetter in einem der kleinen Cafes im Grachtengürtel und beobachtet die vorbeiziehenden Boote, dann fühlt man sich ein bisschen wie in Venedig – allerdings einem hippen Venedig mit Berlinflair und Kleinstadtfeeling. Hier offenbart sich die Vielfalt und Offenheit von Amsterdam: verliebte Paare im kuscheligen Zweisitzer mit Felldecke, Junggesellenabschiede beim Grillen auf einer solarbetriebenen Nussschale, Anzugträger mit Champagner auf wahrscheinlich gecharterten Luxusyachten, kreischende sekttrinkende Frauengruppen in knappen Bikinioberteilen oder Kapitäne, die ihre großen Touristenschiffe mutig durch die kleinen Grachten manövrieren.

Prinsengracht mit Westerkerk im HintergrundPrinsengracht mit Westerkerk im Hintergrund

Fahhrad, Grachten und Hausboote in Amsterdam

Kulturinteressierte finden Highlights wie das Anne Frank Haus, das Rijksmuseum, das Van Gogh Museum am Museumsplein oder das FOAM Fotografiemuseum. Beim Thema Kultur sollten das Sexmuseum Venustempel, das Haschmuseum, Yab Yum Unlocked (ein ehemaliges zu besichtigendes Luxusbordell) und das Foltermuseum wohl nicht ungenannt bleiben. Das klingt jetzt aus dem Zusammenhang gerissen? Gerade das ist typisch für Amsterdam. So steht zum Beispiel das Monument „Alte Kirche“ (De oude Kerk) inmitten des Rotlichtviertels, wo hübsche Frauen aus aller Welt ihre Dienste in den roten berühmt-berüchtigten Schaufenstern anbieten.

“Some tourists think Amsterdam is a city of sin, but in truth it is a city of freedom. And in freedom, most people find sin.”John Green

Im Rotlichtviertel und westlichen Grachtengürtel findet auch der wesentliche Teil des Nachtlebens statt. Hier befinden sich viele verrückte Bars, tolle Clubs und die größte Anzahl der Coffeeshops. In der Bananenbar z.B. darf man für 60€ Eintritt eine Stunde lang soviel trinken wie man will (oder vielleicht auch nur kann) und dabei Frauen auf der Bar zugucken wie sie – naja – nennen wir es mal Tricks mit ihrem Körper vorführen (quasi eine Art Ping Pong Show Light). Bei den zahlreichen Junggesellen/Junggesellinnenabschieden sind Pub Crawls sehr beliebt. Die finden meistens in den Sport- und Studentenkneipen rund um den Leidseplein, Rembrandtplein und der Prinsengracht statt. Musikalische Highlights bieten die Open Air Konzerte im Sommer im Vondelpark Openluchttheater und Clubs wie das Club Up, AIRClosure, Jimmy Woo oder Escape. Etwas Besonderes sind die Konzerte im Melkweg (eine ehemalige Milchfabrik) und dem Paradiso (eine alte, beinahe unveränderte Kirche). In der ehemaligen Fabrikhalle Amsterdam Roest laufen ebenfalls Musik-,  Film und Theaterevents und im Sommer kann man hier auf der Außenterasse mit Strandbar Sonnenbaden, Schwimmen und am Lagerfeuer relaxen. Eine weitere Möglichkeit am Wasser zu essen und entspannen ist Hannekes Boom. Nur 5 min. zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt liegt diese Bretterverschlag-Bar mit Blick auf die Stadt und wechselndem Musikprogramm (60s & 70s, Jazz, Pop, Blues, Reggae).

Der Königliche Palast (Paleis op de Dam) in Amsterdam bei NachtDer Königliche Palast (Paleis op de Dam)

Für den Hunger nach der Party gibt es Frittiertes wie Frikadellen, Kroketten und Kibbeling (frittierter Fisch) aus dem Automaten (FEBO). Besonders beliebt sind die typischen niederländischen Pommes mit Sauce (z.B. Friet Speciaal mit Mayo, Curryketchup und – ganz wichtig – gehackten rohen Zwiebeln) oder Waffeln und Pancakes mit einer Menge Sahne und Toppings. Für den Hunger vor der Party gibt es natürlich auch hochwertige, moderne Restaurans. Das Pllek z.B. befindet sich in alten Schiffscontainern, mit Blick auf die Stadt und tollem Outdoor- /Strandbereich, das Bazar bietet einen tollen kulinarischen Mix aus westlichen und arabischen Gerichten in einer interessanten Location und das außergewöhnliche Restaurant De Kas serviert seinen Gästen saisonale Gerichte mit Kräutern und Gemüse aus dem eigenen Anbau im modernen Gewächshaus. Wer sein eigenes Essen am liebsten mag, der ist im Basis Amsterdam genau richtig. Hier darf man mitgebrachtes Essen in der bereitgestellten Küche aufwärmen und in geselliger Runde verzehren. Ansonsten findet man an jeder Ecke eine vegane Brotbar, Käseboutiquen oder Bio-Bäckerei. Legt man Wert auf einfaches, aber ökologisches Essen ist man hier an der richtigen Adresse. Bierbrauereien wie das Brouwerij ‚t IJ in einer traditionellen Windmühle bieten neben der Bierverkostung von hauseigenen Sorten meistens deftiges Essen an.

Du fragst dich was die Stadt für dich an Abenteuern bereithält? Dann schnapp dir eines der Leihfahrräder (z.B. von Star Bikes Rental) und entdecke Amsterdam auf deine Weise! Aber Achtung: obwohl die Niederländer eigentlich eine entspannte Mentalität haben, kann es beim Radfahren auch mal stressig werden. Hier werden kosequent rote Ampeln übersehen und mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit durch die engen Menschenmengen gerast. Alternativ kann man sich ein eigenes Motorboot leihen (für Boote bis zu 15 m Länge oder 20 km/h benötigt man keinen speziellen Bootsführerschein) oder mit Hilfe der Metro, Straßenbahn und zu Fuß die Stadt erkunden.

Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof/Stationplein in AmsterdamDas Fahrradparkhaus am Stationsplein

Klappbrücke in AmsterdamEinige der Grachtenbrücken sind für den Schiffsverkehr klappbar

Krijtberg Kirche am Konigsplein Amsterdam bei Nacht

Krijtberg Kirche am Konigsplein Amsterdam bei NachtKrijtberg Kirche

Was kann man in Amsterdem sonst noch erleben?

  • Günstig übernachten und noch dazu direkt am Meer kann man auf dem Campingplatz Zeeburg. Der Platz füllt sich an Wochenenden und in den Ferien allerdings sehr schnell, so dass man ohne Reservierung oft auf Camping Gaasper ausweichen muss. Hier stehen die Zelte wirklich dicht an dicht (Gehörschutz ist nicht die schlechteste Idee), was aber immerhin den Vorteil hat, dass man hier noch relativ lange eine Chance auf einen Stellplatz hat. Da ungefähr 70% der Campingplatzbesucher von Amsterdam nicht mehr als den einen Coffeeshop sehen, in dem sie sich mit Gras eindecken um dies anschließend in Kombination mit Alkohol lautstark vor dem Zelt zu konsumieren, ist Schnarchen nicht der einzige Grund, der zu schlaflosen Nächten führen kann… 😉 Wir sind allerdings festivalerprobt und können daher schlichtweg überall schlafen. Alle anderen sollten sich vielleicht ein Hotel nehmen. Bis zur Metrostation sind es circa 10 min. Fußweg und in 15 min. ist man mit der Metro am Hauptbahnhof von Amsterdam.
  • BMXer, Skater oder Blader nutzen den Olympiaplein Skatepark oder die berühmte Museumplein Miniramp. Die steht in einer Parkanlage mit Grünflächen, auf denen man bei schönem Wetter auch einfach nur relaxen und zugucken kann.
  • Das schmalste Haus von Amsterdam kann am Singel 7 besichtigt werden.
  • Sehr touristisch, aber auch eine Hauptattraktionen bei Touristen ist der schwimmende Blumenmarkt (Tulpensamen geben dir die Chance etwas Holland mit nach Hause zu nehmen).
  • Eine Grachtenrundfahrt mit Canal bietet die Gelegenheit sich die Stadt vom Wasser aus anzusehen. Hier werden auch Cocktail- und Candle Light Cruises angeboten.
  • Einen 360° Blick von Amsterdam erhält man im Restaurant Blue Amsterdam, das im Einkaufszentrum Kalvertoren liegt.
  • Das größte Taschenmuseum der Welt mit mehr als 4000 Hand-, Koffer- und Brieftaschen kannst du im Tassenmuseum besuchen.
  • Falls du nicht nur auf stylische Bars stehst, wirst du dich wahrscheinlich in einer der „Braunen Kneipen“ wohlfühlen. Dies sind Kneipen mit dunklem Holzinterieur, das sich durch jahrelangen Zigarettenrauch braun verfärbt hat. Heutzutage herrscht ein striktes Rauchverbot, so dass jüngere „Braune Kneipen“ nur noch in dem Stil eingerichtet werden. Hier fühlen sich die Amsterdamer bei einer Zeitung und einem Kaffee oder Bier wohl (z.B. Café de Dokter oder Café Hoppe).
  • Im Heineken Experience bekommt der Besucher einen spannenden, interaktiven Einblick in die Geschichte der Brauerei und darf natürlich auch einige der Produkte testen.
Wie hast du Amsterdam erlebt?

Leave a Comment