Hi, wir sind Stefan & Nadine!

Sandboarding auf den Te Paki Dunes

Träume vs. Realität

Wir haben unser Hobby erfolgreich zum Beruf gemacht und zeigen euch nun wie man mit 5 Minuten Arbeit am Tag ein Leben lang umsonst reisen kann. Begleitet uns auf einer unserer Grönland-Expeditionen zur Erforschung der Klimaerwärmung, surft mit uns auf der wahrscheinlich heißesten Welle der Welt am Kilauea auf Hawaii und helft uns beim Kampf gegen das Aussterben des Saola-Waldrinds.
Wir meistern spontan und taff jedes Abenteuer, alles funktioniert einwandfrei und immer mit bester Laune. Kurzum: Bear Grylls kann einpacken gegen uns!

Tja, klingt nicht schlecht und während ich hier bei bei miesestem Deutschlandwetter mit dem Laptop nach der Arbeit auf dem Sofa sitze und mir Blogs mit solchen Beiträgen durchlese, kann ich mir das Ganze so oder ähnlich auch super für uns vorstellen. Die Wahrheit sieht allerdings etwas anders aus.

„Laber nicht, tu es einfach!“

Wir haben beide einen unspannenden 9-to-5-Job um unser Leben zu finanzieren und können begrenzt durch 30 Tage Urlaub nur eine große Reise pro Jahr in Angriff nehmen (auf die wir auch noch ziemlich lange sparen müssen). Zu allem Überfluss treffen wir dabei fast nur auf Menschen, auf die das oben beschriebene Leben so oder ähnlich zutrifft und denen die Antwort auf die Frage was wir beruflich machen, nur ein gequältes Verziehen der Mundwinkel entlockt. Ebenso wenig enthusiastisch fällt die Reaktion übrigens aus wenn wir ihnen mitteilen, dass wir nach 4 Wochen schon wieder abreisen werden (und wir finden das auch noch lang…). So wie es aussieht, werden wir in den nächsten Jahren auch nicht von heute auf morgen à la „Goodbye Germany“ nach Mallorca auswandern, um deutsches Brot ohne Spanischkenntnisse und Bäckerlehre zu verkaufen.
Trotzdem: wir versuchen unsere freie Zeit so oft wie möglich draußen zu verbringen, bereisen seit 2001 jedes Jahr ein anderes Land und erleben dabei tatsächlich eine Menge Abenteuer. Okay, in die meisten davon schlittern wir dabei ehrlicherweise etwas unbeabsichtigt hinein…

„Let your dreams be bigger than your fears and your actions louder than your words…“

Da ist zum Beispiel die Botswana Reise:
6 Monate vor Urlaubsbeginn klingt es wie ein spannendes und interessantes Erlebnis, inmitten von Wildtieren in Botswana ohne Zaun oder ähnliches zu zelten. Kurz vor Abreise durchforsten wir dann panisch die Foren nach der idealen Flaschengröße für das nächtliche Geschäft im Zelt (oft empfohlen wird hier übrigens eine Mayonnaiseflasche) und stolpern hierbei natürlich über die üblichen „ich kenne jemanden, der nachts geweckt worden ist, als ein Leopard versucht hat sein Zelt zu öffnen“ und „ich habe mal gelesen, dass jemand nachts auf dem Weg zum Waschhaus von einem Löwen zerfleischt wurde“ -Geschichten. Eine Nacht vor Abflug sind wir dann schließlich überzeugt davon, dass wir diesen Trip definitiv nicht überleben werden.

Unsere Abenteuer

Was soll ich sagen? Bis jetzt sind wir von unseren kleinen Abenteuern immer unbeschadet zurückgekehrt. Und da gab es bis jetzt einige…

  • Zum Beispiel die Tauchsafari in Ägypten (wir hatten etwas Magenschmerzen wegen den Weißspitzen-Hochseehaien, bekamen dann aber die einmalige Chance mit einer Delfinschule zu schnorcheln).
  • Zelten und Wandern im Grizzly-Gebiet in den Rocky Mountains (wir haben schon Wochen vorher die Verhaltensunterschiede von Grizzlies und Schwarzbären im Netz studiert).
  • 4 Tage Walk Safari  im Krüger Nationalpark (wir hatten die naive Vorstellung, dass es das Ziel sein wird den meisten Tiere nicht zu Fuß zu begegnen. Stattdessen sind viele Ranger ehemalige Jäger, die einen so nah wie möglich an Löwen, Elefanten und Nashörner bringen möchten –> Resultat: wir wurden fast von einem Elefantenbullen zertrampelt und von einer Löwin im Savannengras gejagt.)
  • Nächtliches Hiken im überfluteten Corcovado Nationalpark in Costa Rica (es gibt wohl gute Gründe, warum dies regulär verboten ist) mit Pekaris, Lanzenottern und Flussüberquerungen in Gegenwart von Krokodilen.
  • Die Durchquerung des Chobe Nationalparks zum Moremi Game Reserve mit Zelt und Allrad-Pickup über tiefe Sandpisten (unsere Nahrungsmittelvorräte hätten einen Atomkrieg überlebt).
  • Inmitten von Botswanas Wildtieren ohne Zaun campen (nachts mussten wir unseren Stellplatz mit einem Elefantenbullen und einer Gruppe Hyänen teilen, morgens um 5:00 wurden wir dann lautstark von einer Paviangrauppe geweckt).
  • Oder das Aussetzen lassen auf einer einsamen Insel in Australien (als ich mir beim Schnorcheln -vorbildlich mit Stingersuit- versehentlich einen Finger an einer Koralle aufgeschnitten habe, ist uns schlagartig klar geworden, dass auch eine verhältnismäßig kleine Wunde auf einer einsamen Insel zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann).

Reisegruppe „Chaos“

Obwohl wir uns im Alltag nicht nur leidenschaftlich lieben sondern auch zoffen können, harmonieren wir auf unseren Reisen als beste Abenteuerbuddies (gesetzt dem Fall man beachte die Formel f(x) Hunger² + Unentschiedenheit = grenzenloser Stress10). Aus diesem Grund haben wir mittlerweile, egal in welcher Situation, immer ausreichend Kekse dabei. Das Gleiche gilt für unseren mobilen Schlafplatz, den wir ebenfalls immer dabei haben.  Auf unseren vielen Reisen haben wir nämlich mittlerweile gemerkt, dass wir am liebsten fernab von der Zivilisation zelten, wandern, fotografieren und die Natur genießen. Für uns gibt es nichts schöneres als den ganzen Tag draußen zu sein, abends am Lagerfeuer zusammen zu kochen und uns danach im Zelt zusammen einzukuscheln. Urlaub bedeutet für uns Ausstieg aus dem Alltag und das schaffen wir am besten ohne Handynetz, Fernseher, Küche und festes Dach über dem Kopf.

„Alltag ist Treibsand, du steigst ab, je stärker du trittst.“Casper

Im Laufe der Jahre hat die Fotografie einen immer größeren Stellenwert für uns bekommen. Wollten wir früher noch „den Moment“ genießen und sind nach einem kurzen Schnappschuss weitergehetzt, so verharren wir für ein gutes Foto oder eine Timelapse mittlerweile gerne stundenlang an einem Ort. Da wir uns zuhause jedoch diese Auszeit nicht nehmen, schaffen wir es selten die Bilder zu bearbeiten oder auszusortieren. Aus dieser Idee ist der Blog entstanden. Vielleicht motiviert er ja den Einen oder Anderen rauszugehen, hilft dabei sich für das nächste Reiseziel zu entscheiden oder unterhält einfach nur ein bisschen. In erster Linie soll er uns aber helfen unsere Reisen zu dokumentieren und in Erinnerung zu behalten! Denn das einzige im Leben, was einem niemand nehmen kann, sind doch die tollen Erinnerungen?

Bladen in Neuseeland

Hier noch ein Video über unser zweites Hobby neben dem Reisen. Es soll zeigen, dass es nie zu spät ist einen lang gehegten Traum in die Realität umzusetzen!